Meizu M1 Note Test - Das iPhone 6C Plus aus China

Christof Wallner

Meizu zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten Smartphone-Herstellern Chinas. Zu den neuesten Smartphones des Herstellers zählt das Meizu M1 Note, das vor allem mit einem sehr günstigen Preis von rund 230€ punkten soll. Dafür bekommt man zumindest aus technischer Sicht ein gutes Smartphone. In Kürze sollte das Meizu M1 Note auch den offiziellen Weg nach Europa finden, während es momentan nur über diverse China-Shops, eBay aber auch über Amazon (zum Angebot*) für einen Preis von rund 235€ bestellt werden kann. In den letzten Wochen haben wir getestet, was das Smartphone kann und zeigen euch im Meizu M1 Note Test, ob es seinen Preis wert ist, und ob sich der Kauf bzw. Import überhaupt lohnt.

Hardware & Design

Meizu M1 Note Test-11

Vom Design ist das iPhone Meizu M1 Note einfach zu beschreiben. Es sieht aus wie ein großes iPhone 5C - quasi ein iPhone 6C Plus und so wurde es auch von vielen Leuten erkannt. Die Rückseite besteht aus einem Glossy Kunststoff in verschiedenen Farben - in unserem M1 Note Test hatten wir das Smartphone in Grün. Dafür ist es zumindest auffallend, nur leider nicht hochwertig. Der Kunststoff wirkt nicht gerade solide und ist zudem sehr rutschig, sodass das Gerät nicht immer sicher in der Hand liegt. Der nächste Nachteil ist die Schmutzempfindlichkeit, denn Fingerabdrücke werden richtig angezogen. Gleiches gilt für feine Kratzer vom Einstecken in die Hose, Hinlegen auf Tischen und Sonstiges.

Meizu M1 Note Test-1

Trotz des 5,5 Zoll großen Displays und der nicht ganz so schlanken Bauweise liegt das Meizu M1 Note gut in der Hand. Das liegt vor allem an den abgerundeten Kanten.

Meizu M1 Note Test-3

Als wichtigsten Anschluss findet man auf der Unterseite einen Micro-US-Port. Gleich daneben findet man links ein Mikrofon und rechts einen Lautsprecher mit mittlerer Soundqualität. Bei einem so günstigen Gerät darf man sich allerdings auch nicht all zu viel erwarten und dementsprechend passt hier die Leistung zum Preis. Auf der Oberseite befindet sich der Audio-Anschluss, ein weiteres Mikrofon und der Stand-by Button. Auf der Rückseite gibt es lediglich die 13 Megapixel Kamera und einen Dual-LED Blitz. Vorne zeigt sich beim Meizu M1 Note das 5,5 Zoll große Display, eine 5 Megapixel Kamera, der Lautsprecher zum Telefonieren und unter dem Display ein kapazitiver Button der als Kreis zu erkennen ist und gleichzeitig als Benachrichtigungsleuchte dient. Eine Taste für zurück oder Multitasking gibt es nicht.

Meizu M1 Note Test-2

Natürlich dürfen die Tasten für die Lautstärkeregelung auf der rechten Seite und der Dual-SIM-Karten Slot auf der linken Seite nicht fehlen. Leider gab es mit den Tasten bei der Benutzung im täglichen Gebrauch leichte Probleme. So sitzt die Stand-by Taste auf der Oberseite bei einem so großen Gerät sehr ungünstig und ist zudem leicht schwammig. Das Meizu lässt sich dabei zwar mit der Double-Tap Funktion aufwachen. Beim Sperren kann es vorkommen, dass man mit einer Hand umgreifen muss und so des Öfteren auch auf die Lautstärke Taste gleichzeitig drückt. Durch das ungewollte Betätigen dieser zwei Tasten nimmt man einen Screenshot auf und so passierte es bei unserem Meizu M1 Note Test, dass wir innerhalb einer Woche 17 ungewollte Screenshots aufgenommen haben. Eine wesentlich bessere Position wäre hier die Position des Sim-Slots gewesen. Leider steht hier auch das SIM-Tray leicht heraus und kann minimal bewegt werden, sodass man den Eindruck hat, hier wäre eine schlecht verbaute Taste. Zumindest hat man beim SIM-Tray die Möglichkeit zwei SIM-Karten einzulegen. Beim SIM-Slot 1 können Micro-SIM-Karten bis 4G eingelegt und genutzt werden, während der SIM-Slot 2 nur 2G Micro-SIM-Karten unterstützt. Einen microSD-Slot sucht man leider vergebens, sodass man den internen Speicher nicht erweitern kann.

