Moto G5 im Test: Software, Performance und Kamera

Kaan Gürayer 6

Software à la Google Pixel

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Eine traditionelle Stärke der Moto-G-Serie war stets ihre Software und auch das Moto G5 macht hier keine Ausnahme. Hersteller Lenovo hat sich erfreulicherweise zurückgehalten und verzichtet sowohl auf eine eigene Benutzeroberfläche als auch auf Bloatware. Das auf dem Moto G5 vorinstallierte Android 7.0 kommt also ziemlich jungfräulich daher und punktet mit einem schnörkellosen Erscheinungsbild, das man sonst nur von Googles Pixel-Smartphones oder der Nexus-Reihe kennt.

Dazu gehört unter anderem der Launcher, der sich optisch am Pixel-Launcher orientiert und keinen App-Drawer-Button besitzt. Wer eine Übersicht aller seiner installierten Anwendungen aufrufen möchte, wischt wie beim Pixel und Pixel XL auf dem Homescreen von unten nach oben. Ganz links auf dem Startbildschirm befindet sich wie gewohnt Google Now und steht mit hilfreichen Informationen bereit.

Etwas Hand angelegt hat Lenovo bei der Software des Moto G5 dann aber doch – zum Glück sind alle Änderungen aber entweder positiver Natur oder wirken sich zumindest nicht negativ auf die Nutzung des Smartphones aus.

Eine Wallpaper-App ist zum Beispiel an Bord, mit der Besitzer des Moto G5 entweder ein täglich wechselndes Hintergrundbild einstellen oder selbst aus einer Vielzahl von Wallpapern auswählen können. Zusatzfeature mit Seltenheitswert: das Moto G5 besitzt ein UKW-Radio. Über eingesteckte Kopfhörer, die als Antenne dienen, kann der Nutzer also sein Lieblingsradio hören und muss nicht kostbares Datenvolumen für Radio-Streams opfern.

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Die Ersteinrichtung des Moto G5 klappt problemlos und innerhalb weniger Minuten steht ein Gerät bereit, dessen Bedienung selbst Smartphone-Neulinge ohne Mühe meistern. Für Poweruser hingegen, die sich etwas eingehender mit ihrem Moto G5 beschäftigen wollen, hat Lenovo die umfangreiche Moto-App prominent auf dem Homescreen platziert. Dort hat der chinesische Hersteller allerhand nützlicher Einstellungen verständlich aufgelistet. Von der Gestensteuerung über die praktische Navigation allein mithilfe des Fingerabdruckscanners bis hin zu übersichtlichen Benachrichtigungseinstellungen findet der versierte Nutzer hier alles, was sein Herz begehrt.

Flotte Performance im Alltag

Mehr noch als die Spitzenmodelle aus der Ober- und Mittelklasse sind Einsteiger-Smartphones auf Gedeih und Verderb ihrem Betriebssystem ausgeliefert. Geräte aus der unteren Preisklasse können nicht mit pfeilschnellen Prozessoren und einer üppigen RAM-Ausstattung dienen, die im Notfall Leistungseinbußen durch schlampig implementierte Software überdecken.

Glück für die Käufer des Moto G5, denn Android 7.0 Nougat kitzelt so ziemlich alles heraus, was der 1,4 GHz starke Snapdragon 430 mit seinen 8 Rechenkernen hergibt. In der Standardausführung besitzt das Moto G5 2 GB Arbeitsspeicher, zum Test hatten wir die erst seit Kurzem in Deutschland erhältliche Variante mit 3 GB RAM.

Der interne Speicher beläuft sich auf 16 GB, von denen nach Abzug des OS noch circa 10 GB dem Nutzer zur Verfügung stehen. Eine Erweiterungsmöglichkeit via SD-Karte ist gegeben. Schön: Trotz Dual-SIM-Slot muss sich der Nutzer nicht entscheiden, ob er zwei SIM-Karten verwendet oder den Speicher erweitert, denn der SD-Slot besitzt einen eigenen Schacht.

Moto G5: Technische Daten

Display 5 Zoll, 1.920 x 1.080 Pixel
Prozessor 1,4 GHz, Octa-Core, Snapdragon 430
Arbeitsspeicher 2 oder 3 GB RAM
Interner Speicher 16 GB, erweiterbar per microSD-Karte
Hauptkamera 13 MP, f/2.0, 1,1 µm große Kamerapixel, PDAF
Frontkamera 5 MP, f/2.2, 1,4 µm große Kamerapixel
Software Android 7.0 Nougat
Akku 2.800 mAh (wechselbar)
Konnektivität LTE, WLAN, Bluetooth, GPS, USB
Farben Lunar Grey, Fine Gold
Maße 144,3 x 73 x 9,5 mm
Gewicht 144,5 Gramm
Sonstiges Fingerabdruckscanner, Wasserabweisendes Nano-Coating, Dual-SIM

Trotz der Low-End-Hardware hat uns die Performance des Moto G5 durch die Bank weg überzeugt. Ruckler auf dem Homescreen oder während des App-Wechsels gab es zu keiner Zeit. Das Moto G5 reagierte stets flink und flott. Sicher: Im Vergleich zu Smartphone-Flaggschiffen wie dem Galaxy S8 oder Huawei P10 lädt der Facebook-Feed vielleicht ein oder zwei Sekunden langsamer und als mobile Spielekonsole für grafisch aufwändige 3D-Games à la Injustice ist das Moto G5 auch nicht unbedingt geeignet.

Im Alltag lässt die Leistung aber keine Wünsche offen und sollten jeden Durchschnittsnutzer zufriedenstellen.

Kamera der Preisklasse entsprechend

Für Fotos steht im Moto G5 eine 13 MP starke Hauptkamera auf der Rückseite bereit, die über eine f/2.0-Blende und mit 1,1 µm in dieser Preisklasse über vergleichsweise große Kamerapixel verfügt. Wer nun aber glaubt, dass die Knipse ein Low-Light-Wunder ist, wird jedoch enttäuscht.

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In suboptimalen Lichtverhältnissen konnten wir ein starkes Bildrauschen vernehmen, der LED-Blitz wirkt dem nur bei Aufnahmen aus der unmittelbaren Nähe entgegen. Bei genügend Licht sind die Fotos hingegen zufriedenstellend und bieten natürliche Farbe und eine ausreichende Schärfe. Zoomt man näher hinein, fallen jedoch leichte Verläufe auf, was man bei einem 199-Euro-Smartphone aber kaum kritisieren kann. Geringe Unschärfen gibt es zudem bei sich bewegenden Objekten wie etwa Wasser – hier dürfte die Auslöseverzögerung etwas zu hoch sein.

Insgesamt hat uns die Kamera im Moto G5, ebenso wie die aufgeräumte Kamera-App, gut gefallen. Angesichts des günstigen Preises bietet die Knipse eine zufriedenstellende Qualität, die für spontane Schnappschüsse absolut ausreicht. Gleiches gilt für die 5-MP-Kamera an der Front, die sich ebenfalls keine großen Schwächen erlaubt und für das hin und wieder „nötige“ Selfie stets bereitsteht.

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