Es ist eine Wette auf die Zukunft: Der chinesische Versandhändler Alibaba steigt mit über einer halben Milliarde US-Dollar beim aufstrebenden Smartphone-Hersteller Meizu ein. Durch diese Minderheitsbeteiligung will der Online-Gigant das hauseigene mobile Betriebssystem Aliyun OS fördern.

 

Meizu MX4

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Meizu MX4

Was Amazon in der westlichen Welt ist, ist Alibaba in China. Der Versandhändler fährt einen umfassenden Expansionskurs und scheut nicht vor Investitionen zurück – denn an Liquidität mangelt es nicht. Nach dem erfolgreichen Börsengang vergangenen Herbst, folgte das umsatzstärkste Quartal der Unternehmensgeschichte. Der Umsatz betrug stolze 4,2 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von rund 40 Prozent entspricht. Allerdings schrumpfte die Gewinnspanne auf 964 Millionen US-Dollar. Dennoch mehr als genug, um für 590 Millionen US-Dollar bei Meizu einzusteigen.

Neben der Minderheitsbeteiligung am Smartphone-Hersteller, stellt der Versandhändler, der in China einen Marktanteil von 80 Prozent aufweist, auch seine Vertriebsstrukturen zur Verfügung. Dadurch will der Konzern die Verbreitung des eigenen mobilen Betriebssystems steigern. Es gibt zwar bereits Unternehmen, dazu gehört auch Meizu, die – unter anderem – auf Aliyun OS setzen, trotzdem liegt der Marktanteil des Android-Konkurrenten lediglich bei weniger als einem Prozent. Allerdings kann auch Meizu, deren aktuelles Flaggschiff Meizu MX4 auf Android setzt und weltweit vertrieben wird, nur knapp zwei Prozent des chinesischen Marktes für sich beanspruchen. Im vergangenen Quartal wurden zwei Millionen Einheiten an den Mann gebracht – bei geschätzten 389 Millionen Handyverkäufen im Jahr 2014. Im Reich der Mitte dominieren derzeit die einheimischen Unternehmen Xiaomi, Huawei und Lenovo sowie Apple und Samsung.

Das aktuelle Flaggschiff-Smartphone von Maizu kann man auch hierzulande ordern.
Das aktuelle Flaggschiff-Smartphone von Maizu kann man auch hierzulande ordern.

„Man könnte sagen, sie investieren 590 Millionen US-Dollar, um ein bisschen zu experimentieren und abzuwarten was passiert“, meinte Michael Clendenin, Direktor eines größeren Beratungsunternehmens in Shanghei, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters und gab zu bedenken, dass es ein durchaus „teures Experiment“ sei. Denn der Erfolg ist nicht garantiert, wie Amazon unlängst erfahren musste. Das Fire Phone, seinerseits ein Versuch im boomenden Mobilfunkmarkt Fuß zu fassen, floppte.

via Reuters und Wirtschafts Woche

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