Unter dem Schlagwort „Quantum IPS“ verspricht LG nicht weniger als eine kleine Display-Offenbarung: Mehr Schärfe, mehr Farbechtheit, stabilere Blickwinkel und vor allem einen deutlich geringeren Stromverbrauch soll das 5,5 Zoll-Panel mit der hohen Auflösung von 2.560 mal 1.440 Bildpunkten und einer Pixeldichte von 538 ppi garantieren. Tatsächlich ist das Panel des G4 wenigstens im Vergleich zum Vorgänger auch ein deutlicher Schritt nach vorne – wer nun aber hofft, dass LG mit dem Quantum Display „alles ändert“, irrt. Beim erstmaligen Betrachten des Screens des G4 stellt sich kein wirklicher Wow-Effekt ein, man wird nicht vom Hocker gehauen oder kommt zu dem Schluss, dass dieser Screen nun die Topmodell anderer Hersteller deutlich in den Schatten stellt. Vielleicht hätte LG und dem G4 hier etwas weniger Brüllen gut getan, ...

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... denn unterm Strich und für sich genommen ist der 5,5 Zoll-Screen ziemlich überzeugend: Er ist knackscharf, er bietet recht stabile Blickwinkel, er stellt Weiß weiß und ohne etwaige Stiche dar und im Gegensatz zum Galaxy S6 beispielsweise kommt er ohne die S-AMOLED-üblichen übertrieben intensiven Farben aus, sondern zeichnet ein dezenteres, realistischeres Bild. Insofern ist das Display des G4 tatsächlich eines der besten – nur eben nicht das Beste.

Denn insgesamt strahlt das Smartphone ein „Quäntchen“ zu dunkel – auch wenn dankbarer Weise ein Hochkontrast-Modus für die Nutzung in der Sommersonne an Bord ist, der sich auch zuverlässig und effektiv aktiviert, sobald die es um das G4 herum zu hell wird. Im direkten Vergleich mit dem Samsung Galaxy S6 aber, wird deutlich, dass das IPS-Panel in Sachen Brillanz und Strahlkraft nicht mit dem Super AMOLED-Screen des koreanischen Wettbewerbers mithalten kann und auch hinsichtlich der Blickwinkel nicht ganz dessen Stabilität erreicht.

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Hardware und Performance: ruhig Blut

Die Problematik um Qualcomms Snapdragon 810-Chipsatz dürfte inzwischen allgemein bekannt sein; für alle, die das Drama um das achtkernigen SoC nicht mitbekommen haben, die Kurzversion: Auch wenn Qualcomm leugnet und implizit gar von einem bösen PR-Stunt Samsungs fabuliert, hat der 810er ein gewaltiges Hitzeproblem — das speziell LG beim G Flex 2 bereits zu spüren bekam. Ergebnis: Beim G4 setzen die Koreaner daher prophylaktisch auf den nominell schwächeren Snapdragon 808, der mit sechs statt acht Rechenkernen ausgestattet ist und mit 1,8 GHz taktet, vor allem aber lediglich von der Adreno 418-GPU bei der Grafikberechnung unterstützt wird.

Und das schlägt sich leider in der messbaren Performance nieder: Mit 46.000 Punkten im AnTuTu-Benchmark reißt das G4 nach 2015er-Standard keine Bäume aus und wird wenigstens im Vergleich der synthetischen Ergebnisse von einem Galaxy S6, ja gar dem HTC One M9 locker abgehängt. Dafür bleibt es kühl. Und im Alltag führt diese nominelle „Untermotorisierung“ selbst bei anspruchsvollen Spielen nicht etwa dazu, dass das G4 lahmt oder stottert – für das, was aktuell an Apps und Anwendungsszenarien im mobilen Kosmos herumschwebt, reicht die Power des 808 aus. Da spätestens mit dem jüngsten Update auf die Software-Version V10b auch sämtliche Mikroruckler und Lags aus dem UI verbannt wurden, kann festgehalten werden, dass das G4 mit dem Snapdragon 808 und 3 GB RAM auch für anspruchsvolle Nutzer ausreichend motorisiert ist.

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Allein werden Leistungsfanatiker das mangelnde Zukunftspotenzial, das das G4 in dieser Hinsicht leider plagt, zu Recht beklagen. Und es stellt sich die Frage, ob ein 550 Euro-Gerät überhaupt mit einem Chipsatz auf dem Performance-Niveau von 2014 ausgestattet sein darf.

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Die technischen Daten des LG G4 im Überblick

Bildschirm 5,5 Zoll Quantum-Display mit WQHD-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel), 534 ppi
Prozessor Snapdragon 808 Hexa Core (64 Bit)
GPU Adreno 418
Arbeitsspeicher 3 GB LPDDR3
Datenspeicher 32 GB (mittels microSD-Karte erweiterbar)
Hauptkamera 16 MP mit OIS 2.0 und f/1,8-Blende
Frontkamera 8 MP f/2.0-Blende
Akku 3.000 mAh (wechselbar)
Konnektivität Bluetooth 4.1, NFC, WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, GPS, X10 LTE
Maße 148,9 x 76,1 x 6,3 – 9,8 Millimeter
Gewicht 155 Gramm
Betriebssystem Android 5.1 Lollipop mit LG UX 4.0
Farben Metallic-Silber, Metallic-Gold, Keramik-Weiß; Naturleder: Schwarz, Braun, Rot, Himmelblau, Gelb

Für manchen gleicht der vorhandene microSD-Kartenslot das Leistungsdefizit unter Umständen aus: Wo inzwischen selbst Samsung auf den eigentlich traditionell vorhandenen Einschub für Speicherkarten verzichtet, kann die Fähigkeit des G4, den internen Speicher durch externe Karten von 32 GB um bis zu 128 GB zu erweitern, ein fetter Pluspunkt sein – zumal wenn man die Fähigkeiten der Kamera und die daraus möglicherweise resultierende Masse an Film- und Fotoaufnahmen (Stichwort: RAW-Format) bedenkt, die schließlich irgendwo gehortet werden wollen. Womit wir schon beim nächsten Punkt wären ...

 

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