Nexus 5X und Nexus 6P: Interessante Einblicke in die Entwicklung der neuen Google-Phones

Tuan Le 6

Bevor ein Smartphone als fertiges Produkt vorgestellt wird, vergehen viele Monate, mitunter gar Jahre an Arbeit und detaillierter Planung. Ein Reddit-Nutzer hat auf dem NYC Nexus Open Studio Event die Gelegenheit gehabt, insbesondere mehr über den Schaffensprozess des Nexus 5X und Nexus 6P zu erfahren. Unter anderem sprach er mit Google-Mitarbeitern und Hardware-Partnern über fundamentale Entscheidungen wie die Optionen zur Speichererweiterung, wechselbare Akkus sowie den Kompromiss zwischen Form und Funktion.

Nexus 5X und Nexus 6P: Interessante Einblicke in die Entwicklung der neuen Google-Phones

Es ist ziemlich leicht, Flaggschiff-Smartphones der großen Hersteller zu kritisieren und schlechtzureden: Wenn Samsung beispielsweise den wechselbaren Akku sowie microSD-Slot von der Ausstattungsliste streicht, lässt sich dies als Außenstehender leicht als eine völlige Fehlentscheidung abtun. Dass sich tatsächlich hinter den Kulissen der Smartphone-Entwicklung ein langer Schaffensprozess abspielt, konnte Reddit-Nutzer Sylocheed im Zuge des Nexus Open Studio Event in New York in Erfahrung bringen. Im Gespräch mit Google-Mitarbeitern und Hardware-Partnern wurden vor allem viele Fragen zu den neuen Nexus-Smartphones sowie die Entscheidungen, die bei der Entwicklung der Geräte gefallen sind, im Detail erläutert.

Nexus-6P-Kamera

Das Design und die Entwicklung der Nexus-Geschwister ist in vielerlei Hinsicht besonders gewesen. Während die meisten Smartphones rund 2 Jahre an Entwicklungszeit benötigten, wurden das Nexus 5X und Nexus 6P in lediglich 7 Monaten konzipiert. Zwar verlässt man sich bei den Nexus-Geräten im Allgemeinen auch auf bereits vorhandene Prototypen der jeweiligen Hardware-Partner – in diesem Falle LG und Huawei – doch erfordert die Entwicklung der Google-Smartphones dennoch mehr als nur leichte Designveränderungen. Die Kameraabdeckung des Nexus 6P zum Beispiel sei eine völlige Neuentwicklung und habe viele Testphasen mit unterschiedlichen Materialien durchlaufen.

Der erste Entwurf sei hierbei kläglich gescheitert, da die Sensoren für NFC und Co. nicht ausreichend freilagen. Daher musste beim zweiten Versuch die schwarze Leiste ein klein wenig verbreitert werden. Zu diesem Zeitpunkt war das dahinter liegende Modul jedoch schon fertig entwickelt, sodass die Position der Kamera nicht mehr verändert werden konnte. Das Resultat: Die Kameralinse des Nexus 6P ist bei ganz genauem Hinsehen nicht völlig zentral in dem schwarzen Glasstreifen integriert; die ovale Umrandung dient einzig und allein dazu, diesen Umstand zu kaschieren. Zu den Problemen, die viele Nutzer mit zersplitterten Kamera-Elementen haben, äußerte man sich allerdings nicht.

Bilderstrecke starten
15 Bilder
Vom Nexus One zum Pixel 3 (XL): Googles Smartphones in der Übersicht.

Google stellt hohe Ansprüche an das Design der Nexus-Geräte

Nexus 6: Ab sofort bei Motorola erhältlich, soll bis Weihnachten ankommen Bild

Die Kooperation zwischen Google und den Hardware-Partnern sei hierbei nicht immer einfach gewesen: Google sieht bei den Nexus-Geräten vor allem den langfristigen Erfolg durch die Etablierung einer renommierten Smartphone-Reihe als wichtig an. Anders als die Hardware-Hersteller ist Google daher gewillt, zugunsten eines gelungenen Designs auch die eine oder andere Hürde zu nehmen – so geschehen beim USB Typ C-Port des Nexus 6P, den Google unbedingt mittig positionieren wollte, was weitere Entwicklungskosten verursachte. Beim Nexus 6 von Motorola konnte der Konzern freilich nicht soviel Einfluss ausüben und musste stattdessen fast 1 zu 1 das Design der Moto X-Serie übernehmen – ein Fehler, den man künftig sicherlich nicht mehr begehen wird.