Beim Empfang hatten wir sowohl beim 4G-Netz als auch bei Wifi und GPS keine Probleme. Unterstützt wird dabei Wifi mit dem Standard a/b/g und n, sowie Bluetooth 4.0 und bei unserem Testgerät LTE Cat. 4 mit 1800 / 2100Mhz.

Die Gesprächsqualität war teilweise nur bescheiden. Während der Lautsprechfunktion etwas lauter sein könnten, hatten wir auch teilweise kurze Gesprächsabbrüche, wo wir mit anderen Geräten kein Problem hatten.

Display

Meizu M1 Note Test-8

Als überraschend gut zeigte sich im Test das Display. Hier verwendet Meizu ein 5,5 Zoll großes IGZO-Panel mit Full-HD Auflösung. Dieses bietet für den Preis eine sehr gute Helligkeit, eine gute Farbwiedergabe und hohe Kontraste. Zusätzlich lässt sich über die Einstellungen nochmals die Farbtemperatur nach belieben anpassen.

Meizu M1 Note Test-14

Geschützt wird das Display dabei von einem Gorilla Glas 3, was in Anbetracht des Preises gut ist. Der Touchscreen reagiert erfreulicherweise auch so, wie er es sollte, und erkennt Berührungen fast immer wie gewünscht. Lediglich wenn das Display im Stand-by ist und man das Meizu M1 Note über die Double-Tap to wake up Funktion aufwecken möchte, kam es oft vor, dass wir bis zu 10-mal auf das Display „tippen“ mussten, bis es schließlich und endlich aufgeweckt wurde. Aufgrund der schlechten Positionierung des Stand-by Button muss hier Meizu unbedingt noch nachbessern.

Performance

Meizu M1 Note Test-16

Wie in vielen günstigen Smartphones arbeitet im Meizu ein MediaTek-Prozessor. Dass das aber nichts Schlechtes heißen muss, wissen wir bereits von anderen Geräten. MediaTek hat vor allem im letzten Jahr stark nachgeholt und kann so locker mit einem Qualcomm Snapdragon 801 Prozessor mithalten. So auch das Meizu M1 Note, bei dem der MediaTek MT6752 und die Mali T760 GPU in Verbindung mit 2GB Arbeitsspeicher zum Einsatz kommen. Dieser Octa-Core Prozessor unterstützt unter anderem 64-Bit - das aktuelle Flyme OS basieren aber noch auf Android 4.4.4 KitKat.

In Summe zeigt sich die Performance des M1 Note im Test aber gut und mehr als ausreichend. So konnten wir verschiedenste High-End Games ohne Probleme und starker Hitzeentwicklung spielen und auch bei Benchmarks zeigt sich das Meizu als gut. Mit dem Galaxy S6 kann es aber freilich nicht mithalten, wie die folgende Tabelle zeigt:

Meizu M1 Note Huawei Ascend Mate 7 Galaxy S6 Honor 6
Quadrant Standard Benchmark 15063 11229 36091 11742
Antutu 40574 42348 67022 41088
SunSpider 950,9ms 612,3ms 1075,0ms 730,0ms
Peacekeeper: 924 1308 1066 1316

Akku

Positiv aufgefallen ist der Akku des Meizu M1 Note. Verbaut wurde ein 3140mAh großer Akku und in Verbindung mit dem Strom sparenden IGZO-Display erreichten wir im Test gute Werte. So kommt man auch als Heavy-User locker über den Tag, während man bei mittlerer Nutzung auch über zwei Tage kommen kann.

Demnach kann sich das Meizu M1 Note durchaus sehen lassen und lässt viele High-End Smartphones hinter sich.

Kamera

Meizu M1 Note Test-12

Bei der Kamera setzt Meizu auf einen 13 Megapixel Sensor auf der Rückseite und einen 5 Megapixel Sensor an der Front. Die Bildqualität der Kameras ist dabei mittelmäßig. Sofern man etwas Zeit und eine ruhige Hand hat, können sich die Schnappschüsse bei guten Lichtverhältnissen sehen lassen. Ansonsten dauert die Fokussierung von Objekten relativ lange. Auch beim Start der Kamera dauerte es teilweise rund 2 - 3 Sekunden, bis die Kamera den Fokus richtig setzt. Die Bildqualität der vorderen Kamera ist bei guten Lichtverhältnissen in Ordnung. Sobald es aber etwas dunkler wird, wird auch die Qualität entsprechend schlechter, wie man in den Testfotos unten sehen kann.

