Gesichtserkennung im iPhone X: Das dürfen Entwickler mit euren Daten machen

Florian Matthey 7

Ist Face ID im iPhone X vielleicht doch ein Sicherheitsrisiko? Bürgerrechtler zeigen sich wegen einer Übereinkunft zwischen Apple und Entwicklern besorgt: Zumindest zum Teil dürfen sie doch auf unsere Gesichtsdaten zugreifen.

Gesichtserkennung im iPhone X: Das dürfen Entwickler mit euren Daten machen

Face ID im iPhone X: Entwickler können auf Gesichtsdaten zugreifen

Das iPhone X speichert die genauen Daten zum Gesicht des Benutzers verschlüsselt in der „Secure Enclave“, also einem abgeschirmten Bereich des Apple-Chips A11 Bionic, ab. Das bedeutet, dass selbst Apple nicht auf die Daten zugreifen kann; das dreidimensionale Modell des Gesichts bleibt somit ebenso geschützt wie zuvor mit Touch ID die Daten zum Fingerabdruck.

Allerdings erlaubt Apple Entwicklern doch den Einsatz des Face-ID-Kamerasystems „TrueDepth“ – beispielsweise für Augmented-Reality-Funktionen wie die Snapchat-„Masken“, die ebenso wie Apples Animojis schon bei der Präsentation des iPhone X zu sehen waren. Hierfür bekommen Entwickler sehr wohl Zugriff auf Informationen zum Gesicht des jeweiligen Benutzers.

Animojis im iPhone X.

Zwar erlaubt Apple den Entwicklern nicht, mit ihren Apps ebenfalls ein genaues 3D-Modell des Benutzergesichts zu erstellen. Dennoch sind gewisse Rohdaten vorhanden, die ebenfalls aus Datenschutzsicht relevant sind. Dementsprechend setzt Apple den Entwicklern in der aktualisierten Vereinbarung für den App Store Grenzen: Sie dürfen die Daten nie für Werbung oder Marketing verwenden und/oder an Daten-Analyse-Unternehmen weiterverkaufen.

Datenschützer sind besorgt

Das heißt: Theoretisch können Entwickler diese Daten abrufen und speichern, sie dürfen sie nur nicht missbrauchen und/oder weitergeben. Jay Stanley von der US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) bereitet das Sorgen: Apple gehe zwar selbst in Sachen Datenschutz umsichtig vor, und sei auch immer bemüht, Entwickler zu einem verantwortungsvollen Umgang zu zwingen. Das Problem sei aber, dass Apple Verstöße gegen die Datenschutzbestimmungen erst einmal erkennen müsse. Manchmal sei das das Schwierigste.

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Ein Risiko besteht also für den Fall, dass Entwickler Daten weitergeben und Apple dies nicht sofort merkt. In der Vergangenheit hat selbst Malware den Weg in den App Store gefunden – die Apple dann immer komplett entfernen konnte, aber eben nur mit einer gewissen Zeitverzögerung. iPhone-X-Benutzer sollten sich also trotz Apples strenger Regeln überlegen, welchen Apps sie Zugriff auf das Frontkamera-System geben und welchen nicht.

Quelle: Reuters via The Verge

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