Apples Versuche die Bauteile für seine Hardware von mehreren Herstellern zu beziehen, scheinen bei den Lieferungen von Displays für das nächste iPhone erneut fehlzuschlagen. So soll Samsungs Konkurrenz weiterhin Probleme bei der Produktion der OLED-Displays haben.

 

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OLED-iPhone: Fertigungsprobleme bei LG sind gute Nachrichten für Samsung

Zwei Lieferanten sind besser als einer. Nach dieser Prämisse wollte Apple neben Samsung Display einen weiteren Hersteller für die Produktion für die im iPhone eingesetzten OLED-Displays rekrutieren. LG Display stand bislang oben auf der Liste dieser Lieferanten, soll aber laut aktuellen Berichten Probleme bei der Fertigung der organischen Bildschirme haben. Die OLED-Technik besitzt unter anderem einen geringeren Stromverbrauch als LCD-Panels. Gleichzeitig sind sie dünner und flexibler als herkömmliche LCDs.

Apple soll bislang geplant haben, dass LG einen Teil der für die kommende iPhone-Generation benötigten OLED-Panels liefert. Aufgrund von Schwierigkeiten in der Produktion sei es nun aber fraglich, ob die Südkoreaner von LG pünktlich zum erwarteten Start der Massenproduktion im Juli als zweiter Lieferant antreten können. LG sollte Analysten zufolge bis zu 20 Prozent der notwendigen Display-Komponenten liefern.

LG Display: OLED-Probleme bereits seit dem Pixel 2 XL bekannt

Die Probleme der OLED-Produktion bei LG Display sind keine Neuheit. So musste sich schon Google beim Pixel 2 XL aufgrund des von LG gelieferten Bildschirms Kritik anhören. Laut dem neuesten Bericht will Apple anscheinend auf Nummer sicher gehen und verlangte von LG daher eine dritte Produktionsrunde der Prototypen. Dieser weitere Schritt sei bei den meisten Lieferanten unnötig.

Hier ein Vergleich des Google Pixel 2 XL mit der Konkurrenz.

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Google Pixel 2 XL mit minderwertigem Display? Vergleich mit der Konkurrenz

iPhones 2018: Bleibt Erzrivale Samsung der exklusive Display-Lieferant?

Für Samsung Display würden die Probleme bei LG gleichzeitig bedeuten, dass man auch für die kommenden iPhone-Modelle der exklusive OLED-Lieferant bleiben wird. Damit wäre Apple — wie schon beim iPhone X — abhängig vom Erzrivalen.

Diese Abhängigkeit bedeutet aber auch, dass Samsung ein großes Wort bei der Bestimmung der Preise für die Displays mitreden kann. Apple kostet das gesamte Modul im iPhone X, bestehend aus Glas, OLED-Panel und dem Force-Touch-Sensor angeblich 110 US-Dollar. Das LCD-Modul des iPhone 8 Plus, welches von mehreren Herstellern geliefert wird, soll im Vergleich dazu laut den Analysten von IHS Markit 52,50 US-Dollar kosten.

Hoffnungen auf Preissenkungen alleine durch einen weiteren Display-Lieferanten sollte man sich jedoch nicht machen. Der hohe Preis des iPhone X im Vergleich zum iPhone 8 und 8 Plus hat noch viele andere Gründe. Dazu gehören etwa die Technologie und Entwicklungskosten für Face ID, der Gesichtserkennung im aktuellen Flaggschiff.

Für den kommenden Herbst werden derzeit drei neue iPhone-Modelle erwartet. Neben einem LCD-iPhone mit 6,1-Zoll-Display soll Apple im kommenden September gleich zwei neue OLED-Modelle vorstellen. Diese umfassen einen direkten Nachfolger des iPhone X mit 5,8 Zoll, sowie ein Plus-Modell mit größerem 6,5-Zoll-Bildschirm.

Quelle: The Wall Street Journal

Holger Eilhard
Holger Eilhard, GIGA-Experte für iPhone, iPad, Mac und alles andere zum Thema Apple.

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