Speichererweiterung und wechselbare Akkus - Kompromisse zwischen Form und Funktion

Wechselbare Akkus und microSD-Karten scheinen für manche Smartphone-Nutzer das Wichtigste an ihrem Handy zu sein – wie sonst könnte man die furiosen Kommentare vieler Nutzer zu neuen Geräten erklären, bei denen auch nur eines der beiden Features fehlt. Von geplanter Obsoleszenz ist hier ebenfalls häufig die Rede, doch derartige Vorwürfe weisen die Google-Mitarbeiter und Hardware-Partner geflissentlich zurück. Fest verbaute Akkus erlauben schlichtweg mehr Freiheiten beim Design, ein qualitativ hochwertiger interner Speicher sei zudem stets externen Speichermedien vorzuziehen. MicroSD-Slots finden höchstens in Geräten wie der Android One-Reihe ihren Platz, da hier starke Limitierungen beim Budget vorliegen.

Das Fehlen von Qi Wireless Charging bei den neuen Nexus-Geräten begründete man mit dem Metallgehäuse des Nexus 6P und dem Umstand, dass man das Nexus 5X nicht abweichend davon trotzdem mit der Technologie ausstatten wollte. Die Positionierung des Fingerabdrucksensors sei bei beiden Geräten im Übrigen ebenfalls nahezu gleich, trotz der unterschiedlichen Größe. Schließlich sollte der Scanner nicht abhängig von der Größe des Smartphones, sondern der Ergonomie in den Händen des Nutzers positioniert werden. Um dies durchzusetzen, musste gar die Kapazität des Akkus verringert werden – ein Kompromiss, der viel über die Denkweise von Google bei der Smartphone-Entwicklung aussagt.

Über den Einfluss von Samsung, Sony und Apple auf die Nexus-Reihe

nexus-6p-5x

Nicht nur Huawei hat beim Nexus 6P die Finger mit im Spiel gehabt: Das Display-Panel des Google-Phablets sei tatsächlich das gleiche wie im Galaxy Note 5. Die geringere Helligkeit sowie den leicht höheren Stromverbrauch erklärte man damit, dass es sich um die weniger hochwertigen Panels innerhalb der gleichen Produktion handele. Die Kamera hingegen ist von Sony bereitgestellt worden, was tatsächlich viel Überredungskunst gekostet habe. Schließlich sahen die Japaner zu Beginn nicht ein, warum sie eines ihrer hochwertigsten Kamera-Module an Google weitergeben sollten, obwohl die Nexus-Geräte sich nur in vergleichsweise geringen Stückzahlen verkaufen. Die positive Resonanz auf die Kamera des Nexus 6P habe Sony aber wiederum zufrieden gestimmt. Und wieso die Knipse der neuen Nexus-Geräte keinen optischen Bildstabilisator (OIS) besitzt? Weil Sony dieses spezielle Kameramodul, so die Google-Entwickler, ohne OIS-Option angeboten hat.

Ein wenig Zukunftsmusik läutete bei der Diskussion um den 3,5 mm-Klinkenanschluss, der schon seit Jahren eine Limitierung im Hardware-Design von Smartphones darstellt. Hier herrscht in der Android-Landschaft offenkundig die Meinung vor, dass einzig und allein Apple – gerade nach der Übernahme von Beats Audio – ausreichend Einfluss hätte, um einen Umstieg auf einen neuen Anschluss in die Wege zu leiten.

Quelle: r/Android

Nexus 6P bei Amazon kaufen * Moto X Play bei DeinHandy mit Tarif bestellen *

Video: Nexus 6P Unboxing und erster Eindruck

Nexus 6P Unboxing und erster Eindruck.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung