Für mich ist das LG G4 das Smartphone-Highlight des bisherigen Jahres, trotz des auf dem Papier langsameren Snapdragon 808-SoC und langsameren Speichers als beim Galaxy S6.

Update vom 24. August 2015: Wie angekündigt, habe ich mir das LG G4 zugelegt. Beim Provider meiner Wahl gab es sogar noch eine LG G Watch und eine 32 GB Speicherkarte kostenlos dazu:
LG G4 Redaktions-Unboxing

Originalmeldung vom 18. Juli 2015: Der Großteil der High-End-Smartphones 2015 wurde bereits enthüllt, lediglich das Moto X (2015), OnePlus 2 und das unvermeidliche Samsung Galaxy Note 5 warten noch auf ihre offizielle Ankündigung. Bereits vorgestellt wurden Samsung Galaxy S6 und S6 edge, das HTC One M9 sowie das LG G4
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– damit ist die Katze bei den drei großen Smartphone-Riesen bereits zur ersten Jahreshälfte (wie gewohnt) aus dem Sack. Zeit also, eine Wahl zu treffen.

Samsung Galaxy S6 edge: Kantenrutscher

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Auch interessant: Testbericht zum LG G4

Bevor ich zum LG G4 komme, zuerst noch ein paar Worte zu den Konkurrenzprodukten, die nicht für mich in Frage kommen. Da wäre das auf dem MWC in Barcelona vorgestellte Samsung Galaxy S6: Es kann zwar mit hervorragenden Spezifikationen wie beispielsweise einem SSD-ähnlich schnellen UFS 2.0-Speicher (es ist in den Größen 32, 64 und 128 GB erhältlich), dem bisher konkurrenzlos schnellen hauseigenem Exynos 7420-SoC mit acht Kernen und dem aktuellsten LPDDR4-Arbeitsspeicher auftrumpfen – aber Performance ist bekanntlich nicht alles. Die Glasrückseite sowie die Farbauswahl (vor allem das grüne Galaxy S6 edge) sagten mir zwar auch sehr zu, in der Praxis machte das Gerät eine insgesamt gute Figur. Ebenso wie die 16 MP-Kamera, deren (leider) standardmäßig eingeschalteter HDR-Modus durchaus ansehnliche, wenn auch etwas zu farbenfrohe Bilder knipst.

Pferdefuß: Die Glasrückseite ist mir jedoch beim Galaxy S6 wie auch beim S6 edge etwas zu glatt (ich weiß, das hat Glas so an sich) geraten und das südkoreanische Flaggschiff rutscht so gerne mal von diversen glatten Flächen, wenn eine Unebenheit vorliegt oder ein Ladegerät auch nur leicht an ihm zieht. Das Galaxy S6 edge an sich sieht zwar elegant aus, ich persönliche empfinde die abgerundeten Bildschirmkanten jedoch als unpraktisch. Zudem könnte für meinen Geschmack der Bildschirm etwas größer sein. Das zu dem Fakt, dass ich ständig davor Angst hätte, das mir das Gerät aus der Hand fällt oder von zu glatten Oberflächen rutscht (was in der Tat auch mehrmals passierte). Damit erhält das Samsung Galaxy S6 eine Absage von mir -- auch wenn es sich per se um ein Top-Gerät handelt.

HTC One M9: Bilderrahmen

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Ebenso durfte ich das HTC One M9 mehrere Wochen begutachten, hatte aber aufgrund der dicken Bildschirmränder eher das Gefühl einen 5-Zoll-Bilderrahmen mit Hochkantformat in Händen zu halten als ein Smartphone. Weiter machte die Software des Öfteren Probleme, als leidenschaftlicher Gelegenheits-Knipser enttäuschte mich die 20-MP-Kamera ohne optischen Bildstabilisator und konnte selbst gegen das mittlerweile zwei Jahre alte LG G2 nicht mithalten. Die Kamera-Software verschlechterte das Urteil eher mehr als es zu verbessern; rudimentäre Funktionen (per Update wurde immerhin ein RAW-Modus nachgeliefert), beim Aufnehmen von Selfies mit dem automatisch eingeschalteten Beauty-Modus zieht das Bild sehr stark nach, „HDR“-Aufnahmen benötigen mehrere Sekunden.

Ganz zu schweigen davon, dass das Gerät für meinen Geschmack aufgrund des eingesetzten Snapdragon 810 von Qualcomm unangenehm warm wurde, das Display auch in Sachen Leuchtkraft und Farben nicht so beeindruckend war, wie man es von einem Flaggschiff erwarten würde. Als Lichtblick ist die solide Verarbeitung zu nennen – die Farbakzente des Gehäuses sind aber ehrlich gesagt auch nicht so meins. Also ist auch das diesjährige HTC-Flaggschiff nichts für mich -- immerhin: bereits in der zweiten Jahreshälfte soll indes unter neuer Unternehmensführung ein verbesserter Nachfolger veröffentlicht werden. Ich bin gespannt.

Mehr zum Gerät im HTC One M9-Test.

