iPhone X: Warum manche Exemplare schneller als andere sind

Florian Matthey 2

Manche Exemplare des iPhone X sind schneller als andere, wie ein aktueller Test beweist. Grund dafür ist die Tatsache, dass eine wichtige Komponente von zwei verschiedenen Herstellern stammt.

iPhone X: Warum manche Exemplare schneller als andere sind
Bildquelle: GIGA.

iPhone X: Geräte mit Qualcomm-Modem sind schneller

Im iPhone X verbaut Apple ebenso wie im iPhone 8 und zuvor schon im iPhone 7 Modems beziehungsweise Mobilfunk-Chips von Intel und von Qualcomm. Mit Qualcomm befindet sich Apple bekanntlich aktuell in einem Patentstreit, sodass das Unternehmen versucht, schrittweise komplett auf Intel-Modems umzusteigen.

Allerdings sind die Qualcomm-Modems weiterhin leistungsfähiger – was sich beim iPhone X auch im Alltagsgebrauch bemerkbar macht. Zwar verlangsamt Apple den Qualcomm-Chip auch im iPhone X absichtlich, um den Unterschied nicht ganz so offensichtlich zu machen – deswegen unterstützt das iPhone X auch kein Gigabit-LTE. Gerade bei schwächerer LTE-Signalstärke lassen sich aber doch Unterschiede erkennen.

Allgemein sind wir vom iPhone X – ob mit Modem von Intel oder Qualcomm – ganz angetan, wie ihr in unserem Video-Test seht:

iPhone X im Test.

iPhone X: Intel-Chip hat vor allem bei schwachem Signal Probleme

Die Experten von Cellular Insights haben das „Intel-iPhone“ und das „Qualcomm-iPhone“ genau miteinander verglichen. Dafür wurde eine LTE-Antenne aufgebaut, deren Sendestärke sich immer weiter verringert, um so ein Entfernen des Benutzers vom nächsten Handy-Masten zu simulieren. Zunächst waren beide iPhones mit 169 MBit pro Sekunde gleich schnell. Theoretisch sind sogar 600 MBit pro Sekunde möglich, wobei der Qualcomm-Chip – wie gesagt – eigentlich noch mehr leisten könnte, es aber wegen Apples Einstellungen nicht „darf“.

Bei einer Verringerung der Empfangsstärke um -87 dBm (Dezibel Milliwatt) ging die Geschwindigkeit des „Intel-iPhone“ aber auf 169 MBit pro Sekunde zurück, beim „Qualcomm-iPhone“ war dies erst bei weiteren -6 dBm der Fall. Bei sehr schwachen Signalen von -120 dBm war das Gerät mit Qualcomm-Chip dann schon 67 Prozent schneller als das Gerät mit Intel-Modem. Die Verbindung brach dann beim Intel-Modell bei -129 dBm ab, das Gerät mit Qualcomm-Modem schaffte es mit -130 dBm aber auch nicht nennenswert weiter.

So schlägt sich die Kamera des iPhone X im Vergleich zum Samsung Galaxy S8:

Bilderstrecke starten
16 Bilder
Kameravergleich: iPhone X versus iPhone 8 (Plus) versus iPhone 7.

Das heißt: Wer ein iPhone X mit Intel-Modem hat, muss gerade bei schwachen Signalen mit einer nicht-optimalen Geschwindigkeit leben – bei starken Signalen macht sich der Unterschied aber wiederum weniger bemerkbar. Das iPhone mit Qualcomm-Chip ist das Modell A1865, das neben GSM auch mit CDMA-Netzen kommunizieren kann – es ist neben den USA unter anderem in China erhältlich. In Europa können wir leider in erster Linie das „Nur GSM“-Modell A1901 kaufen, das mit dem Intel-Modem ausgestattet ist.

Es bleibt zu hoffen, dass Intel in Sachen Geschwindigkeit mit seinen Mobilfunkchips zu Qualcomm aufschließt, sodass Apples geplanter Wechsel zu diesem Lieferanten keine zu großen Nachteile mit sich bringt. Ärgert euch das? Wie wichtig ist euch die maximale LTE-Geschwindigkeit?

Quelle: Cellular Insights via MacRumors

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung