Beim LG G4 hat sich der südkoreanische Hersteller einiges getraut: So wird neben der (optionalen) Rückseite aus Echtleder etwa auch auf den Snapdragon 808 zurückgegriffen anstatt den aktuell branchenüblichen Snapdragon 810 einzusetzen. Da letzterem massive Hitzeprobleme nachgesagt werden, erscheint die Entscheidung für sechs statt acht Prozessorkerne durchaus gerechtfertigt. Erste Benchmark-Tests offenbaren jedoch, dass das jüngst lancierte Flaggschiffmodell leistungstechnisch nicht ganz mit der aktuellen High End-Konkurrenz mithalten kann.

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Die Kollegen von GSMarena haben den gestern enthüllten Boliden von LG durch diverse Benchmarks gejagt – mit eindeutigem Ergebnis. Die ewige Grundsatzdiskussion über den Sinn und Unsinn von Benchmarks außen vor gelassen, schneidet der im LG G4 verbaute Snapdragon 808 auf dem Papier überwiegend schlechter ab als etwa der Snapdragon 810 im HTC One M9 oder auch der Exynos 7420 im Samsung Galaxy S6. Neben der verringerten Anzahl der Kerne (sechs statt acht) dürfte der niedrigere Maximaltakt der CPU-Kerne (1,8 statt 2,0 GHz) dafür verantwortlich sein.

LG-G4-Benchmark

Im GeekBench 3-Test mit Hauptaugenmerk auf das Multi-Core-CPU-Verhalten liegt das nagelneue LG G4 „nur“ in etwa auf einer Höhe mit dem eigenen Vorgängermodell. Der auf JavaScript fokussierte Kraken 1.1-Benchmark siedelt das diesjährige Flaggschiff sogar knapp hinter dem LG G3 an. Wenigstens bei AnTuTu 5 dringt das LG G4 in höhere Sphären und liegt leistungstechnisch ungefähr auf Höhe des HTC One M9 mit seinem Snapdragon 810. An der Spitze aller von den Kollegen herangezogenen Benchmarks thront jedoch stets das Galaxy S6 beziehungsweise Galaxy S6 edge. Beide Geräte sind mit dem im 14-nm-FinFET-Verfahren gefertigten Octacore-Chip Exynos 7420 bestückt.

Der Leistungsabfall im Vergleich zum Snapdragon 810 war absehbar: Während der Snapdragon 808 lediglich über sechs Rechenkerne verfügt, davon sogar nur zwei mit den performanteren Cortex A57-Kernen, kann der Snapdragon 810 sich als Octa-Core-Prozessor rühmen – mit jeweils vier energieeffizienten Cortex A53- und rechenstarken Cortex A57-Kernen. Dass die Unterschiede jedoch so drastisch ausfallen, überrascht dann doch. Der Snapdragon 801 im LG G3 setzt schließlich nur auf vier Rechenkernen mit Qualcomms eigenem Krait-Design.

LG G4 Hands-On

Es bleibt abzuwarten, ob es LG noch gelingt, die Performance nachträglich per Software-Update zu verbessern – der internationale Verkauf startet schließlich erst in rund vier Wochen. Natürlich ist die Peak-Performance das eine, die Leistung im Alltag das andere. In Zeiten, da auch deutlich niedriger getaktete Quad Core-Prozessoren genug Alltagsleistung mitbringen, darf man schlechtere Benchmark-Scores durchaus als Luxusproblem abtun.

Quelle: GSMarena

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