OnePlus 2: High-End-Smartphone mit Abzügen

Zum mutmaßlichen kommenden High-End-Gerät in der finanziellen Mittelklasse: Das OnePlus 2 ist zwar durchaus spannend, vor allem weil das kleine Start-Up (hinter dem OPPO als Geldgeber steckt) bewiesen hat, dass ein High-End-Smartphone nicht 600 Euro kosten muss, wenn keine Marketing-Maschinerie, sondern lediglich Mundpropaganda für die Verbreitung eines Geräts sorgen. Und der Nachfolger? Das OnePlus 2 bekommen wir bereits im Juli zu Gesicht. Als sicher gilt, dass es preislich etwas höher liegen wird, der Einsatz des Qualcomm Snapdragon 810 in der Version 2.1, der nicht mehr ganz so heiß laufen soll, wurde bereits vom Hersteller bestätigt.

Auch von der Haptik des Nachfolgers des selbsternannten Flaggschiff-Killers verspreche ich mir viel, bei der Hardware wird sich OnePlus vermutlich auch nichts Negatives nachsagen lassen können. Nichtsdestotrotz vermute ich, dass man gegenüber dem Samsung Galaxy S6 (edge) sowie LG G4 mit kleineren Abstrichen (vor allem bei der Kamera) rechnen muss. Hard- und Software werden sich zwar durchaus im High-End-Sektor ansiedeln, aber nicht das Nonplusultra sein. Auch, wenn das nicht wirklich aus Ausschlusskriterium gilt, werde ich mein nächstes Smartphone über eine Vertragsverlängerung beziehen, daher fällt mir eine Absage des OnePlus 2 noch leichter, als sie es sonst würde.

Übrigens habe ich auch das Huawei P8 ausprobieren dürfen – das hat es mir aufgrund doch der sehr undurchdachten und stark angepassten Android-Benutzeroberfläche überhaupt nicht angetan. Auch die Kompatibilitätsprobleme mit Apps aufgrund der verbauten Hardware machten das nicht besser.

LG G4: Das Gesamtpaket stimmt (mehr als bei anderen)

LG G4 Unboxing

Mich spricht das LG G4 in den drei wichtigsten Punkten an: Software, Hardware, Design. Angefangen bei der Software, die mir bis jetzt am besten gefallen hat. Ich bin ein Freund von der minimalistischen, aber farbenfrohen Benutzeroberfläche, außerdem bietet LG bei der Standardsoftware viele Individualisierungsmöglichkeiten. Die Bedienung ist intuitiv, alles scheint wie aus einem Guss. Beim Geräte-Design macht LG dieses Jahr – im Gegensatz zu letztem Jahr – vielen Herstellern etwas vor. Zwar hat der koreanische Konzern sich dazu entschlossen, im Großen und Ganzen nicht viel an der Smartphone-Optik zu ändern, setzt jedoch mit den Lederrückseiten sowie dem leicht in der Querachse gebogenen Smartphone genug Akzente. Vor allem die rote Leder-Version hat es mir sehr angetan, wenngleich das Muster der Vorderseite bei allen Farbvarianten etwas hübscher sein könnte.

Eine Mischung aus gutem Design und Hardware ist das Gehäuse-zu-Bildschirm-Verhältnis, das zwar nicht mehr so gut ist wie beim LG G2, das ich derzeit besitze, jedoch besser als bei einigen anderen Herstellern. So hält man zwar ein 5,5 Zoll-Gerät in der Hand, es wirkt jedoch eher, als wären es, rein von der Gerätegröße her, 5,0 bis 5,2 Zoll. Hardwaretechnisch mag manch einer von der Entscheidung seitens LGs den Snpadragon 808 eingesetzt zu haben, enttäuscht sein – ich bin es nicht. Der Sechskern-Prozessor bietet eine ausreichende Leistung (und das wird auch die nächsten zwei Jahre so bleiben) für aktuelle Aufgaben wie auch Spiele und tendiert außerdem nicht so heiß zu laufen, zudem ist das Qualcomm-SoC ebenso 64-Bit-fähig. Die 3 GB Arbeitsspeicher sind vollkommen ausreichend und der 32 GB große interne Speicher lässt sich mit einer micro-SD-Karte erweitern (wenn ich auch zugegebenermaßen zu einem 64- oder 128-GB-Modell gegriffen hätte). Die 16 MP-Kamera verrichtet sehr gute Dienste und kann es mit der des Samsung Galaxy S6 vom ersten Eindruck her aufnehmen – in manchen Situationen ist das Samsung- in manchen eben das LG-Flaggschiff Bildknips-technisch mit der Nasenspitze vorne.

LG hat außerdem auch seine älteren Geräte relativ zeitnah mit Software-Aktualisierungen versorgt, sodass man sich auch nicht darum sorgen muss, dass bei Nachfolger-Modellen die alten Geräte komplett in Vergessenheit geraten, solange sie die Halbwertzeit von zwei Jahren nicht erreicht haben. Im Juli werde ich vermutlich mein LG G4 mit einer roten Lederrückseite kaufen und mich über die (für mich) perfekte Mischung aus Optik, Performance und eine mir sehr zusagende Benutzeroberfläche freuen -- wie gesagt: Bei diesem Gerät stimmt für mich das Gesamtpaket.

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