Meizu M1 Note Test-13

Das Kamera-Menü selbst wirkt recht aufgeräumt. Mittels eins Wisches am Sucher, kann man so z.B. zwischen AUTO, Manuell, Zeitlupe (480P), Schönheiten, Panorama, Lichtfeld, Suchen (Barcode-Scanner) auswählen. Ansonsten kann man über die Einstellungen z.B. HDR aktivieren oder die Video- und Fotogröße verändert werden. Dabei können 13 Megapixel Fotos im 4:3 Format und 9 Megapixel im 16:9 Format aufgenommen werden, während Videos mit max. 1080p aufgenommen werden.

Software

Meizu M1 Note Test-7

Meizu setzt auf ein eigenes Betriebssystem, basierend auf Android 4.4.4. So findet man am Meizu M1 Note das Flyme OS in der Version 4.2 vor. Die Oberfläche wirkt auf den ersten Blick sehr freundlich und Icons sowie Menüs werden schön dargestellt. Überraschenderweise gibt es sogar „Deutsch“ als Sprache, wobei dies mit Vorsicht zu genießen ist, da nicht alles perfekt und korrekt übersetzt wurde.

Wie bei den Chinesen so üblich wird beim Fylme OS auf einen App-Drawer verzichtet, was für viele bereits ein KO-Kriterium ist. Die Installation eines anderen Launchers aus dem Play-Store kann hier aber Abhilfe verschaffen. Dennoch ist hier auffallend, dass es nicht die üblichen On-Screen-Tasten gibt. So findet man lediglich die Zurück-Taste in den meisten Menüs wieder. Wer zu den geöffneten Apps möchte, muss vom unteren Rand nach oben wischen, um diese zu zeigen. Leider zeigt sich der Zurück-Button auch nicht kontinuierlich, dass man hin und wieder Apps komplett schließen und wieder öffnen muss, um an einen gewünschten Punkt zu kommen.

Auch bei den Schnelleinstellungen stellt sich uns die Frage, warum hier beispielsweise kein Shortcut für die normalen Einstellungen vorhanden ist. Im Einstellungsmenü selbst werden vorne recht prominent Icons dargestellt und auf Wunsch kann hierzu mit einem Wisch der Menüname eingeblendet werden. Problem ist dabei, dass bei der deutschen Sprache viele Namen zu lange sind und man keine Möglichkeit hat diese ganz anzusehen und so teilweise raten muss, was gemeint ist.

Somit zeigt sich aktuell die Benutzeroberfläche des Meizu M1 im Test nicht gerade als überzeugend. Es gibt viele Kleinigkeiten die das Arbeiten im täglichen Gebrauch unnötig erschweren. Zudem kam es hin und wieder vor, dass Apps die wir aus dem Play-Store heruntergeladen haben, öfter abstürzten. Bei der Tastatur gibt es zudem den Fehler, dass der Cursor nach dem Verändern der Position nicht wieder versetzt werden kann und man die Tastatur aus und wieder einblenden muss.

Meizu M1 Note Testfazit

Im Test kann das Meizu M1 Note nur mäßig überzeugen. Es bietet zwar eine gute Performance, ein gutes Display und eine solide Laufzeit, doch die Verarbeitung, das rutschige Gehäuse, die durchschnittlichen Lautsprecher und die Software stören im Gesamtpaket. Bei einem Preis von rund 230€ sollte man sich überlegen ob man sich nicht lieber ein Moto G2 (Test) für weniger Geld oder beispielsweise für etwas mehr das Honor 6 (Test) oder in Kürze das Huawei P8 Lite holen sollte.

Meizu M1 Note
Befriedigend
72%
08/2016
Preis: 235€ Im Test überzeugt das Meizu M1 Note nur durch ein gutes Display, eine ordentliche Performance und gute Laufzeit. Bei der Verarbeitung, den Lautsprechern und der Software muss man aber Abstriche machen.
Vorteile- Display
- Performance
- Akku
- Preis
Nachteile- Verwendete Materialien
- Fest verbauter Akku
- Kein Micro-SD Slot
- Lautsprecher mäßig
- Gesprächsqualität mittel
- Software


Haptik / Verarbeitung 6 Display 8 Kamera 7 Batterie 8 Performance 8 Konnektivität 8 Software 6 Preis / Leistung 7

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