Die Wahrheit über das iPhone 7 Plus: Apple-Chefdesigner spricht Klartext

Stefan Bubeck 9

Einige Apple-Kunden verschmähen das fast randlose iPhone X und bevorzugen das klassische Design. Sie greifen deshalb im aktuellen Apple-Portfolio lieber zum iPhone 7 (Plus) oder iPhone 8 (Plus). Nun zieht Designchef Jony Ive einen Schlussstrich: Im Interview äußert er sich unmissverständlich über das Gehäuse des iPhone 7 Plus.

Die Wahrheit über das iPhone 7 Plus: Apple-Chefdesigner spricht Klartext
Bildquelle: GIGA.

Im Gespräch mit der bedeutenden US-amerikanischen Forschungs- und Bildungseinrichtung „Smithsonian“ spricht Apples Chief Design Officer Jony Ive über seinen Werdegang, Apples neues Hauptquartier in Cupertino und Gestaltungsphilosophie.

Auch das neue iPhone X wird besprochen: Das fast randlose elegante Gehäuse sei „etwas, das wir seit Jahren anstreben.“ Apple hat mit einer Auffrischung des Gehäuses länger gewartet als die Wettbewerber. Eine von den meisten Benutzern als moderner wahrgenommene Formgebung mit wenig Rand und schlanker Bauform hatte beispielsweise Samsung mit dem S8 schon einige Monate früher eingeführt:

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iPhone X vs. Galaxy S8: Die Randlos-Smartphones im Vergleich.

Jony Ive über das Design des iPhone 7 Plus

Während der Unterhaltung fällt Jony Ives Blick auf das iPhone 7 Plus des Journalisten Rick Tetzeli, welches auf dem Tisch liegt. Dessen Formgebung entspricht in ihren Grundzügen der des iPhone 6 (Plus) aus dem Jahr 2014. Das ikonische Design wurde bis hin zum 2017er iPhone 8 (Plus) fortgeführt und nur in den Details verändert. Der Kommentar von Apple Designchef dazu gleicht einem Rückblick auf vergangene Zeiten und ist ungewohnt deutlich:

Es scheint mir nun ein ziemlich abgetrenntes Bauteil in einem Gehäuse zu sein.

Es ist zwar nur ein Satz, aber der hat es in sich: Der Designer schließt mit dieser Aussage mit der Ära der dicken Ränder ab, seine eigenen Entwürfe sind nun offiziell veraltet.

Um Ives Aussage einzuordnen, ist es hilfreich, den übergeordneten Gedanken des Design-Masterminds zu kennen. In einem Interview mit dem Magazin Wallpaper erklärt Ive die Mission seiner Abteilung: „Als Designteam war es unser Ziel, Design in gewisser Weise aus dem Weg zu räumen. Wir versuchen, eine Lösung zu definieren, die so unvermeidlich erscheint, dass es sich zurückzieht.“

Das gemäß diesem Motto gestaltete iPhone X lässt klassisch geformte iPhones tatsächlich eher wie ein „Bauteil in einem Gehäuse“ wirken. Das neue Flaggschiff hält sich vor allem in der Frontansicht zurück, gibt dem angezeigten Inhalt die ganze Bühne:

iPhone X vs. iPhone 8.

Ives Kommentar zum iPhone 7 Plus: Hinweis auf die Zukunft?

Jony Ives Kommentar zum iPhone 7 Plus ist ein weiterer klarer Beleg dafür, wohin die (Design-)Reise bei Apple geht. Gegenüber Wallpaper gibt er zudem einen Hinweis auf die unmittelbare Zukunft, in der er Veränderungen andeutet, leider ohne konkret zu werden:

Bemerkenswert an dem iPhone X ist, dass seine Funktionalität so sehr von der Software bestimmt wird. Und wegen der sich in Bewegung befindenden Natur der Software wird sich dieses Produkt verändern und weiterentwickeln. In 12 Monaten wird dieses Objekt in der Lage sein, Dinge zu tun, die es jetzt nicht kann. Ich denke, das ist außergewöhnlich. Ich denke, wir werden darauf zurückblicken und es als einen sehr wichtigen Punkt in Bezug auf die Produkte betrachten, die wir entwickelt haben.

Viele Apple-Fans greifen aber statt zum iPhone X absichtlich zu älteren iPhones, da sie auf einen Rand und Homebutton nicht verzichten wollen. Außerdem ist das iPhone 8 Plus auch deutlich günstiger:

Ist Cupertino mit dem fast randlosen iPhone X auf dem richtigen Weg oder sollte es weiterhin iPhones mit „klassischen“ Gehäusen zur Auswahl geben?

Quellen: Smithsonian Institution, Wallpaper

Anmerkung: Das Titelbild dieses Artikels zeigt ein iPhone X (links) und ein iPhone 8 Plus (rechts).

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