Nexus 5-Teardown: Leichter zu reparieren als iPhone 5s, HTC One & Co.

Andreas Floemer 7

Die Bastler der Reparatur-Community iFixit haben sich das neue Nexus 5 vorgenommen und es nach allen Künsten in seine Einzelteile zerlegt. Ihren Erkenntnissen zufolge ist es ein Leichtes, das Gerät in seine Einzelteile zu zerlegen, um es anschließend schadensfrei wieder zusammenzusetzen. Lediglich das Display bereitete Kopfzerbrechen.

Nexus 5-Teardown: Leichter zu reparieren als iPhone 5s, HTC One & Co.

Während wir noch vor der offiziellen Vorstellung des Nexus 5 bereits einen ersten Teardown zu sehen bekamen, der uns einen Blick auf die Innereien des High End-Androiden gewährte, ist der Zerlegungsprozess der Bastelexperten von iFixit um einiges informativer, da sie nicht nur zeigen was genau im Gerät steckt, sondern auch wie man die Geräte optimal auseinanderbaut und wieder zusammensetzt. Ferner bewerten sie die Leichtigkeit des Reparatur-Prozesses auf einer Skala von 1 bis 10, wobei die höchste Bewertung der leichtesten Reparatur entspricht.

Das Nexus 5 hat von iFixit eine 8 von 10 in Sachen Reparierbarkeit („repairability“) erhalten, was relativ gut ist und auf einem Level mit dem Samsung Galaxy S4 liegt. Zum Vergleich: Das Nexus 4 erhielt „nur“ eine Note von 7 von 10, dem HTC One wurde mit der Wertung von 1 von 10 eine regelrechte Unreparierbarkeit attestiert. Das aktuelle Apple-Smartphone iPhone 5s erhielt 6 von 10.

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Was macht das Nexus 5 so leicht zu reparieren? Dieser Umstand ist mehreren Faktoren zu verdanken. So wird die Gehäuserückseite lediglich von Plastiknasen mit dem Rest des Geräts verbunden, sodass sie sehr leicht mithilfe eines Spatels abgelöst werden kann. Ferner wird beim Nexus 5 nur eine einzige Standardschrauben-Art verwendet, die keine speziellen Schraubenzieher benötigt. Darüber hinaus sind keine Einzelteile – nicht einmal der Akku – mit Klebstoff angeleimt. Die Arbeit mit Adhäsiv-Kleber ist bei Herstellern wie HTC, aber auch bei Apple (vor allem bei den iPads) mittlerweile Standard.

Das von LG produzierte Smartphone lässt sich somit nahezu komplett zerlegen und ermöglicht etwas versierten Bastlern sogar den Austausch des 2.300 mAh-Akkus mit wenig Aufwand. Diese modulare Bauweise setzt sich auch bei weiteren Bauteilen fort: so lassen sich beispielsweise Verschleißteile wie Kopfhörerbuchse oder Lautsprecher recht leicht ersetzen, selbst die Kameras sind austauschbar.

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Das Nexus 5 hätte womöglich eine noch bessere Wertung bekommen, wäre da nicht ein Bauteil, das den Bastlern Kopfschmerzen bereitet hätte. Denn beim 4,95 Zoll Full HD-Display ist das Gorilla Glass fest mit dem LCD verbunden. Diese Konstruktion ermöglicht zwar eine dünnere Bauweise – kommt es jedoch zu einem Defekt, muss das komplette Modul ausgetauscht werden, was erfahrungsgemäß teuer werden kann. Beim Nexus 4 wurde diese Art der Laminierung von Screen und Glas auch schon eingesetzt, bei diesem kostete der Austausch etwa 120 Euro – es ist davon auszugehen, dass der Austausch des Full HD-LCD-Moduls sogar noch etwas kostspieliger sein wird.

Quelle: iFixit [via AusDroid]

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