iPhone XS (Max) mit explodierenden Preisen: Darum zockt Apple beim Handy-Speicher ab

Sven Kaulfuss 12

Bei den Speicherpreisen fürs iPhone langt Apple hin – ordentlich. Wer iPhone XS, iPhone XS Max oder auch ein iPhone 8 mit vernünftig viel Speicher kaufen möchte, den schröpft der kultige Hersteller aus dem fernen Kalifornien so richtig ab. Muss man sich dies gefallen lassen?

iPhone XS (Max) mit explodierenden Preisen: Darum zockt Apple beim Handy-Speicher ab
Bildquelle: GIGA (Foto) und pixabay (Kette).

Apples iPhone: Speicheraufpreise explodieren

Früher war vielleicht nicht alles besser, aber Apples Aufpreispolitik beim iPhone-Speicher zumindest teilweise rational nachvollziehbar. Noch beim Release des iPhone 7 galt: Wer jeweils 110 Euro mehr bezahlt, der bekommt das Apple-Handy statt mit 32 GB Speicher gleich mit 128 GB oder gar 256 GB Speicher geliefert. Schon letztes Jahr galt diese eiserne Regel aber nicht mehr, vor allem jetzt mit der Einführung von Modellen mit Speichergrößen bis zu 512 GB wird diese Diskrepanz überdeutlich. Hierzu ein Beispiel:

  • iPhone XS mit 64 GB: 1.149 Euro
  • iPhone XS mit 256 GB: 1.319 Euro = 170 Euro Aufpreis gegenüber 64 GB
  • iPhone XS mit 512 GB: 1.549 Euro = 230 Euro Aufpreis gegenüber 256 GB

Schön anzusehen sind sie ja, aber die Speicherpreise sind schon eine Ansage – iPhone XS und XS Max im GIGA-Hands-On:

iPhone XS (Max) im Hands-On.

Für den Kunden eine mehr als frustrierende Situation, denn eine Alternative zum Speicheraufpreis beim iPhone-Kauf gibt’s nicht. Nachrüstung unmöglich, günstige können nicht genutzt werden und USB-Sticks für iPhone und iPad scheitern am Gebrauchsnutzen. Deren Speicher lässt sich nämlich nur sehr eingeschränkt verwenden – Apps lassen sich darauf beispielsweise nicht installieren, noch können die Apps auf dem iPhone ihre Daten darauf unmittelbar auslagern. Diese lassen sich nur darauf kopieren und müssten dann wiederum manuell auf dem iPhone im Nachhinein gelöscht werden, um so Speicherplatz freizumachen. Kurz und gut: Sehr umständlich.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern, zur Diskussion aufrufen und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

iPhone-Speicher: Wie kommen die Aufpreise zustande?

Doch warum verlangt Apple so viel für die iPhones mit etwas mehr Speicherplatz? Am Einkaufspreis der Speicherbausteine liegt es schon mal nicht. Die jüngste Materialkostenanalyse offenbarte die entscheidenden Details:

  • So kostet Apple der Gesamtspeicher (RAM und DRAM) im iPhone XS (Max) circa 40 US-Dollar (64 GB). Beim Modell mit 256 GB sind es rund 64 US-Dollar.
  • Macht einen Netto-Aufpreis von 24 US-Dollar. Umgerechnet und mit deutscher Mehrwertsteuer versehen werden daraus knapp 25 Euro.
  • Apple hingegen verlangt 170 Euro mehr. Ergo: 147 Euro wandern vom Aufpreis direkt in die „Portokasse“ des Herstellers.

Apropos, euch stört die Display-Kerbe am iPhone X, XS und XS Max? Die kann man auch „kostenfrei“ entfernen:

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iPhone X „Notch“: Wallpaper, App und Vorlagen zur Entfernung.

Ganz schön frech, oder? Es ist am Ende ein offenes Geheimnis. Je größer der Speicher des erworbenen iPhones, desto mehr steigt auch Apples Gewinnmarge. Und da liegt auch der Grund für Apples Speicherpreispolitik. Mangels Alternativen kann der Hersteller diese Preise am Markt durchdrücken. Die Kunden kaufen mehr oder weniger bereitwillig. Für den Käufer ärgerlich, für Apple und die Aktionäre hingegen eine Lizenz zum Gelddrucken und aus betriebswirtschaftlicher Sicht eine Idealsituation. Aktuell probt der Hersteller wohl auch wie weit er mit diesem „Spiel“ gehen kann, anders lassen sich die jüngsten und extremen Speicherpreissprünge nicht erklären.

Meine Vermutung: Der Kunde wird’s am Ende zahlen und lässt es sich gefallen.

Übrigens: Auch meine Wenigkeit griff im letzten Jahr lieber gleich zum iPhone 7 mit 128 GB. Die Grundversion mit 32 GB erschien mir für die tägliche Nutzung ungeeignet. Was viele nämlich nicht bedenken: Die wachsende und höhere Auflösung der iPhone-Kameras verlangen vor allem bei Fotos und Videos ihren Tribut. Speicher kann man dann nicht genug haben – koste es im wahrsten Sinne des Wortes was es wolle.

Menschen sind unterschiedlich und es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen – klein, groß, dick, schmal. Nur bei den Smartphones strebt aktuell alles nach großen und übergroßen Displays – tatsächlich ein wünschenswerter Trend?

Hinweis: Die in diesem Kommentar geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.

Quellen: Tech Insights und IHS Markit (Materialkosten)

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