Nexus 6 & 9: Was wir über die beiden neuen Google-Geräte wissen [Gerüchte-Roundup]

Andreas Floemer 18

Google wird im Laufe des Oktobers zusammen mit dem großen Update auf Android L eine Reihe neuer Nexus-Geräte enthüllen. Was wir von den beiden Geräten, die wohl Nexus 6 und Nexus 9 getauft werden, zu glauben wissen, fassen wir an dieser Stelle zusammen.

[Update 15. Oktober 2014:] Mittlerweile sind das von HTC gebaute Nexus 9 sowie das von Motorola gefertigte Nexus 6 offiziell vorgestellt worden.

Nexus 6: Es ist ein Phablet!

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Die Vorstellung der mittlerweile sechsten Nexus-Phone-Generation steht bevor. Nachdem HTC mit dem Nexus One das erste Google-Phone seiner Art vorgestelt hatte, zeichneten Samsung und LG sich für jeweils zwei Smartphones mit Stock-Android verantwortlich. Angeblich um den Anschein einer Monopolstellung zu unterbinden, soll das nächste Modell aus dem Hause Motorola stammen. Dass Google nicht früher mit Motorola ein Nexus-Phone entwickelt hatte lag daran, dass man nicht den Eindruck erwecken wollte, dass die Damals-noch-Tochter Motorola gegenüber anderen Herstellern bevorzugt würde. Mittlerweile ist die Übernahme Motorolas durch Lenovo nur noch eine Frage von Formalitäten, sodass eine Bevorzugung kein Thema mehr ist. Von LG als Hersteller eines weiteren Nexus-Geräts ist seit Juni keine Rede mehr – also: Weg frei für ein Moto-Nexus.

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So könnte das Nexus 6 von hinten aussehen – wir vermuten aber, dass das Motorola-Logo noch verschwinden könnte (Rendering: Droid-Life)

Auch wenn der Name Nexus 6 bislang aus markenrechtlichen Gründen außen vor war, scheint Google sich mit den Rechteinhabern geeinigt zu haben. Dies behauptet zumindest Artem Russakowskii von Android Police, der erfahrungsgemäß richtig liegt. Dem letztem Gerüchtestand zufolge – Konkretes ist rar gesät – wird das Nexus 6 ein ausgewachsenes Phablet mit einer Bilddiagonale von 5,92 Zoll und WQHD-Auflösung von 2.560  x 1.440 Pixeln werden. Zwar ist gegen Mitte August ein Nexus-Phone mit dem Codenamen „Shamu“ in einschlägigen Benchmarks mit 5,2 Zoll-WQHD-Screen gesichtet worden, allerdings sind Displays mit einer solchen Diagonale und Auflösung rar gesät – lediglich das Super AMOLED-Panel des Samsung Galaxy S5 LTE Broadband, das exklusiv in Südkorea angeboten wird, kann mit einem 5,1 Zoll-WQHD-Screen aufwarten. Da Benchmarks ohnehin manipulierbar sind und grundsätzlich keine zuverlässigen Aussagen zur Displaygröße eines Gerätes abgeben können, kann man ruhigen Gewissens von 5,9 Zoll ausgehen.

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Was die weitere Ausstattung anbelangt, so wird spekuliert, dass Google dem Moto-Nexus ein auf maximal 2,7 GHz taktendes Snapdragon 805-SoC mitsamt Adreno 420-Grafikeinheit verabreicht. Dieses Paket soll von 3 GB RAM unterstützt werden. Über die Größe des internen Speichers ist wenig bekannt, allerdings ist davon auszugehen, dass Google weiterhin auf 16 GB respektive 32 GB Flashspeicher-Bausteine setzt – von der Option einer Erweiterung per microSD-Karte ist bei Nexus-Geräten nicht auszugehen.

Weshalb Google beim Prozessor nicht zu einem 64-Bit-Chip greift, ist fraglich – schließlich wird Android L erstmals von 64-Bit-Hardware profitieren. Ganz abwegig ist die Wahl des Snapdragon 805 aber auch nicht, denn so haben Entwickler die Möglichkeit, sowohl weiterhin auf 32-Bit als auch auf 64-Bit ihre Software zu testen, sofern sie das kommende Nexus 9 ihr Eigen nennen. Es gilt als sicher, dass das Google-Tablet mit NVIDIAs Tegra K1 „Denver“-Chip laufen wird, der bereits mit 64-Bit läuft.

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Zu den weiteren Spezifikationen: Es heißt, dass ein 3.200 mAh-Akku im Nexus 6 stecken soll und die Hauptkamera mit 13 MP-Sensor sowie optischem Bildstabilisator ausgestattet ist. Mittels der Kamera soll man unter anderem Videos in 4K-Qualität festhalten können, die Frontkamera soll mit 2 MP auflösen. Ferner besagt die Gerüchteküche, dass das Phablet mit Stereo-Frontlautsprechern ausstaffiert ist, um auch beim Zocken oder Betrachten von Videos einen satten Sound zu gewährleisten. Eine kabellose Ladeoption soll ebenso vorhanden sein – man munkelt gar von einem Fingerabdruck-Sensor.

