Das Display des LG G Flex 2: Krumm, aber scharf

Andreas Floemer 4

LG-G-flex-2-test-8546-new

Wir erinnern uns: Beim ersten G Flex (Test) hatte LG ein HD-Display mit einer Auflösung von nur 1.280 x 720 Pixeln verbaut – für ein 700 Euro teures Phablet mit einer Bildschirmdiagonalen von 6 Zoll war das äußerst gering. Zudem konnte die Qualität des P-OLED-Displays nicht überzeugen. Das Display des G Flex 2 hingegen macht eine weit bessere Figur. Zum einen wurde die Bildschirmdiagonale auf 5,5 Zoll reduziert, die Auflösung zudem auf Full HD erhöht, sodass die 1.920 x 1.080 Bildpunkte auf kleinerem Raum verteilt sind. Die Pixeldichte wächst von 245 ppi beim ersten Flex auf 403 ppi beim Flex 2 an, was sich in Sachen Bildschärfe positiv bemerkbar macht. Neben der ordentlichen Auflösung sind sowohl Farbechtheit, Kontrast und Farbbrillanz bei dem P-OLED-Display der nächsten Generation merklich verbessert worden, wobei ein leichter Blaustich im direkten Vergleich mit anderen Geräten zu erkennen ist. Der

Wie es sich für ein OLED-Display gehört, ist Schwarz nicht Grau oder Anthrazit, sondern wirklich Schwarz. Auch an der Blickwinkelstabilität ist nichts zu beanstanden. Einen kleinen Kritikpunkt gibt es indes aber doch: die Grundhelligkeit des Panels ist relativ dunkel, dies ist aber ein bekanntes Problem bei Displays von LG. Bei gleißendem Sonnenschein ist das Display zwar noch ablesbar, doch man sollte in diesem Szenario idealerweise von automatischer Helligkeitsregulierung auf manuelle und volle Helligkeit umschalten. Bei „normalen“ Lichtverhältnissen kommt man gut mit der automatischen Regulierung bei 50 Prozent Helligkeit zurecht, wobei das naturgemäß auch abhängig von den eigenen Vorlieben ist.

Und wie funktioniert der Curved-Effekt? Zum großen Teil gut. Die Verzerrungen, die sich gegenüber einem Gerät mit planem Display einstellen, weiß das Gehirn so zu kompensieren, dass sie nicht als störend empfunden werden. Im Gegenteil: Betrachtet man beispielsweise ein Video im Landscape-Modus, ist das Erleben einen Tick immersiver. Das mag vielleicht nicht jedem so gehen, in unseren Augen birgt das im Vergleich zum Vorgänger etwas weniger stark geschwungene Display jedoch durchaus einen Mehrwert.

lg-g-flex-2-test-8781-new

Die Kamera des LG G Flex 2 im Test: Gut, aber …

Die beste Kamera ist bekanntermaßen stets die, die man bei sich trägt. Noch besser ist freilich, wenn diese auch „aus der Hüfte heraus“ imstande ist, tolle Fotos zu schießen. Bei der 13-MP-Hauptkamera des LG G Flex 2 ist das der Fall. Die Resultate können absolut überzeugen. Fotos, die unter normalen Lichtverhältnissen aufgenommen wurden, sind knackig scharf, detailreich und farbgetreu. Unter widrigen Lichtbedingungen neigt die Kamera ein wenig zum Rauschen, nichtsdestotrotz sind die Bilder von ausgezeichneter Qualität, was nicht zuletzt dem verbauten optischen Bildstabilisator zu verdanken ist. Die Bildqualität mag nicht ganz an die derzeitigen Benchmark-Geräte in dem Bereich heranreichen, namentlich Samsung Galaxy S6 (edge) und LG G4, überdurchschnittlich und besser als die Fotos im HTC One M9 sind sie aber allemal.

LG-G-flex-2-test-8553-new

Praktisch: Mit einem Langdruck auf die Leiser-Taste bei ausgeschaltetem Display lässt sich die Kamera aus dem Standby aktivieren, sodass man rasch und ohne viel Aufwand Schnappschüsse erstellen kann. Vergleicht man die Startgeschwindigkeit der Kamera mit der des Galaxy S6, so hat das Samsung-Gerät allerdings die Nase vorn. Diesbezüglich sollte LG noch ein wenig an der Optimierungsschraube drehen, denn die von uns grob gemessenen drei Sekunden fühlen sich, gerade wenn man einen spontanen Schnappschuss erstellen möchte, wie eine halbe Ewigkeit an.

Wie es sich für ein Oberklasse-Smartphone gehört, unterstützt das G Flex 2 auch Videoaufnahmen in 4K-Qualität. Selbstverständlich ist auch eine 2,1 MP-Frontkamera an Bord, mit der sich Bilder in solider Qualität schießen lassen – an die Bildqualität des später erschienenen LG G4 mit seiner 8 MP-Frontcam mit f/2.0-Blende kommt das G Flex 2 nicht heran, für Instagram-Selfies genügt sie allemal.

Videosample in 4K-Auflösung

Die Kamera-Software ist übersichtlich gestaltet und bietet einige wenige, aber für die meisten Nutzer ausreichende Kameramodi: Neben einem Automatik-Funktion stehen ein Panorama- sowie ein Dual-Modus zur Verfügung. Mit Letzterem lassen sich Front- und Hauptkamera zugleich verwenden. Enthusiasten vermissen aber einen manuellen Modus zur Feineinstellung von Aufnahmeparametern sowie die Möglichkeit, Bilder optional im RAW-Format aufzunehmen.

LG-G-Flex-2-kamera-1

LG G Flex 2 bei ebay

Auf der nächsten Seite: Performance und Spezifikationen des G Flex 2 – läuft der Snapdragon 810 heiß?

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung