Seit der Übernahme Motorolas durch Google im Jahr 2011 munkelt man, ob das Unternehmen zukünftig nicht bevorzugt und als exklusiver Produzent für Flaggschiff-Devices genutzt werden könnte. Während Hardware-Partner damals in offiziellen Statements der Übernahme ihren Segen gaben, deuten neue Gerüchte auf einen Zwiespalt zwischen dem Android-Team und Motorola hin. Besonders der ehemalige Android-Chef Andy Rubin sei ein strikter Gegner einer engen Zusammenarbeit gewesen.

 

Motorola Moto X 2014

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Motorola Moto X 2014

Dass Googles Übernahme des geschwächten Smartphone-Produzenten Motorola früher oder später für Probleme sorgen könnte, war eine der ersten Befürchtungen, welche nach Bekanntwerden des Deals laut wurden. Betonte Google offiziell immer, Motorola auch zukünftig als „per Firewall“ getrenntes Unternehmen führen zu wollen, war zweifelhaft, ob dies auf lange Zeit so bleiben würde. Zudem warfen die zwar positiven, aber in ihrem Wortlaut fast identischen Meldungen der übrigen Hardware-Partner ein diffuses Licht auf die Angelegenheit.

Das Wall Street Journal (WSJ) berichtet nun von einem Konflikt zwischen den Entwicklerteams von Android und Motorolas jüngstem Smartphone, dem Moto X. Das erste in enger Zusammenarbeit entstandene Gerät sei von den meisten Google-Abteilungen direkt unterstützt worden und wurde von Google-Managern als Flaggschiff-Gerät eingestuft, die Entwicklungsabteilung von Android unter Andy Rubin aber wollte eine Bevorzugung unterbinden. Dies sei der Grund, warum das Moto X nicht direkt mit der neuesten Android-Iteration 4.3 veröffentlicht wurde, überdies der Hintergrund von Andy Rubins Abschied als Android-Projektleiter im März dieses Jahres.

Rubins Motive seien nobel gewesen, so das WSJ weiter. Er wollte Motorola nicht vor der offiziellen Veröffentlichung Zugriff auf den Quellcode von Android 4.3 geben, weil andere Hersteller so benachteiligt worden wären. In der Tat sei das Android-Team, anders als andere Divisionen bei Google, selten für Rücksprachen seitens Motorola zu erreichen gewesen, sodass ein Motorola-Mitarbeiter das Verhältnis zwischen Google und Motorola Mobility gar als schwieriger bezeichnet als das zwischen Google und anderen Unternehmen.

Motorolas neuer Chef Dennis Woodside dementiert diese Vorwürfe vehement. Es habe nie Kommunikationsprobleme zwischen Google und seinem Unternehmen gegeben. Andy Rubin war für ein Statement nicht zu erreichen – möglicherweise, weil er gerade auf der Suche nach professionellen Kaffeekochern ist.

Quelle: Wall Street Journal

Lukas Funk
Lukas Funk, GIGA-Experte.

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