LG G6 ohne „Friends“: Das Konzept der Modularität ist gescheitert

Rafael Thiel

Mit dem LG G5 wagte der Hersteller ein Experiment, das angesichts der ausbleibenden Resonanz auch nur als solches in Erinnerung bleiben wird. Offenbar sieht LG bei der nächsten Generation von der Modularität ab und plant wieder ein herkömmliches Smartphone. Das LG G6 wird voraussichtlich im Frühjahr 2017 erscheinen.

Es gibt manchmal solche Produkte, die sogar innerhalb des Herstellers binnen kürzester Zeit in Vergessenheit geraten werden. Dazu dürfte das LG G5 zählen, das schlicht und ergreifend hinter den Erwartungen zurück blieb. Der an sich vielversprechende Ansatz eines modularen Aufbaus ging vollends nach hinten los und konnte weder Fachpresse noch Kundschaft überzeugen. Das hängt dabei weniger mit der Modularität als solcher zusammen, sondern vielmehr an der Umsetzung. Um es auf den Punkt zu bringen: Das LG G5 (Test) war qualitativ kein gutes Produkt – zahlreiche Nutzerberichte zeugen davon.

Doch die Smartphone-Welt ist schnelllebig. Ein Misserfolg hält nur bis zur nächsten Produktvorstellung an und so setzt LG alles daran, mit der nächsten Generation alles richtig zu machen. Das bedeutet einem Bericht aus Südkorea zufolge auch, dass das LG G6 keine „Friends“ mehr haben wird, wie die ergänzenden Module des G5 genannt werden. Der 2016 gefasste Plan, eine Großoffensive zu starten und mit einem modularen Konzept ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt zu schaffen, ist anscheinend Geschichte. Es gilt den Schaden zu begrenzen und wieder einen Verkaufserfolg zu erzielen.

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LG: Aufstieg und Fall der G-Smartphones

Das LG G6 muss erfolgreich sein

Dass LG dazu in der Lage ist, zeigt die Vergangenheit: Sowohl das G2 als auch das G3 erfreuten sich vergleichsweise hoher Beliebtheit und verkauften sich dementsprechend gut. Das G4 sorgte dann für eine seichte Talfahrt, die mit dem G5 aber enorm an Fahrt aufnahm und das anstehende G6 nun unter Erfolgsdruck setzt. Denn falls das nächste Flaggschiff-Smartphone nicht überzeugt, könnte LG dasselbe Schicksal wie HTC erleiden – die Taiwaner genossen einst ebenso den Ruf, auf Augenhöhe mit Branchenprimus Samsung zu agieren, verspielten diesen jedoch durch fragwürdige Produktentscheidungen und spielen mittlerweile nur noch eine untergeordnete Rolle auf dem Smartphone-Markt.

Quelle: ETNews via GSM Arena

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