Jetzt ist es offiziell: Google hat die Preise des Huawei Nexus 6P für Europa verkündet – und dürfte damit für berechtigte Verärgerung bei den Kunden sorgen. Im Vergleich zu den US-amerikanischen Preisen sind die Startpreise für die deutschen Kunden geradezu astronomisch und liegen tatsächlich bei 649 Euro für die kleinste 32 GB-Version. Wir können darüber nur den Kopf schütteln.

 

Nexus 6P

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Das Nexus 6 im vergangenen Jahr war, anders als die Nexus-Geräte der Vorjahre, vergleichsweise teuer. Die Gerüchteküche im Vorfeld zum gestrigen Nexus-Event verhieß aber Entwarnung, die Geräte sollten wieder preiswerter werden. Als dann die US-amerikanischen Preise auf dem Nexus-Event verkündet wurden, schien sich das zu bewahrheiten: 499 US-Dollar veranschlagt Google für die 32 GB-Version des Nexus 6P, 549 US-Dollar für die 64 GB-Version und 649 US-Dollar für die Variante mit satten 128 GB Speicher – zumindest in den USA. Es ist hierbei zu berücksichtigen, dass je nach Bundesstaat die Steuersätze variieren und von den Smartphone-Herstellern nicht mit angegeben werden; somit fallen die „Brutto“-Preise für US-amerikanische Kunden etwas teurer aus als der „Netto“-UVP es angibt. Eine herkömmliche Faustregel ist daher, die US-Dollar-Preise 1 zu 1 in Euro zu übertragen. Das ist im Fall des Nexus 6P nicht passiert. Und nein, der schwache Euro-Kurs reicht dafür als Begründung nicht aus, zumal Käufer in den USA exklusiv noch einen Play-Store-Gutschein über 50 Dollar als zusätzlichen geldwerten Vorteil erhalten.

Nexus 6P: In Europa ab 649 Euro für 32 GB, 699 Euro für 64 GB, 799 Euro für 128 GB – WTF?

Was um aller Welt sich Google heuer bei den Preisen für Europa gedacht hat, ist allerdings völlig unklar: Stolze 649 Euro veranschlagt das Unternehmen für die 32-GB-Version, womit sich der schon zu vor aufgetauchte Eintrag im Google Store unglücklicherweise bestätigt. Das sind umgerechnet satte 726 US-Dollar, was eine Preissteigerung um mehr als 45 Prozent darstellt. Entsprechend hoch liegen auch die Preise für die 64- und 128 GB-Variante: Hier verlangt Google 699 Euro beziehungsweise 799 Euro von den europäischen Kunden, wie in der offiziellen Pressemitteilung zu lesen ist. Der direkte Import aus den Vereinigten Staaten dürfte damit zu einer preislich attraktiveren Option werden. Wer Zeit hat und eine günstige Flugverbindung erwischt, könnte fast schon selbst in die Staaten fliegen und seine Nexus-Geräte vor Ort kaufen.

Dass Google und nicht Huawei für die Preispolitik der Nexus-Geräte verantwortlich ist, ist mit einem Blick auf das Nexus 5X zu erahnen: Auch hier müssen die Kunden in Europa mit einem Startpreis von 479 Euro rechnen, deutlich mehr als in den USA.

Informationen darüber, wann das Gerät überhaupt bei uns verfügbar sein wird, bleibt Google den Kunden indes schuldig. Bei diesen Preisen ist es aber verständlich, wenn die Vorfreude auf das Nexus 6P sich in der alten Welt eher in Grenzen hält. Schon beim Nexus 6 von Motorola dürfte der recht hohe Preis in Kombination mit dem ungewohnt großen Formfaktor viele Kunden vergrault haben, sodass Google die Preise deutlich senkte. Auch das Nexus 6P dürfte Probleme haben, im High-End-Sektor gegen starke Konkurrenten wie Galaxy S6 und LG G4 zu konkurrieren, die bereits für unter 500 Euro zu haben sind.

Vor allem dürfte aber kaum ein Kunde hier in Europa einsehen, weshalb er derartige Mondpreise für das Nexus 6P bezahlen sollte, während die Kunden in anderen Regionen deutlich billiger davonkommen. Sollte sich an dem Preis bis zum oder kurz nach Release in hiesigen Gefilden nichts ändern, dürfte das Huawei-Nexus wohl eher wenige Abnehmer finden.

Nexus 6P - Google-Teaser

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