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Dieses Bild, das angeblich das Nexus 6 zeigen soll ist zu erkennen, dass Google Android L wohl endlich mit einem neuen Linux-Kernel, Version 3.1.40, ausrüsten will. Seit Monaten wird davon gemunkelt, hier wohl ein erster mehr oder weniger handfester Beweis. (Bild: Android Police)

In Sachen Design soll sich das Nexus-Phablet stark am Moto X (2014, Hands-On) anlehnen, wobei die Lautstärke-Wippe und Power-Buttons aus ergonomischen Gründen weiter nach unten verlegt wurde, sodass man sie einhändig problemlos erreichen kann. Um eine ausreichende Gehäuse-Stabilität zu gewährleisten, soll das Nexus 6 einen Metallrahmen besitzen, so wie das Moto X (2014).

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Auf diesen beiden Fotos soll das Nexus 6 „Shamu“ zu sehen sein

Nicht jeder dürfte begeistert sein, dass Google in diesem Jahr ein ausgewachsenes Phablet anstelle eines handlichen Smartphones vorstellen wird. Ein kleineres Nexus-Modell wäre ebenfalls noch möglich, hierzu gibt es jedoch noch keine Details.

Nexus 9: 9-Zoller von HTC

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Außer dem Nexus 6 hat Google noch ein Tablet, das unter den Codenamen „Volantis“ und „Flounder“ kursiert, in der Pipeline – so viel ist bislang sicher. Das Nexus 9, wie es mit hoher Wahrscheinlichkeit genannt werden wird, stammt aus den Händen HTC – es ist der erste Versuch der Taiwaner seit Jahren, mit einem Tablet auf dem Markt Fuß zu fassen. Wie aus einem juristischen Dokument von NVIDIA hervorgeht, wird das Nexus 9 mit einem Tegra K1 „Denver“-Prozessor ausgestattet werden. Älteren Gerüchten zufolge handelt es sich dabei um den Dual Core-Prozessor mit Codenamen „Denver“, der 64-Bit-Support liefert und somit ideal für Android L geeignet ist. Unterstützend stehen dem SoC gerüchteweise 2 GB RAM zur Seite, die integrierte Grafiklösung des K1 soll mit seinen 192 Shader-Einheiten sehr gute Grafik-Performance liefern.

Beim Display soll HTC auf einen 8,9 Zoll in der Diagonale messenden WQHD-Screen im 4:3-Format mit einer Auflösung von 2.048 x 1.440 Pixeln auflösen setzen, was einer Pixeldichte von 281 ppi entspricht. An internem Speicher sollen wahlweise 16 oder 32 GB zur Verfügung stehen – Nexus-typisch nicht erweiterbar. Rückseitig wird eine 8 MP-Kamera mit optischem Bildstabilisator erwartet, auf der Vorderseite soll eine Kamera mit 3 MP verbaut sein. Wie das Nexus 6 soll auch das Tablet mit Stereo-Frontlautsprecher à la HTCs BoomSound auf der Vorderseite aufwarten.

Sogar Abmessungen, Gewicht und Preise des Google-Tablets machen seit geraumer Zeit die Runde: Demnach soll es 226,8 x 159,0 x 7,9 Millimeter groß sein und 418 Gramm (ohne LTE) auf die Waage bringen. Zum Vergleich: Das iPad Air mit seinem 9,7 Zoll-Display wiegt 469 Gramm und ist damit ungefähr auf einem Level mit dem HTC-Tablet. Was die Preise anbelangt, so soll das 16 GB-Modell mit WiFi 399 US-Dollar kosten, für die 32 GB-Variante sollen 499 US-Dollar anfallen. Die Modelle mit LTE-Modul werden entsprechend teurer sein – hierzu fehlen allerdings Informationen. Ob diese Preise der Realität entsprechen, werden wir wohl Mitte Oktober erfahren, sie erscheinen uns aber glaubhaft.

Zubehör für Nexus-Geräte im Anmarsch

Zubehör-Freunde dürften sich freuen, denn Google soll in diesem Jahr ein wenig mehr an Cases und dergleichen auffahren. Für das Nexus 9 sind Smart Cover und ein Keyboard-Cases gesichtet worden. Mit letzterem ist es möglich, das Tablet in eine Art Netbook umzuwandeln.

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Darüber hinaus soll Google an individualisierbarem Zubehör für Nexus-Geräte arbeiten. Mit dem Projekt Google Workshop soll über eine Designplattform ähnlich dem Moto Maker möglich sein, Schutzhüllen und Live-Wallpaper nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Ob dieses Produkt allerdings schon zur Vorstellung der nächste Nexus-Modelle verfügbar sein wird, muss sich erst noch erweisen.

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Die beiden mehr oder wenige bekannten neuen Nexus-Modelle scheinen würdige Geräte zu sein, auf denen Android L mit Sicherheit eine blendende Figur machen wird. Ob die in unserem Roundup zusammengefassten technischen Eigenschaften der Nexus-Modelle der Richtigkeit entsprechen, werden wir aller Voraussicht nach Mitte Oktober erfahren. Einige der Spezifikationen könnten sich durchaus noch ändern, aber wir sind guter Dinge, dass die Geräte in den angegebenen Ausführungen vorgestellt werden. Redaktionsintern hoffen wir allerdings noch, dass Google einen Refresh des Nexus 5 aus dem Hut zaubert und somit auch Freunde kleinerer Displays auf ihre Kosten kommen.



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