Nokia 3310 (2017) vs. Messer, Flammen, Betonboden: Das Kult-Handy im Härtetest

Stefan Bubeck

Das im Jahr 2000 erschienene Nokia 3310 ist eine Legende, was Robustheit angeht. Kann die 2017er Neuauflage mithalten? Mittlerweile haben einige Youtuber das Gerät durch ihre Folterparcours geschickt, hier sind die Ergebnisse.

Nokia 3310 (2017) vs. Messer, Flammen, Betonboden: Das Kult-Handy im Härtetest
Bildquelle: VoloKin Project.

Wenn wir alle mal ganz ehrlich sind, müssen wir zugeben: Das „originale“ Nokia 3310 war nicht wirklich unzerstörbar. Es ist eine ironische Überhöhung, ein popkultureller Selbstläufer, der aus einem äußerst stabilen und widerstandsfähigen Handy den Chuck Norris unter den Telefonen gemacht hat: „Wenn ein iPhone auf den Boden fällt, dann zerbricht das iPhone. Wenn ein Nokia 3310 auf den Boden fällt, dann zerbricht der Boden.“ Dieses und zahlreiche andere Memes sind Teil des Mythos „Indestructible Nokia 3310“, wie die Seite KnowYourMeme wunderbar aufschlüsselt.

Der auf dem MWC 2017 vorgestellte „Nachfolger“ Nokia 3310 (2017) muss nun in die gigantischen Fußstapfen seines Urahnen treten.

Nokia 3310 (2017) im Härte-Check: Das ist ja nur Plastik

Der Youtuber VoloKin Project hat das Display des neuen Nokia 3310 (2017) mit einem Cuttermesser traktiert und das Ergebnis ist ernüchternd. Da hier statt einem wiederstandsfähigen Spezialglas einfach nur durchsichtiger Kunststoff zum Einsatz kommt, sind sofort Kratzer sichtbar – aber ehrlich gesagt bei so einem Messer wenig überraschend.

Ein zum Vergleich herangezogenes Moto Z, dessen Front mit Gorilla Glass 3 geschützt ist, lässt sich vom Cutter nichts anhaben, das Nokia kann hier in keinster Weise mithalten. Immerhin ist das Display des Retro-Handys hart genug, dass Schlüssel (in der Hosentasche) keine tiefen Spuren hinterlassen.



Auch das restliche Gehäuse lässt sich relativ leicht zerkratzen, der Tester bricht mit der Messerspitze sogar die Buchstaben des Nokia-Schriftzugs heraus – sehr unangenehm anzuschauen. Dann noch der Angriff mit dem Feuerzeug: Das Nokia 3310 (2017) sieht auch hier nicht gut aus, das Plastik lässt sich problemlos ankokeln und verformt sich dauerhaft.

Tja schade, doch nicht so robust – oder? Der letzte Versuch zeigt, woher der Nokia-Mythos tatsächlich stammt: Im Biegetest mit bloßen Händen verzweifelt VoloKin Project an der Stabilität des barrenförmigen „Plastik-Bombers“. Das Ding lässt sich nicht verbiegen, der Tester stellt – bereits leicht außer Atem – fest: „Was die Beständigkeit angeht: Daumen hoch von mir, Leute!“.

Ein anderer YouTuber namens SuperSaf TV hat die Originalversion aus dem Jahr 2000 und die 2017er-Neuauflage im Drop-Test verglichen. Dazu wirft er beide Geräte aus dem ersten Stock auf Betonboden. Das Original zerspringt, lässt sich aber wieder zusammensetzen und funktioniert danach ganz normal weiter. Das Nokia 3310 (2017) zerspringt nicht, das Gehäuse öffnet sich nur ein wenig, es lässt sich aber mit einem leichten Druck wieder verschließen.

Fazit: Das neue Nokia 3310 (2017) ist aufgrund seines Plastikgehäuses anfällig für Kratzer und große Hitze. Wo es hingegen punktet, sind Stürze aus großer Höhe. Während manche Smartphones bereits bei Schulterhöhe versagen und nach dem Aufprall unbrauchbar sind, überlebt das Nokia offenbar auch einen Abflug aus dem ersten Stock, inklusive Landung auf hartem Untergrund.

Quelle: YouTube

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