Motorola RAZR Review

Jens Herforth 16

Motorola hat mit dem RAZR Klapphandy einen unvergleichbaren Erfolg gehabt. Daran konnte der US-Hersteller bisher nicht anknüpfen. Lange war es still um das US-Unternehmen, jetzt meldet sich das RAZR zurück in Androidenform. Und das besser als ich dachte!

Motorola RAZR Review

Hier erstmal die massigen Spezifikationen zum warm werden:

  • Android 2.3.5 (Gingerbread)
  • 8 Megapixel Kamera mit LED-Blitz und 8-fach digitaler Zoom
  • Frontkamera 1.3 Megapixel
  • 4,3“ - 10,9cm ; Super AMOLED Advanced
  • qHD 540 x 960 bei 240 dpi
  • 1,2 GHz TI OMAP4430 Dual-Core-/Dual-Channel-RAM-Prozessor
  • PowerVR SGX540
  • 1780 mAh Li-Ion
  • Bluetooth 4.0, DLNA, Wifi b;g;n
  • HD in 1080p-Qualität, Auflösung: 1920 x 1080, Aufnahme und Wiedergabe
  • mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde.
  • 127 Gramm „schwer“
  • Maße: 130,7 x 68,9 x 7,1 mm
  • 16GB intern, Unterstützt microSD-Karten bis 32 GB
  • Micro-SIM notwendig
  • HSDPA bis 14,4 Mbps
  • Verstärkt mit lasergeschnittenen KEVLAR®-Fasern und kratzfestem
  • Corning® Gorilla® Glas
  • WEBTOP fähig

 

Verarbeitung

Das extrem flache RAZR liegt gut in meinen (kleinen) Händen, fast schon zu groß. Die Kevlar-Fasern an der Rückseite sind gummiert und fühlen sich sehr hochwertig an. Motorola verspricht sich in Verbindung mit dem Gorilla Glas eine stabile und feste Haltung, groß bewerten kann ich das nicht. Beweisfotos im Internet zeigen ein schwer beschädigtes Gerät nach nur einem Sturz, vielleicht kriege ich ja Shu überredet das in der Show zu testen! Die Spaltmaße waren mir anfangs
gleich aufgefallen, Motorola hat hier zwar alles extrem hochwertig verbaut, doch dazwischen immer einen „Anstandsspalt“ gelassen. Das wirkt jetzt nicht unschön oder schlecht verarbeitet. Das Problem ist nur, dass ich das Smartphone nach zwei Stunden „Hosentaschenaufenthalt“ etwas ungünstig verfusselt und verstaubt in der Hand hielt. (Siehe Fotos)

Meine SIM Karte fand keinen Slot im RAZR, hier setzt man als erster
Android-Hersteller auf die kleinen Micro-SIM Karten obwohl man schon
von der Nano-Generation spricht. Ärgerlich für mich, wichtig für euch!

Micro-SD und Micro-SIM finden setlich hinter einem schicken Klappdeckel Platz. Hier findet man auch gleich einen Aufkleber für die Geräte-IMEI. Warum? Nun ja, Motorola hat keinen Deckel verbaut. Der Akku ist fest hinter den Kevlar-Fasern versteckt. Zum Glück zählt er mit 1780 mAh noch zur Mittelklasse und hält die typischen Verbrauchszeiten ein. Knapp 2 Tage im Standby, 1 Tag bei normaler Nutzung, ein halber Tag wenn ich es nutze…

 

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14 Bilder
Faltbares Motorola RAZR: So schön könnte die Rückkehr des Kult-Handys aussehen.

Display

Kräftig, fein, qHD – Das Display ist schon ein Mehrwert und gegenüber meinem HTC Desire natürlich ein großer Sprung. Die Pixel sind mit dem bloßen Auge nicht mehr sichtbar, die LED’s leuchten vorbildlich vor sich hin. Weiß ist Weiß, das Schwarz sehr dunkel und die Displayhelligkeit stark. Hier kann ich wirklich nur Loben. Das RAZR hat ein großartiges Display, dass auch an sonnigen Tagen brauchbar ist!

Leistung

Jetzt geht es ans eingemachte. Wie gut ist das flotte RAZR wirklich? Im alltäglichen Leben wird sich ein Androiduser nichts schöneres wünschen können als das, was ich zu berichten habe.

