Es gibt zur Abwechslung auch wieder einmal etwas Positives vom Nexus 6 zu vermelden: In einem Teardown von iFixit wurde das Google-Phablet Schritt für Schritt in seine Einzelteile zerlegt und auf seine Reparierbarkeit hin untersucht. Das Resultat kann sich sehen lassen: Ganze 7 von 10 Punkten kann das Nexus 6 für sich beanspruchen. Im Schadensfall lassen sich die Komponenten entsprechend ohne größere Probleme austauschen.

 

Nexus 6

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Nexus 6

Das Nexus 6 hat es im Moment alles andere als leicht, die Nutzer von sich zu überzeugen. Neben der polarisierenden Größe des Gerätes und dem recht hohen Preis – zumindest für ein für Nexus-Gerät –, gibt es obendrein Lieferschwierigkeiten und bei einigen Nutzern Burn-In-Effekte im Display. Google und Motorola haben aber dennnoch auch einiges richtig bei dem Phablet gemacht, wie sich im Teardown von iFixit zeigt. Das Nexus 6 schneidet hier mit einer Bewertung von 7 von 10 Punkten recht gut ab – minimal schlechter, als noch das Nexus 5 (Test) mit 8 Punkten, jedoch erheblich besser, als das Nexus 9 mit nur 3 von 10 Punkten.

Die Verarbeitungsqualität zeigte im Teardown kleine Schwächen, denn der erste Schritt zum Öffnen des Gerätes beinhaltet das Entfernen der lediglich angeklebten Rückseite. Vermutlich wurde dies vom Moto X (2014,Test) übernommen, das als Design-Vorlage des Nexus 6 betrachtet werden kann. Aufgrund der über den Motomaker anpassbaren Rückseiten erschien dem Hersteller diese Methode der Befestigung dort wohl am einfachsten. Mit einem schmalen Gegenstand lässt sich die Trennung der Rückseite des Nexus 6 vom restlichen Gehäuse aber laut iFixit recht leicht bewerkstelligen – keine elegante Lösung, aber es sollte nicht zu befürchten sein, dass sich die Rückseite im Laufe der Zeit ohne Fremdeinwirkung lockert. Im Anschluss gilt es, sage und schreibe 22 T3-Torx-Schrauben und ein etwas verstecktes Kabel zu entfernen, bevor man an die inneren Komponenten gelangt. Positiv ist aber anzumerken, dass man tatsächlich mit einem einzigen Torx-Schraubendreher auskommt.

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Sowohl der Akku und das Display lassen sich hierbei problemlos austauschen; bei einem Displaybruch oder im Laufe der Zeit nachlassender Akkulaufzeit muss man das Nexus 6 also noch nicht beiseitelegen. Jedoch könnte der Austausch des Frontpanels eine recht teure Angelegenheit werden, da das WQHD-Super AMOLED-Display und der Digitizer eine Einheit bilden. Selbst, wenn nur das Glas gebrochen ist, muss daher die gesamte Front ausgetauscht werden, was die Kosten in die Höhe treibt. Ebenso verhält es sich bei den restlichen Komponenten wie dem Vibrationsmotor, USB-Port, SIM-Slot und Lautsprecher, die allesamt direkt auf dem Motherboard verbaut sind und daher nicht ohne Weiteres einzeln ausgetauscht werden können.

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Insgesamt kann das Nexus 6 dennoch eine recht gute Bewertung einheimsen. Für die meisten Nutzer dürfte ohnehin nur die Austauschbarkeit von Akku und Display ein wichtiges Kriterium bei der Reparierbarkeit – wenn man dieser denn überhaupt Relevanz zuschreibt – darstellen.

Ist euch die Reparierbarkeit eines Smartphones wichtig? Eure Meinung gerne unten in die Kommentare.

Quelle: iFixit [via Android Central]

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Tuan Le
Tuan Le, GIGA-Experte.

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