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LG G6: Trotz Rückseite aus Glas ohne kabellose Ladefunktion in Deutschland

Während die LED-Benachrichtigungsleuchte bei allen Modellen des LG G6 fehlt, gibt es je nach Land und Region unterschiedliche Ausstattungen. Das darf bei einem Flaggschiff-Smartphone, das in der unverbindlichen Preisempfehlung 749 Euro kostet, nicht sein. LG Mobile bevormundet die deutschen Kunden einfach. Das G6 besitzt zwar eine Rückseite aus Glas, die Wireless-Charging-Funktion wurde hierzulande aber wegrationiert. Gleiches gilt für besseren Klang durch 32-bit Quad DAC – auch dieser ist nicht in deutschen LG-G6-Smartphones enthalten.

Doch das sind nur die Unterschiede zwischen den LG-G6-Modellen. Im Vergleich zum direkten Konkurrenten Galaxy S8 fehlt es noch an mehr. Der interne Speicher beläuft sich nur auf 32 GB, wovon 22,18 GB zur Verfügung stehen. Es handelt sich um UFS-2.0-Speicher, während Samsung auf UFS 2.1 setzt – zumindest offiziell. Samsung verbaut neben einem Fingerabdruckscanner einen Iris-Scanner und den aktuellen Snapdragon-835-Prozessor von Qualcomm. Im LG G6 arbeitet „nur“ der Snapdragon 821. Ob sich dieser Faktor negativ auf die Leistung des Smartphones auswirkt, verraten wir euch im Performance-Test.

LG G6 ist wasser- und staubdicht

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Wasser und Staub können dem LG G6 nichts anhaben

Endlich im Regen Fotos machen, unter der Dusche WhatsApp nutzen oder beim Schwimmen Videos drehen: das alles geht jetzt auch mit dem LG G6. LG Mobile hat dem Smartphone nämlich eine IP68-Zertifizierung spendiert, die das Eintauchen unter Wasser bei bis zu 1,5 Meter Tiefe für maximal 30 Minuten erlaubt. Das reicht aus, um das Smartphone in jeder Lebenslage zu verwenden.

LG geht aber noch weiter und hat das G6 nach der US-amerikanischen Militärnorm MIL-STD-810G testen lassen. Damit ist das Smartphone trotz des Einsatzes von Glas auf der Rückseite und Front relativ stoßfest.

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LG G6 mit USB Typ C und einem Lautsprecher

Trotz der wasserdichten Eigenschaften hat LG Mobile beim G6, wie viele andere Hersteller auch, auf Abdeckungen für die Öffnung des USB-Typ-C-Ports und des Kopfhöreranschlusses verzichtet. Alles ist direkt erreichbar und die Ränder sind durch eine dünne Ummantelung aus Kunststoff abgeschirmt, sodass keine Interferenzen beim Anschluss von Kopfhörern entstehen. Der Einsatz von hochwertigen Bluetooth-Kopfhörer funktioniert natürlich ebenfalls gut:

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LG G6 verzichtet nicht auf den Kopfhöreranschluss

Der Powerbutton befindet sich im Fingerabdruckscanner auf der Rückseite. Auf der linken Seite des Smartphones sind die Tasten für die Lautstärkeregelung untergebracht. Diese bestehen aus Metall und besitzen einen hervorragenden Druckpunkt.

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Der Übergang ist LG beim G6 nicht ganz gelungen

Auf der rechten Seite befindet sich der Schlitten für die SIM- und microSD-Karte. Bei unserem Testgerät ist der Abschluss nicht plan mit dem Gehäuse. Der Schlitten lässt sich etwas zu tief ins Gehäuse eindrücken, sodass ein unschöner Übergang entsteht. Bis auf diesen kleinen Makel ist das LG G6 hervorragend verarbeitet.

Der Lautsprecher befindet sich an der Unterseite neben dem USB-Typ-C-Anschluss. Der Klang ist gut und die Lautstärke relativ hoch. Die Position an sich aber nicht perfekt – denn wenn man den Lautsprecher überdeckt, dann hört man nichts mehr. Stereolautsprecher gibt es beim LG G6 nämlich nicht.

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Telefonie, WLAN, LTE und Bluetooth: Sende- und Empfangsleistung

Ich kann mich noch ganz genau an die ersten Stunden mit dem LG G6 erinnern. Nach der Einrichtung des Smartphones und der Installation vieler Apps konnte ich mich plötzlich mit keinem WLAN mehr verbinden. Egal, was ich versucht habe, die Kommunikation mit der Fritz.box wollte partout nicht klappen. Ich dachte schon, dass das LG G6 kaputt sei.

Erst nachdem ich die Reichweite meines WLANs verlassen habe und dann wieder in den Empfangsbereich kam, konnte die Verbindung aufgebaut werden. Ein kurioser Fehler, der seitdem zwei bis drei Mal erneut aufgetreten ist. Eine konkrete Lösung für das Problem hab ich bis heute nicht gefunden, da es keinen sichtbaren Auslöser für die fehlerhafte Kommunikation gab.

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Mit einem anderen Smartphone hätte ich hier LTE-Empfang im O2-Netz

Insgesamt war die Empfangsqualität im Vergleich zum OnePlus 3 im LTE-Netz von o2 und UMTS-Netz der Telekom durchschnittlich. Während ich beim OnePlus 3 an bestimmten Punkten guten LTE-Empfang hatte, konnte das LG G6 nur per HSPA+ kommunizieren. Bei der Navigation auf der Autobahn mit Google Maps war der Empfang aber stets vorhanden und die Funktion somit ohne Probleme auch bei höheren Geschwindigkeiten nutzbar.

Die Gesprächsqualität per „WiFi Calling“ ist gut, aber nicht herausragend. Das Gegenüber hat mich zwar verstanden, doch die Qualität schwankte sehr. Über das LTE- und UMTS-Netz funktionierte das Telefonieren sehr gut, die Gesprächsqualität ist ebenfalls akzeptabel. Die Mikrofone filtern Störgeräusche gut heraus, wird es in der Umgebung aber zu laut oder der Wind zu stark, dann wird die Gesprächsqualität auch deutlich schlechter.

Die Kommunikation per Bluetooth mit einem Lautsprecher und dem Auto klappte auf Anhieb. Unterbrechungen oder Probleme sind nicht aufgefallen.

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