Teure Smartphone-Reparaturen: Apple und Co. bekommen jetzt richtig Druck

Holger Eilhard 3

Ein unschöner Technik-„Trend“, der sich seit einigen Jahren verbreitet, sind die immer komplexer und teurer werdenden Reparaturen. Insbesondere nachdem Apple ein Austauschprogramm für die iPhone-Akkus gestartet hat, gibt es nun erneut Bemühungen, derartige Reparaturen zu vereinfachen – per Gesetz.

Teure Smartphone-Reparaturen: Apple und Co. bekommen jetzt richtig Druck
Bildquelle: GIGA Fixxoo.

„Right to Repair“-Initiative: Das Recht auf eigene Reparaturen

Bereits seit langer Zeit kämpfen unter anderem die Betreiber von iFixit dafür, dass die Endkunden ein Recht darauf haben, die von ihnen gekauften Geräte selbst reparieren zu können. Grund sind unter anderem die steigenden Reparaturpreise, wie sie zuletzt beim iPhone X beobachtet werden konnten.

Der Wunsch betrifft aber nicht nur High-Tech-Geräte wie Smartphones, Notebooks oder Tablets, sondern kann etwa auch auf Autos oder Fahrräder angewendet werden. So heißt es auf der Website von iFixit beispielsweise: „Würdet ihr ein Fahrrad kaufen, wenn ihr die Kette nicht reparieren dürft?“.

Der Ruf nach der Reparierbarkeit umfasst neben der Erlaubnis, selbst Hand anlegen zu dürfen, aber auch die freie Wahl eines Geschäfts, das eine etwaige Reparatur erledigen soll. Gleichzeitig wird auch der Zugang zu denselben Handbüchern und Diagnose-Werkzeugen verlangt, welche den Händlern vorliegen. Etwas näher am Beispiel Smartphone ist der Wunsch diese entsperren und gegebenenfalls jailbreaken zu dürfen.

Gesetzesvorlage erreicht nun auch das Silicon Valley

In den USA erfreut sich die Initiative – insbesondere nach dem Start des vergünstigten Akkuaustauschs von Apples iPhone – derzeit wieder steigender Beliebtheit. Hatten bereits 17 US-Staaten eine Gesetzesvorlage eingereicht, hat eine entsprechende Vorlage nun auch Kalifornien, die Heimat vieler Technologie-Giganten, erreicht. Der Druck auf die Hersteller steigt weiter damit an.

In Kalifornien gibt es bereits jetzt strikte Regelungen, was die Reparaturen angeht. So wird gefordert, dass Service-Angebote für mindestens 7 Jahre angeboten werden müssen, wenn das Gerät mehr als 100 US-Dollar gekostet hat.

Reparaturen durch alle: Zwei Seiten der Medaille

Der Wunsch, dass alle Nutzer ihre Geräte selbst reparieren können sollen, könnte aber auch negative Entwicklungen mit sich bringen. So könnte es beispielsweise bedeuten, dass Hersteller auf neue Features verzichten oder in Zukunft entfernen, wenn ein Gerät von einem normalen Anwender repariert werden können muss. Als Beispiel nennt 9to5Mac hierzu den Wegfall der Schutz gegen eindringendes Wasser im iPhone durch diverse Dichtungen.

Display-Wechsel beim iPhone 7 (Plus) – GIGA Fixxoo Anleitung.

Gleichzeitig dürften sich Personen, die zum Beispiel zu weit von einem Apple Store oder autorisierten Händler entfernt sind, darüber freuen, wenn sie einen neuen Akku für ihr iPhone einfach online bestellen und selbst einbauen können. Sollte aber beispielsweise eine öffentliche Verfügbarkeit von Handbüchern und Diagnose-Software den Weg in die US-Gesetze finden, könnten davon die weltweiten Nutzer der betroffenen Geräte profitieren.

Quellen: 9to5Mac, California State Assembly, Motherboard

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