Nexus 5: Warum das Always-Listening-Feature des Moto X nicht im KitKat-Flaggschiff integriert ist

Frank Ritter 19

Kurz vor dem Release des Nexus 5, als die Gerüchteküche am heißesten köchelte, geisterte kurz die Nachricht umher, dass das neue Google-Gerät dieselbe Always-On-Funktion aufweisen würde wie Motorolas Flaggschiff Moto X. Dank dieser kann man auch dann, wenn das Display aus ist, Sprachbefehle per Google Now starten. Leider wurde daraus nichts — ein Blogger ist nun der Frage auf den Grund gegangen, warum das so ist und hat dabei eine überraschende Entdeckung gemacht.

Nexus 5: Warum das Always-Listening-Feature des Moto X nicht im KitKat-Flaggschiff integriert ist

Auch wenn es nur über die („per Firewall“ getrennte) Tochterfirma Motorola geschah – mit dem Moto X ist Google dem Traum vom Star Trek-Computer wieder ein Stück näher gekommen: Das wohl coolste Feature des Gerätes ist die Fähigkeit, auch mit abgeschaltetem Display auf die Stimme des Nutzers zu lauschen und per Hotword „Okay, Google Now“ aufzuwachen. Daraufhin kann man entweder eine Frage stellen („Wie alt ist Barack Obama?“) oder einen Befehl erteilen („Wecke mich morgen um 7 Uhr“).

Das funktioniert bislang aber nur auf dem Moto X und der neuesten Generation der DROID-Familie, und die sind vorerst nur in den USA verfügbar – umso schöner wäre es gewesen, wenn das Nexus 5 (Test) das Feature international zur Verfügung gestellt hätte. Hat es aber nicht, weswegen wir einen leichten Stich der Enttäuschung in unserem Herzen verspürten, als das Nex5 vorgestellt wurde. Aber warum eigentlich? Die Technik ist schließlich da und der Snapdragon 800 im Nexus 5 bringt theoretisch Hardware-Support für das Always-On-Feature, auch Touchless Control genannt, mit.

Blogger Siggi Simonarson ist dem Ganzen auf den Grund gegangen und nach dem Dekompilieren der entsprechenden App zu einem einem interessanten Schluss gekommen: Die Software des Moto X enthält Teile von Dragon, der Spracherkennung von Nuance. Diese Software ist offensichtlich lizenziert und kommt in ähnlicher Form auch in Apples Siri, dem Samsung-Pendant S Voice und der Spracherkennung in der Swype-Tastatur zum Einsatz.

touchless-control-dragon

Pikant ist das deshalb, weil Google bekanntermaßen eine eigene Spracherkennung besitzt und diese auch in allerlei Diensten einsetzt. Über die Gründe für diese „Ersetzung“ kann man nur spekulieren: Entweder ist Googles Spracherkennung qualitativ nicht ausreichend oder „Googorola“ hat es einfach nicht rechtzeitig geschafft, das Feature auf dem Moto X mit eigener Technologie umzusetzen.

So oder so – eine seltsame Geschichte. Hoffen wir mal, dass Google es zum Launch der nächsten Android-Version schafft, das Feature auch nativ in Android beziehungsweise die Such-App zu integrieren. Und wenn dann noch die Hotword-Erkennung auch auf Deutsch funktioniert, wären wir überglücklich.

Quelle: SiggiSim [via reddit]

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