Nokia 6.1 (2018) im Test: Der reine Alleskönner mit Android One?

Johann Philipp 1

Edle Optik, Android in Reinform und ein günstiger Preis. Wenn jetzt noch die Leistung stimmt, könnte sich das Nokia 6.1 (2018) zum neuen Preistipp in der Mittelklasse entwickeln. Ob es das schafft, klären wir in unserem Test.

Nokia 6.1 (2018) im Test: Der reine Alleskönner mit Android One?
Bildquelle: GIGA.

Nokia 6.1 (2018) im Test: Inhaltsverzeichnis

Unser erster Eindruck vom Nokia 6.1 (2018)

Nokia 6 (2018) im Hands-On: Das Smartphone für jedermann.

Unser Testurteil zum Nokia 6.1 (2018)

Im zweiten Jahr nach dem Nokia-Comeback zeigt der Hersteller ein behutsames Upgrade zum Vorgängermodell. Nokia dreht an den richtigen Schrauben, hätte sich aber auch noch mehr trauen können. Nicht ohne Grund heißt die neue Version nur 6.1: Das Design ist fast identisch zum Nokia 6 aus dem letzten Jahr. 32 GB interner Speicher und 3 GB Arbeitsspeicher sind ebenfalls unverändert. In Kombination mit dem neuen Snapdragon-630-Prozessor gibt es im neuen Modell allerdings spürbar mehr Leistung.


Die Kamera macht bei Tageslicht richtig gute Fotos. Im Dunkeln versagt sie allerdings und auch die Zoom-Funktion ist nicht zu gebrauchen. Dafür punktet die Frontkamera mit hoher Qualität und Bokeh-Effekt für tolle Porträts. Der Bildschirm ist mit 5,5 Zoll angenehm groß, scharf und kontrastreich, nur leider etwas dunkel. Das Seitenverhältnis belässt Nokia beim altbewährten 16:9 Format. Der 3.000 mAh-Akku hält bei ständiger Benutzung den ganzen Tag durch und ist dank des mitgelieferten Schnellladegeräts flink wieder aufgeladen. Kritikpunkt ist der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite: Er liegt etwas zu tief und funktioniert nicht immer zuverlässig.


Der größte Vorteil und eindeutig ein wichtiger Kaufgrund sind die regelmäßigen Android-Updates. Mit der Teilnahme am Android-One-Projekt verpflichtet sich der Hersteller das Nokia 6.1 in den ersten zwei Jahren nach Markteinführung mit monatlichen Updates zu versorgen. Ab Werk ist Android 8.1 vorinstalliert, die Nachfolger Android 9 und 10 werden wohl ebenfalls auf dem Gerät laufen – und zwar gleich nach Veröffentlichung und nicht erst Monate später. Dieses lückenlose Update-Netz gibt es sonst nur bei Googles eigenen Geräten wie dem Pixel 2. Andere Hersteller lassen sich mit Updates gern Zeit und liefern ihre Geräte auch mal mit Android 7 aus.


Für 280 Euro bekommt man ein solides Smartphone mit ausreichend Leistung, edler Optik, aktueller Software und sorgenfreien Updates. Wer auf kantiges Design statt glattgelutschter Smartphones steht, sich nicht am langsamen Fingerabdrucksensor stört und das pure Android-Betriebssystem mag, macht mit dem Nokia 6.1 nichts falsch. Es gibt aber auch interessante Alternativen in dieser Preisklasse. Als ultimativen Preistipp können wir das Nokia also nicht bezeichnen, trotzdem bietet es ein gutes Gesamtpaket.

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Nokia 6.1 (2018) im Test: Bewertung

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Display: 3/5
  • Kamera: 3/5
  • Software: 5/5
  • Performance: 3/5
  • Telefonie und Audio: 3/5
  • Konnektivität und Speicher: 3/5
  • Akku und Alltag: 4/5

Gesamt: 70 %

Nokia 6.1 (2018) im Kamera-Test

Die Kamera hat Nokia in Zusammenarbeit mit Zeiss entwickelt. Bei guten Bedingungen schießt sie richtig tolle Fotos, der Autofokus und die Zoom-Funktion sind allerdings stark verbesserungswürdig. Die Frontkamera überzeugt dagegen mit ihrem künstlichem Unschärfe-Modus für Porträts. Nachfolgend der Kamera-Test:

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Fokus verloren: Nokia 6.1 im Kamera-Test.

Nokia 6.1 (2018): Das Design in Bildern

Das Gehäuse in Mattschwarz und die Ränder in Kupfer sehen schick und edel aus. Neben der schwarzen Variante sollen später noch Silber und Blau folgen. Wir haben uns das Design im Detail angeschaut:

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9 Bilder
Nokia 6.1 in Bildern: Schwarze Schönheit mit einem Tupfer Kupfer.

