Das Phantom ist echt, das Moto X existiert: Dennis Woodside, CEO von Motorola, hat in einem Interview auf der Konferenz AllThingsD deutlich zu verstehen gegeben, dass das vormals als X Phone gehandelte Gerät später in diesem Jahr verkauft wird. Überdies ließ er sich weitere Details entlocken. So wird das Gerät über zwei Prozessoren und innovative Sensoren verfügen, eine längere Akkulaufzeit bieten und in den USA gefertigt werden.

 

Motorola Moto X 2014

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Motorola Moto X 2014

Dennis Woodside hatte das X Phone angeblich in der Hosentasche. Zeigen wollte er das Gerät freilich nicht, was nicht nur die Moderatoren Kara Swisher und Walt Mossberg bedauernswert fanden. Ansonsten gibt es aber endlich einen Stapel handfester Informationen zum nunmehr Moto X getauften Smartphone. Hier die wesentlichen Details:

Das Moto X wird in den USA gefertigt, in einer ehemals zu Nokia gehörenden Fabrik in der Nähe von Fort Worth, Texas. Woodside war auf diese Tatsache sehr stolz — denn sie ist auch ein Politikum: Erst vor wenigen Wochen hat Barack Obama Intel und Apple dafür gelobt, dass die Unternehmen Produktionsprozesse zurück in die USA verlagern. Zu diesem Thema hat Motorola dann auch nach dem Interview eine Pressemitteilung herausgegeben.

Motorola sieht eines der vielversprechendsten Marktsegmente im Bereich der preiswerteren High-End-Smartphones, außerdem soll das Moto X mit iPhone und Samsungs Galaxy konkurrieren — inwieweit diese Aussagen miteinander vereinbar sind, muss sich aber noch zeigen.

Auch wenn sich das nicht explizit auf das Motorola X bezog, gab Woodside an, dass eines der Ziele von Larry Page für Motorola sei, widerstandsfähige Smartphones mit langer Akkulaufzeit zu bauen. Zum Thema Akkulaufzeit: Das Moto X soll zwei Prozessoren besitzen, die dafür sorgen, dass das Gerät besonders lange durchhält.

Auch wird das Moto X offenbar über neuartige Sensoren verfügen: So proklamierte Woodside, dass das Gerät erkenne, ob man es in der Tasche habe, ob sich der Nutzer im Auto befinde oder ob man ein Foto schießen wolle. Das Smartphone wisse, was der Nutzer tun will, bevor der Nutzer es weiß.

Motorola hat in den USA eine breite Auswahl an Partnern bei den Mobilfunkunternehmen. Das heißt zum einen, dass sowohl GSM- als auch CDMA-Varianten existieren werden, obendrein aber auch, dass das Moto X aller Wahrscheinlichkeit nach kein quasi-Nexus-Gerät sein wird und es wohl wieder Gerätevarianten mit verschlüsseltem Bootloader, Bloatware und ähnlichen Ärgernissen geben wird.

Woodside betonte erneut, wie stark Motorola als ein von der Konzernmutter getrenntes Unternehmen betrachtet wird. Android-Chef Sundar Pichai habe das Motorola X zwar gesehen und der Anstellungsprozess für neue Mitarbeiter werde von Google geregelt, mit dem Betreten einer Motorola-Einrichtung werde aber das Google-Badge abgegeben. Motorola werde von Google genauso wie jeder andere Android-Partner behandelt.

Woodside gab den Oktober als Termin für den Launch des Moto X an, die Pressemitteilung sprach vom Sommer. Was davon denn nun stimmt wissen wir nicht, aber vielleicht ist ja der Indian Summer gemeint.

Quelle: Dennis Woodside Interview @ AllThingsD [via The Verge, engagdet]

Frank Ritter
Frank Ritter, GIGA-Experte.

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