Moto G5 im Test: Gesprächsqualität, Akkulaufzeit, fehlender Kompass und Test-Fazit

Kaan Gürayer 6

Mittelmäßige Gesprächsqualität

Auch wenn es noch immer Smartphone heißt, dürfte die Telefonfunktion anno 2017 zu den am wenigsten genutzten Features unserer modernen Alleskönner gehören. Selbst wenn die Kommunikation nun vornehmlich über Messenger wie WhatsApp läuft, bedeutet das aber freilich nicht, dass Hersteller keinen Wert mehr auf die Gesprächsqualität ihrer Smartphones legen müssen.

Hier sackt das Moto G5 aber leider spürbar ab. Wir haben das Gerät in Düsseldorf mit einer Vertragskarte von o2 getestet und im gesamten Testzeitraum war die Gesprächsqualität allenfalls mittelmäßig. Bei Telefongesprächen hatte unser Gegenüber oftmals ein unangenehmes Knarzen in der Stimme, während wir selbst als zu leise wahrgenommen wurden.

Spürbar waren die Mängel vor allem bei Anrufen zu anderen Mobilfunknummern. Gespräche ins Festnetz hatten zwar mit denselben Problemen zu kämpfen, insgesamt war die Sprachqualität dort aber besser.

Am o2-Netz selbst dürfte es hingegen kaum gelegen haben. Mit derselben o2-Karte haben wir in anderen Smartphones eine spürbar bessere Gesprächsqualität erzielt. Zudem ist Düsseldorf kein kleines Städtchen auf dem Land, wo o2 noch immer die größten Lücken in der Netzabdeckung besitzt, sondern Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen und prosperierende Wirtschaftsmetropole.

Dauerläufer mit Wechsel-Akku

Im Moto G5 ist ein Akku mit einer Nennkapazität von 2.800 mAh verbaut. Das sind zwar 200 mAh weniger als noch im Vorgänger, dafür lässt sich die Energiezelle nun aber vom Nutzer austauschen. Auch wenn in Zeiten von günstigen Akkupacks und Schnellladetechnologien wechselbare Akkus immer mehr ihrer einstigen Bedeutung verlieren, ist es doch schön zu sehen, wenn Lenovo mit dem Moto G5 eine Alternative für alle anbietet, die partout nicht auf das Feature verzichten wollen.

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Wirklich nötig hat das Moto G5 den Wechsel-Akku unserer Meinung aber nicht. Auch mit einer anspruchsvollen Nutzung, die bei einer Displayhelligkeit von circa 70 Prozent täglich die Synchronisation mehrerer E-Mail-Konten beinhaltete, 20 Minuten Spotify über das Mobilfunknetz, häufigen Recherchen im Netz, Videostreaming über YouTube im WLAN, dem regelmäßigen Checken von Facebook, Twitter und Instagram sowie circa 30 Minuten Telefongespräche, hielt der Akku im Moto G5 problemlos einen ganzen Arbeitstag und hatte am Abend in der Regel noch 10 bis 20 Prozent Restlaufzeit übrig.

Sollte der Saft aber tatsächlich mal ausgehen, ist der Akku im Moto G5 Schnellladetechnik zudem wieder flott geladen.

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One last thing …

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Auch das Moto G5 hat, wie bereits der Vorgänger, keinen Kompass an Bord. Warum Lenovo auf dieses Ausstattungsmerkmal verzichtet, das seit Jahren schon zum guten Ton in der Smartphone-Branche gehört, ist uns ein absolutes Rätsel – zumal so ein Kompass nur wenige Cent kostet und das Moto G5 kaum verteuert hätte. Vor allem die fehlende Richtungsbestimmung leidet darunter, auch wenn die Richtung interpoliert werden kann, wenn man sich geradeaus bewegt. Wer sich mit seinem Smartphone als oft navigieren lässt oder gerne AR-Apps nutzt, wird mit dem Moto G5 kaum glücklich.

Test-Fazit des Moto G5

Im Test konnte das Moto G5 trotz einiger Schwächen insgesamt überzeugen. Dank des auf 5-Zoll-Diagonale geschrumpften Displays lässt sich das Einsteiger-Smartphone nun wieder bequem mit einer Hand bedienen. Optisch wirkt der runde Fingerabdruckscanner wahre Wunder und verhilft der fünften Auflage der Moto-G-Serie zu einem einheitlichen Design. Gefallen hat uns ebenfalls die Audioausgabe, die den Ton sowohl über den internen Lautsprecher als auch den 3,5-mm-Klinkenanschluss erfreulich laut und klar ausgab.

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Die größte Stärke des Moto G5 liegt aber in der Software und der daraus resultierenden Performance. Android 7 ohne Herstelleroberfläche oder Bloatware holt so ziemlich alles heraus, was der Snapdragon 430 zu leisten imstande ist und verhilft dem Moto G5 zu einer exzellenten Alltags-Performance. Die Bildqualität der verbauten 13-MP-Kamera ist der Preisklasse entsprechend und konnte weder positiv noch negativ überraschen. Lobenswert ist die Integration eines wechselbaren Akkus, auch wenn die Akkulaufzeit keinen Anlass zur Kritik gab und das Moto G5 problemlos einen harten Arbeitstag ohne den Gang zur Steckdose aushielt.

Punktabzüge gab es hingegen für das teilweise knarzende Gehäuse, wenn man das Gerät am unteren Drittel feste in die Hand nimmt. Das Display war zwar schön scharf, hätte nach unserem Geschmack aber heller und kontrastreicher sein dürfen. Bei der Gesprächsqualität hat sich das Moto G5 starke Einbußen geleistet, diese war im besten Fall nur Mittelmaß. Dass Lenovo ausgerechnet beim Kompass spart, war schon beim Vorgänger nicht nachvollziehbar – und beim Moto G5 ebenfalls nicht.

Unterm Strich bleibt aber ein positiver Gesamteindruck. Käufer erhalten mit dem Moto G5 ein hervorragendes Einsteiger-Smartphone, das vor allem im Alltag seine Stärken ausspielt.

Alternative: Moto G4

Wer Lenovo treu bleiben, aber ein größeres Display haben möchte, kann als Alternative auch zum Moto G4 greifen. Der Vorgänger besitzt zwar keinen Fingerabdruckscanner, ist im Vergleich zum ursprünglichen UVP aber schon deutlich gefallen:

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Bewertung: Moto G5 mit 3 GB RAM

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 3/5
  • Display: 3/5
  • Kamera: 3/5
  • Software: 5/5
  • Performance: 4/5
  • Telefonie und Audio: 3/5
  • Konnektivität und Speicher: 3/5
  • Akku und Alltag: 4/5

Gesamt: 70 %

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