Schöne Scheiße: Keine Kraftausdrücke als Moto X-Gravur [Glosse]

Frank Ritter 21

Das Moto X ist nur in den Vereinigten Staaten verfügbar und wird es in dieser Form wohl auch bleiben. Wer dort lebt und sich das Gerät im Rahmen eines Vertrages beim Anbieter AT&T holt, kann sich aber freuen: Neben diversen Anpassungsmöglichkeiten in der Farbwahl hat man dortzulande auch die Möglichkeit, sich das Gerät individuell gravieren zu lassen. Ganz nach eigenem Gusto funktioniert diese Möglichkeit dann aber doch nicht, denn jede Menge Wörter aus der Schmuddel- und Schimpfecke stehen auf einer schwarzen Liste. Wo bleibt da die Redefreiheit?

Für die einen ist es der Gipfel der Personalisierung, für die anderen das Arschgeweih fürs Handy und eine Kriegserklärung an den Wiederverkaufswert: Individuelle Sprüche als Gravur auf der Rückseite elektronischer Geräte. Gab es die bislang überwiegend auf Produkten von Apple und Sony, ist nun auch Motorola in der Welt der Smartphone-Tätowierung unterwegs. Per MotoMaker kann man neben diverser Farben und Materialien auf der Rückseite und Front auch ein selbst gewähltes Wort oder einen eigenen kurzen Spruch als Gravur auf der Moto X-Rückeite wählen.

Das geht allerdings nicht mit jeder gewünschten Phrase. Zahlreiche Wörter werden im MotoMaker rot umrandet und blockiert. Offensichtlicher Grund: Man möchte den Nutzer vor sich selbst schützen. Nein, (leider) nicht vor Bürokauffrauen-Kitsch a là „Carpe Diem“, sondern vor Klagen und Selbstjustiz als Folge der Erregung öffentlichen Ärgernisses. Denn Gossensprache ist in den Vereinigten Staaten noch ein wenig verpönter als bei uns und darf deswegen dort auf keinen Fall auf Handyrückseiten zu lesen sein.

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Lebhafte Wallpaper des Motorola Moto X 2014 (Download)

Der Autor Jason O. Gilbert, auch für die Portale Yahoo-News und Huffington Post tätig, hat auf medium.com nun untersucht, welche Begriffe sich nicht auf das Moto X gravieren lassen können. Und weil das den einen oder anderen unserer Leser interessieren könnte, hier die unkommentierte Liste an Stoppwörtern bei der Moto X-Konzeption. Wer sein Vokabular erweitern will: Pustekuchen! Denn aus Jugendschutz-Gründen wurden die Begriffe von uns bis zur Unkenntlichkeit verfremdet:

  • F*ck
  • Sh*t
  • B*tch
  • H*ll
  • D*mn
  • *ss
  • *rsehole
  • Bl*wj*b
  • H*ndj*b
  • C*nniling*s
  • D*ggy-Style
  • B*tts*x
  • D*ck
  • B*ner
  • *r*ction
  • V*g*na
  • C*m

Bei letztgenanntem Terminus weist der MotoMaker immerhin einen halbwegs intelligenten Mechanismus auf, der zum Beispiel die lateinische Phrase „Magna cum laude“ als trotzdem verwendbar erkennt. Bei einigen Wörtern und Phrasen ist es auch abhängig von Leerzeichen (B*ttpl*g geht nicht, B*tt Pl*g schon) oder der Verwendung von Synonymen (An*l Probe geht nicht, R*ctum Probe schon), ob sie als Gravur akzeptiert werden.

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Überdies ist es unmöglich, die Markennamen zahlreicher Konkurrenzanbieter eingravieren zu lassen: „Apple“, „BlackBerry“, „DROID“ und HTC dürfen nicht verwendet werden – „iPhone“ aber schon. Merkwürdig. Aber wer weiß, vielleicht hat diese eklatante Lücke in der Liste der unerwünschten Worte ja mit dem Apple’schen „Reinheitsgebot“ zu tun. Schließlich ließ sich schon der selige Steve Jobs mit den Worten „Wer Porno will, soll ein Android kaufen“ zitieren. Möglich, dass das nicht nur saubere, sondern hygienisch reine iPhone daher den Gravurtest besteht. Das mit Porno auf Android ist freilich trotzdem nicht so einfach, wie Jobs sich das vorgestellt hatte – zumindest was die Rückseite von Motorola-Smartphones angeht.

[via medium]

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