Die Apps starten schnell, sehr schnell. Bei Spielen konnte ich bisher ein Großteil meiner (Test-)geräte zwischendurch weglegen, wenn sie laden. Beim RAZR ist das nicht der Fall, die PowerVR leistet hier ganze Arbeit und hat mich bisher bei keinem Spiel im Stich gelassen. Blood & Glory - ein echter Augenschmaus! Motorola hat auch dazugelernt und die Gingerbread-Version um einige sinvolle Funktionen verbessert. Es gibt viele feine, kleine Widgets die das Leben einfacher machen. Das kenne ich auch vom Defy+ Kurztest. Beim RAZR hat sich Motorola aber mit der Motoblur Software zurückgehalten und damit alles richtig gemacht! Die Apps/Widgets sind einheitlich und mit schönen Animationen
versehen. Wenn ich eine App zwischen den Homescreens hin und her schiebe, weichen die anderen Icons hübsch aus. Alles wird wundervoll und verzögerungsfrei animiert, dadurch wirkt optisch alles nochmal einen Tick schneller.

Negativ fiel mir bisher nur auf, dass einige Apps ohne Erklärung oder Fehlerbericht abstürzten. Ich muss dazu sagen, dass ich das Gerät natürlich exzessiv genutzt und an seine Leistungsgrenzen gebracht habe. Es sei dem Boliden daher verziehen.

 

Software

An Bord sind unter anderem ein Task-Manager und die App „intelligente Aktionen“. Hier können „wenn“ Befehle geplant und gespeichert werden. Als Beispiel habe ich die Regel „Kopfhörer“. Wenn die Kopfhörer angeschlossen werden, soll automatisch eine vorher festgelegte Playlist starten. Klasse Funktion, wenn auch noch verbesserungswürdig. So habe ich keine Möglichkeiten dies stärker zu individualisieren. Die Playlist startet auch immer wieder von Anfang an – eine Funktion wie „fahre mit aktueller Wiedergabe fort“ fänd ich praktischer. Nichtsdestotrotz kann man hier sehr hilfreiche Regeln einrichten, die den Akku schonen: „wenn Display ausgeschaltet – dann deaktiviere GPS/WLAN/Mobilfunkdaten/Bluetooth“. Da steckt potential für Entwickler hinter!

Motorola bietet mit Motocast von Hause aus die Möglichkeit Musik und Fotos direkt über einen PC zu streamen. Feine sache! Interessant finde ich auch die Möglichkeit meinen aktuellen Musiktitel bei Facebook zu posten. Nicht nur, dass der Musiktitel genannt wird, es wird automatisch ein Last.fm Scrobble-Link mit eingefügt. Das ist Service!

 

Kamera

Hier bin ich kein großer Fan wie André. Mit Smartphone Kameras kann ich nicht viel anfangen. Ich kann mit einer Spiegelreflex einigermaßen gute Bilder schießen, dementsprechen schlecht mit einer Handy-Kamera. Beim RAZR gibt es keinen Unterschied. Die 8MP Bilder rauschen, bei leicht schwierigen Lichtverhältnissen gewinnt „dunkel“ immer und das
Betrachten der Pixelerrungenschaften im Album macht keinen Spaß, wenn es beim zoomen hackt. Schade! Zum Glück ist die Videofunktion und die 1080HD Qualität der Videos um ein hundertfaches besser. Hier könnte ich mich zu einem „Hobby-Videonator“ entwickeln. Wenn mich nicht alles täuscht werkelt hier auch ein Bildstabilisator mit. Nur beim Wechsel von hell <-> dunkel muss die Kamera kämpfen, schade. Aber seht selbst: 

Gesprächs -und Soundqualität

Da mir eine Micro-SIM fehlt, kann ich das telefonieren und dem Netzempfang nicht testen. Hier kann ich vielleicht nochmal Erfahrungen nachreichen. Erfreulich sind die mitgelieferten Motorola-Headset-Kopfhörer. Sie bieten zwar nicht die Qualität von BOSE, sind aber zu gebrauchen. Auch abgespielte Videos werden durch recht kräftige „Boxen“ wiedergegeben, so macht die Nachtschicht spaß!Giga Live auf dem RAZR sieht in 720p übrigens verdammt gut aus.

 

Fazit

Das RAZR ist für Personen ansprechend, die ein leistungsstarkes und zukunftssicheres Smartphone mit hochwertiger Verarbeitung suchen. Wer gern mit „Kevlarpanzer“ vor Freunden angibt oder bisher neidisch auf optische Topformer von Apple geguckt hat, wird hier bestens bedient. Die größeren Maße bei 4,3“ erfordern manchmal Fingerakkrobatik aber sind trotzdem immernoch handlich. Einzig die Kamera zeigt bei Bildern ihr Manko, dafür ist der Rest des Entertainpakets vorbildlich! Motorola hat sich hier für meine Begriffe einen Platz in der Oberliga gesichert. Sollte Die Updatepolitik verbessert werden (Android ICS 4.0 soll Anfang 2012 kommen) stellt das RAZR für mich eine echte Alternative dar.

Shu und ich haben auch noch ein kleines Vorstellungsvideo vorbereitet, hier zeigen wir euch die „Nehmerqualitäten“ des RAZR:


Youtube-Direktlink

 

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