Mach’s gut, alter Freund: Bewährtes iPhone- und Android-Feature vor dem Aus

Sven Kaulfuss 2

Apple-Anwender erhielten schon letztes Jahr mit dem iPhone X einen Vorgeschmack auf die Zeit nach dem Homebutton. Gegenwärtig schmecken auch die wenigen, noch „handverlesenen“ Nutzer von Android 9.0 Pie den Nektar der Gestensteuerung. Zeit dem kleinen Navigationsnippel Danke zu sagen. Mach’s gut alter Freund – rufe ich ihm in der aktuellen Ausgabe der Wochenend-Kolumne entgegen.

Mach’s gut, alter Freund: Bewährtes iPhone- und Android-Feature vor dem Aus
Bildquelle: GIGA (Foto) und pixabay (Post-it).

Das iPhone und der Homebutton: Eine einzige Taste sie zu knechten, sie alle zu finden…

… ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden. Apples erstes Handy überraschte 2007 mit einem ungewöhnlichen Bedienkonzept – Multi-Touch-Screen statt Tastatur. Nur eine einzige Taste prangte auf der Front des iPhones. Sollte man sich tatsächlich mal in der Navigation verloren haben, dann teleportierte ein Druck auf den Homebutton den Anwender zielsicher auf die Startseite des Bildschirms zurück. Über die Jahre nahm der Funktionsumfang des kleinen Knopfes weiter zu – Taskmanager, Fingerabdrucksensor und Startpunkt für den freundlichen Sprachassistenten Siri. Der Homebutton war mein Freund und wie ein solcher wurde er auch mehrmals am Tag kräftig gedrückt.

Der gesamte Werdegang des kleinen Knopfs am iPhone – informativ in der folgenden Bilderstrecke zusammengestellt:

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iPhone: Eine kleine Geschichte des Home-Buttons.

Bei Android: Homebutton wird zur Software-Taste

Selbst die Androiden von Samsung und Konsorten bedienten sich des Homebuttons. Auch hier spielte er seine Rolle als Rettungsanker immer zuverlässig aus. Wer in den Weiten des Google-Betriebssystems die Übersicht verlor, der schlug mal kurz die Hacken zusammen und war als gleich wieder daheim in Kansas. In den letzten Jahren wandelte sich der Hardware-Button vermehrt schon in eine Software-Taste. Android-Smartphones sparten so Platz und konnten mit einem besseren Display-Gehäuse-Verhältnis produziert werden. Bei Apple jedoch hielt man zunächst am bewährten Konzept fest.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern, zur Diskussion aufrufen und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Gestensteuerung statt Homebutton

Doch dann folgte der Herbst 2017 und mit ihm die alarmierende Botschaft: Apple schafft den Homebutton gänzlich ab. Das iPhone X und dessen neuerliche Gestensteuerung sollte aber nur ein Vorgeschmack sein, dem iPhone 8 blieb die Home-Taste nämlich noch erhalten. Doch nächste Woche schon macht Apple ernst: Alle neuen Handys, ob iPhone 9, iPhone Xs, iPhone Xs Max und auch die neuen iPads verzichten nun geschlossen auf den ach so geliebten Navigationsknopf – es gibt keinen Weg zurück. Derweil kopiert Google mit Android 9.0 Pie die Gestensteuerung. Allerdings lässt sich diese auch wieder deaktivieren und der Homebutton kehrt aus dem Totenreich zurück – konsequent ist dies nicht.

Auch bei Android verabschiedet man sich vom klassischen Homebutton – schaut dann so aus:

Android 9.0 P im Überblick.

Umlernen ist angesagt

Am Ende müssen wir, die Anwender, die Bedienung des Smartphones ein Stück neu erlernen. Denn so ausgefuchst die Gestensteuerung auch sein mag, sie ist zunächst weniger intuitiv als dieser eine Druck auf den Homebutton. Wie heißt es so schön: Man vermisst erst dann etwas, wenn es nicht mehr da ist. Nun fehlt vielen die Vertrautheit und die damit verbundene Sicherheit des Homebuttons. Dies mag verständlich sein, doch sollten wir nicht allzu lange trauern. Das Smartphone und dessen grundlegende Benutzung ist längst etabliert. Darauf bauen die Hersteller jetzt auf und trauen der Kundschaft mehr zu, auch der Homebutton darf sich so weiterentwickeln.

Eine solche, geniale Lösung für den Homebutton hatte Apple leider nie verwirklicht:

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iPhone: Studie aus Edelstahl und mit raffinierter Lösung für den Home Button.

Ich persönlich lasse mir allerdings mit dem nächsten Evolutionsschritt noch Zeit. Erst letztes Jahr fand das iPhone 7 den Weg zu mir und es wird mich wohl noch eine Weile begleiten, immerhin nutzte ich davor das iPhone 5 nahezu fünf Jahre lang. Ergo: Der Homebutton bleibt mir vorerst erhalten – ein Abschied auf Raten.

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Nichtsdestoweniger möchte ich Danke sagen: Danke, lieber Homebutton, für deine treuen Dienste. Danke aber auch für die täglichen Momente, in denen ich unfreiwillig Siri aus der Flasche rief, nur weil ich dich mal wieder zu toll drückte. Ach ja, ich werde dich vermissen … so in circa drei bis vier Jahren. Erst dann werde ich wohl zum „iPhone XII“ greifen und dich endgültig in Rente schicken.

Mach’s gut, alter Freund!

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