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Wie schon beim Vorgänger kommt ein 5,5-Zoll-Display mit AMOLED-Technologie zum Einsatz. Die Farben sind sehr natürlich, die Darstellung in Full-HD insgesamt auf einem absolut annehmbaren Niveau und ausreichend hell. Es gibt allerdings auf dem Smartphone-Markt in der Flaggschiff-Oberklasse deutlich hellere, schärfere und vor allem brillantere Displays, die subjektiv einfach mehr hermachen. Das Display des Moto Z2 Play ist eher funktional und daher nichts für Nutzer, die mit einer 4K-Auflösung, einem Edge-Bildschirm oder einem besonderen Display-Format Eindruck schinden wollen.

Da ein OLED-Display zum Einsatz kommt, gibt es beim Moto Z2 Play die Möglichkeit, Active-Display zu verwenden. Dadurch werden nicht nur eingehende Benachrichtigungen angezeigt, auch die aktuelle Uhrzeit und der Akkustand lassen sich jederzeit abrufen, indem man das Smartphone in die Hand nimmt oder kurz die Hand über die Näherungssensoren hält. Das Feature ist ganz praktisch, dennoch hätten wir uns zusätzlich eine Benachrichtigungs-LED gewünscht, die wie schon beim Vorgänger leider fehlt. Zudem wirken die Ränder um das Display weiterhin überdimensioniert, vermutlich war es aber aufgrund der erforderlichen Kompatibilität zu den Moto Mods kaum möglich, die Gehäusedimensionen stark zu verändern.

Software des Moto Z2 Play: Nahezu Stock-Android

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Das langweiligste Thema bei den Moto-Smartphones ist definitiv die Software – und das ist gar nicht unbedingt negativ gemeint. Motorola hat sich im Verlaufe der jüngeren Android-Karriere stets auf die von Google vorgegebene Stock-Oberfläche von Android verlassen und nur im Detail einige zusätzliche Features implementiert. Auch unter Lenovo hat sich dieser Punkt bei der Moto-Marke nicht verändert.

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Die Bedienung ist für alte Android-Hasen wie Neulinge gleichermaßen intuitiv und eingängig, überbordende Möglichkeiten zur Anpassung der Systemelemente wie Statusleiste oder der Schnelleinstellungen wird man allerdings nicht vorfinden. Wie bei jedem Android-Smartphone gibt es aber ja die Möglichkeit, Nova Launcher und Konsorten zu installieren und sich an den zahlreichen Icon Packs im Play Store zu bedienen. Ganz nett ist auch die Möglichkeit, Apps im Splitscreen zu verwenden, doch da das Display ein gängiges 16:9-Format besitzt, ist das Ablesen von Inhalten im geteilten Modus anders als beim Galaxy S8 oder LG G6 nicht allzu komfortabel. Gerade letzteres liegt mittlerweile preislich deutlich unter 500 Euro und stellt daher starke Konkurrenz für das Z2 Play dar.

Die wichtigsten Software-Ergänzungen von Lenovo findet man gesammelt in der Moto-App: Dort gibt es etwa die Funktion verschiedene Gesten einzurichten. Schwingt man das Smartphone beispielsweise zweimal wie ein Beil beim Holzhacken, aktiviert sich die Taschenlampe; eine schnelle Schwenkbewegung aus dem Handgelenk aktiviert dagegen die Kamera. Auch das Active-Display ist hier vorzufinden, man kann es jedoch nur ein- oder ausschalten. Umfangreiche Personalisierungsmöglichkeiten wie beim Always-On-Display des Samsung Galaxy S8 sucht man vergebens.

Ein Homebutton für alle(s)

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Neu ist die Möglichkeit, den Fingerabdrucksensor als All-in-One-Homebutton zu verwenden – nun, zumindest neu bei Motorola, denn auch Huawei hat bei den P10-Modellen und davor beim MediaPad M3 diese Art der Steuerung eingeführt. Dadurch wird die Navigationsleiste ausgeblendet und augenblicklich mehr Platz auf dem Bildschirm frei. Die Bedienung über den Sensor funktioniert so:

  • Kurzes Tippen: Home-Taste
  • Lange Gedrückthalten: Google Assistant
  • Wischen von links nach rechts: Multitasking-Menü
  • Wischen von rechts nach links: Zurück

Wie auch bei Huawei ist diese Art der Bedienung in unseren Augen aber alles andere als intuitiv. Es wäre auch mehr als ausreichend Platz gewesen, um links und rechts vom Homebutton noch je eine kapazitive Hardware-Taste zu verbauen. Da die normale Bedienung über die Navigationsleiste gewohnt schnell und zuverlässig funktioniert, kann man Lenovo die Option zur Bedienung via Fingerabdrucksensor nicht als Minuspunkt ankreiden – man hätte es aber definitiv besser integrieren und zumindest eine anpassbare Tastenbelegung bieten können. Gerade für ehemalige iPhone-Nutzer wäre es intuitiver gewesen, das lange Gedrückthalten für die Home-Taste zu verwenden, kurzes Tippen für die Zurück-Funktion und doppeltes Tippen für das Multitasking-Menü. Immerhin: Das Entsperren über den Fingerabdrucksensor funktioniert äußerst schnell.

Bis auf die Kritik im Detail funktioniert die Software des Moto Z2 Play absolut flüssig und ohne Fehl und Tadel. Abstürze oder spontane Reboots konnten wir während unseres Testzeitraums keine feststellen, auch von Bugs blieben wir verschont. Wie schon der Vorgänger überzeugt das Z2 Play hier mit einer grundsoliden Software, die gegenüber der Konkurrenz vor allem durch ihre Einfachheit glänzt.