LG G3: Akkulaufzeit, Benchmark-Ergebnisse & Teardown des Smartphone-Topmodells

Rafael Thiel 40

LG wusste diese Woche zu beeindrucken: Mit äußerst schmalen Rändern ums Display, einem ultrahochauflösenden WQHD-Display und optisch ansprechender Software könnte das LG G3 zum besten Smartphone des Jahres 2014 avancieren. Bis zum Verkaufsstart muss sich das Smartphone bereits jetzt schon in diversen Disziplinen beweisen. So musste es bereits einen Teardown über sich ergehen lassen, in diversen Benchmarks bestehen und konnte in einem ersten Test eine alltagstaugliche Akkulaufzeit aufweisen. 

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Ein Smartphone kann heutzutage noch so sehr auf dem Papier überzeugen, letztendlich muss jedoch das Gesamtpaket passen. So macht das 5,5 Zoll in der Diagonale messende Display nominell einiges her, allerdings dürften das Mehr an Pixeln der WQHD-Auflösung zusammen mit der Größe des Panels gehörig am Akku saugen – mit 3.000 mAh verfügt dieser über die gleiche Kapazität wie der Vorgänger LG G2 (Test), der „nur“ einen Full HD-Bildschirm mit einer 5,2 Zoll-Bilddiagonale befeuern muss.

Das LG G3 ist ersten Akkutests zufolge ein „Dauerbrenner“ …

Die Kollegen von Android Community haben ein Vorseriengerät in die Finger bekommen und attestieren dem LG G3 bereits jetzt ein ausgezeichnetes Energiemanagement. Das Gerät wurde in den letzten Tagen mit einer nicht finalen Software in den USA getestet, „Bloatware“ des südkoreanischen Providers SK Telecom wurde vorher entfernt. WLAN war über den gesamten Test-Zeitraum ausgeschaltet und so konnte sich das Gerät lediglich über das Mobilfunknetz – inklusive LTE – mit dem Internet verbinden.

Das LG G3 hat zwar keinen speziellen Energiesparmodus integriert, wie etwa das Samsung Galaxy S5 (Hands-On) oder das HTC One (M8) (Test), jedoch hat LG die Software intensiv optimiert, um bessere Laufzeiten zu erreichen. Durch adaptive Bildraten wird die Frequenz der Displayaktualisierungen bei statischen Anzeigen künstlich heruntergefahren, um den Prozessor zu schonen. Darüber hinaus agiert die Taktrate des Prozessors ebenso situationsbedingt und betreibt den Snapdragon 801 nur mit minimalstem Takt, wenn mehr Rechenleistung schlicht und ergreifend nicht benötigt wird – begünstigt wird dies dadurch, dass bei Qualcomms Krait-Chips jeder Rechenkern individuell betrieben werden kann. Ebenso wurde der Displaytreiber dementsprechend angepasst, um die 3,7 Millionen Pixel nicht übermäßig ansteuern und beleuchten zu müssen.

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Die Ergebnisse sprechen für sich: Im moderaten Alltagsbetrieb mit Emails, Chatten, Nutzung einiger Apps, ein bisschen Videostreaming und ohne anspruchsvolles Gaming schafft das LG G3 anscheinend spielend einen Tag – bei intensiver Nutzung erreichten die Kollegen ungefähr 13 Stunden Nutzung, bei „gewöhnlichem“ Betrieb waren es 16 Stunden. Im Standby verbraucht das Smartphone in Kombination mit dem Snapdragon 801 nahezu keine Energie und könnte so um die 40 Stunden Erreichbarkeit erreichen.

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LG G3: Tipps und Tricks (Bilderstrecke)

… mit ausreichend Leistung …

Somit scheint an dieser Front alles in Ordnung zu sein, doch was ist, wenn doch mal intensives Gaming erwünscht ist? Angesichts der äußerst hohen Auflösung sollte man meinen, dass die Adreno 330 GPU des MSM8975AC Snapdragon 801 deutlich mehr zu leisten hat, was sich negativ auf die Performance auswirken könnte. Diverse Benchmarks zeigen, dass die Performance des LG G3 zwar unter den vielen Pixel leidet, jedoch immer noch allen anfallenden Aufgaben gewachsen ist – inklusive 3D-Spiele. Wer sich für die genauen Zahlen interessiert, kann bei SlashGear die ausführlichen Ergebnisse einsehen.

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… und reparieren lässt es sich auch

Nun haben wir erfahren, dass die Entscheidung LGs zugunsten des hochauflösenden WQHD-Displays die Nutzung nicht beeinträchtigt. Durch die äußerst schmalen Ränder ist das Gerät trotz 5,5 Zoll-Bildschirm zudem noch relativ handlich. Diese kompakte Bauweise wirkt sich allerdings überraschenderweise nicht auf die Reparierbarkeit des LG G3 aus, wie ein Teardown von UBREAKIFIX zeigt – die Tüftler geben dem Gerät diesbezüglich 8 von 10 Punkten. Dem spielt selbstredend die austauschbare Batterie beziehungsweise abnehmbare Rückseite in die Karten, da sich das Gerät relativ einfach öffnen lässt. Ebenso hat LG das Innenleben ähnlich wie das Gehäuse sehr kompakt und effizient konzipiert; neben dem Motherboard ist lediglich ein kleines Daughterboard eingebaut.

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Folgende Bauteile befinden sich an Bord des LG G3:

  • (Lila) Broadcom BCM4339 5G WiFi Combo-Chip
  • (Cyan) Avago ACPM-7700 Power-Amplifier-Modul
  • (Rot) Qualcomm WTR1625L RF Transceiver
  • (Grün) Qualcomm WFR1620 Receive-only Companion-Chip
  • (Orange) SK Hynix 2GB/3GB LPDDR3 RAM über dem 2.5 GHz Snapdragon 801 Quad-Core-Prozessor
  • (Gelb) ANX7812 USB SlimPort Tx IC
  • (Blau) Texas Instruments BQ24296 Battery -Charge-Management und System-Power-Path- Management-Chip.
  • Toshiba THGBMBG8D4KBAIR 32 GB On-Board NAND Flash-Speicher auf der anderen Seite

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Wir resümieren: Das LG G3 erreicht trotz hochauflösendem und großem Display eine ausgezeichnete Akkulaufzeit Benchmarks – so kritikwürdig sie auch sind –  bescheinigen dem Boliden ausreichend Rechenpower und sollte etwas im Inneren den Geist aufgeben, lässt es sich relativ einfach austauschen respektive reparieren. Natürlich gibt es noch weitere Aspekte, die einem ausführlichem Test unterzogen werden müssen – ihr könnt selbstverständlich wieder einen umfangreichen Testbericht unserseits erwarten. Nichtsdestotrotz hält der positive Eindruck des LG G3 seit der Vorstellung weiterhin an – trotz nicht finaler Software.

Quellen: Android Community, SlashGear, UBREAKIFIX [via Android Authority]

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