Heute mag zwar der 1. April sein, doch LG dürfte wenig Grund zum Lachen haben. Denn das neue LG G5 hat mit einer Reihe von Negativmeldungen zu kämpfen. Unter anderem werden Verarbeitungsmängel beim „Magic Slot“ kritisiert, darüber hinaus soll das neue Spitzenmodell in Wahrheit gar kein echtes Metallgehäuse besitzen. 

Während wir von GIGA ANDROID noch geduldig auf unser Testgerät warten, hatten die US-Kollegen von Android Police bereits die Möglichkeit, das LG G5 unter die Lupe zu nehmen. Dass der Artikel die Überschrift „Ein bisschen chaotisch, um ehrlich zu sein“ trägt, sollte bereits einen ersten Hinweis auf das durchwachsene Ergebnis liefern. Wir wollen den Test nicht vorwegnehmen, der interessante Einblicke liefert und auf jeden Fall lesenswert ist, sondern uns auf einen bestimmten Aspekt konzentrieren: der Verarbeitungsqualität des Magic Slots. Die soll nämlich alles andere als gut sein. Konkret wird der Verschluss kritisiert, da die Module offenbar nicht bündig mit dem Rest des Geräts abschließen. Besonders schade: Laut Android Police soll diese „Lücke“ bei jedem LG G5 auftreten. Die Größe mag zwar variieren, grundsätzlich sei sie aber überall zu finden.

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Die kleine Öffnung soll sich, mehr oder minder, bei jedem LG G5 finden lassen. (Bildquelle: Android Police)

LG G5: Geflunkert beim Metallgehäuse?

Als wenn das noch nicht genug wäre, hat sich der bekannte YouTuber JerryRigEverything das LG G5 zu Brust genommen und in einem Teardown herausgefunden, aus welchen Bestandteilen das Smartphone-Flaggschiff konkret besteht. Die gute Nachricht zuerst: Im Gegensatz zu Konkurrenzmodellen dürfte das LG G5 relativ leicht zu reparieren sein, da der Hersteller größtenteils darauf verzichtet, die Komponenten zu verkleben. Die weniger erfreuliche Nachricht folgt aber auf dem Fuße: Das von LG beworbene Unibody-Gehäuse aus Metall entspricht womöglich nicht ganz der Wahrheit. Zwar ist das Gehäuse tatsächlich aus Aluminium gefertigt, wurde aber von LG mit einer Kunststoffschicht überzogen – eine übrigens, die sich mit einem Messer auch relativ leicht abkratzen lässt, wie das Video unten bezeugt.

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LG: Aufstieg und Fall der G-Smartphones

Hat LG nun gelogen, besitzt das LG G5 in Wahrheit gar kein metallenes Unibody-Gehäuse? Die Antwort auf diese Frage ist etwas kompliziert. Selbst wenn die Aussagen von JerryRigEverything wahr sind, besitzt das LG G5 der Definition nach dennoch ein Metallgehäuse – das Metall wurde bloß mit Kunststoff überzogen. Jedoch suggeriert der Begriff „Metallgehäuse“ etwas edles, eine hochwertige Haptik – und das kann ein Überzog aus Kunststoff nun einmal nicht liefern.

Exakt die Stelle „abgekratzt“, wo sich die Antenne befindet

Möglicherweise liegt die Wahrheit aber in der Mitte: LG selbst hat sich gegenüber Android Authority geäußert und darauf hingewiesen, dass die Antenne des Geräts in das Gehäuse integriert ist. Tatsächlich waren wir beim ersten Hands-On des LG G5 ebenfalls darüber erstaunt, dass das Smartphone keine der üblichen „Antennen-Streifen“ besitzt. Unter Umständen hat JerryRigEverything im Video also versehentlich exakt die Stelle „abgekratzt“, wo sich die Antenne befindet. Tatsächlich reagieren andere Stellen auf der Rückseite nämlich weniger empfindlich auf die Messerbehandlung des YouTubers und offenbaren relativ schnell das Metall unter der Farbe.

Die Moral von der Geschicht? Zumindest ein „klassisches“ Metallgehäuse besitzt das LG G5 offenbar nicht. Inwieweit das ein Kritikpunkt am Gerät ist, muss jeder Käufer für sich selbst entscheiden.

Quellen: Android Police, Android Authority

 

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