Das hat uns im Test zum Nokia 6.1 (2018) gefallen

  • Displaygröße: 5,5 Zoll mit Full-HD-Auflösung im 16:9 Format sind zwar nicht sonderlich innovativ, sorgen aber für viel Platz: Egal ob Videos, Spiele oder einfach nur im Internet surfen, das Display wirkt nie zu klein.
  • Performance: Der 2,2 GHz Achtkern-Prozessor bringt eine ordentliche Leistung für diese Preisklasse. Auf dem Papier: 881 Punkte im Single Core Geekbench-Test und 4.158 im Multi-Core-Test. In der Praxis: Apps starten schnell, scrollen verursacht aber minimale Verzögerungen. Aufwendige Spiele wie PUBG Mobile laufen auf mittlerer Grafikeinstellung flüssig.
  • Android One: Das pure Betriebssystem hat Freunde und Feinde. Mir gefällt es. Ein Segen ist es, nach dem Auspacken nicht erst lästige vorinstallierte Apps löschen zu müssen.
  • Haptik: Das Gerät liegt gut in der Hand. Die Materialien erzeugen ein hochwertiges Gefühl. Das Nokia 6.1 fühlt sich an, wie ein 600-Euro-Smartphone.
  • Dual-Sim-Funktion: Praktisch für alle, die gern mehrere Karten in ihrem Handy nutzen wollen. Wer es nicht braucht, legt eine Speicherkarte in das Fach ein und kann so sein Gerät einfach aufrüsten.
  • Kopfhöreranschluss: Nokia geht den Trend zu immer weniger Anschlüssen am Smartphone nicht mit. Der gute alte Kopfhöreranschluss bleibt.
  • Akkulaufzeit: Ein Tag ist mit voller Aufladung immer drin. Im Stand-by-Betrieb auch mehrere Tage. Der 3.000 mAh-Akku ist für das Gerät ausreichend groß.

Das fanden wir im Test zum Nokia 6.1 (2018) nicht so gut

  • Fingerabdrucksensor: Er ist langsam und unzuverlässig. Das Gerät gleich beim ersten Mal zu entsperren ist uns im Test fast nie gelungen. Der Finger muss exakt aufliegen, sonst wird er nicht erkannt. Das kann die Konkurrenz von Huawei deutlich besser und vor allem auch schneller.
  • Displayhelligkeit: Das Display ist an sich nicht schlecht: Gute Farben, stabile Blickwinkel und scharfe Wiedergabe. Aber bei der Helligkeit hat Nokia gegeizt. Vor allem beim Fotografieren im Sonnenlicht fällt auf, dass das Display zu dunkel ist.
  • Autofokus der Kamera: Die Zeiss-Kamera macht gute Fotos, aber der Autofokus liegt häufig daneben. Gerade bei Nahaufnahmen ist genau das Objekt, das man fotografieren möchte, unscharf. Wenn die Kamera den Fehler selbst bemerkt, dauert es zwei bis drei Sekunden, bis der Fokus stimmt. Das muss deutlich schneller gehen.
  • Mono-Lautsprecher: Den Lieblingssong über den eingebauten Lautsprecher abzuspielen ist keine gute Idee. Oberklasse-Smartphones zaubern auch mal einen unglaublichen Sound aus dem Gehäuse, aber das Nokia schafft nur einen schrillen Mono-Klang ohne hörbare Mitte und Tiefen. Das fällt auch bei YouTube-Videos negativ auf.
  • Keine IP-Zertifizierung: Das Nokia 6.1 ist nicht wasser- und staubgeschützt.

Gut zu wissen

  • Mitgelieferte Kopfhörer: Die Kopfhörer aus der Packung besser gar nicht erst ausprobieren und in der Verpackung lassen. Sie sind nicht zu gebrauchen und klingen scheußlich.
  • 4K-Videoeinstellung vornehmen: Die Kamera filmt standardmäßig nur in 1080p. Wer die volle Auflösung für die Videos haben möchte, muss in den Einstellungen unter „Skalierung und Auflösung“ auf 4K umschalten.
  • Von den 32 Gigabyte Speicher sind nur 20 GB frei, den restlichen Platz nimmt das Betriebssystem ein.
  • Die von Nokia entwickelte „OZO Audio“-Technik soll bei Videos verzerrungsfreie Aufnahmen auch bei hoher Lautstärke ermöglichen.

Nokia 6.1 (2018): Alle technischen Daten im Überblick

Display 5,5 Zoll, 1.920 x 1.080 Pixel
Prozessor Snapdragon 630
Arbeitsspeicher 3 GB RAM
Interner Speicher 32 GB, erweiterbar per microSD-Karte
Hauptkamera 16 MP
Frontkamera 8 MP
Software Android 8.1 Oreo – Android One
Akku 3.000 mAh
Konnektivität LTE, WLAN, Bluetooth, NFC, GPS, USB-Typ-C
Farben Schwarz, Silber
Maße 148.8 x 75.8 x 8,15-8,6 mm
Gewicht 172 Gramm
Sonstiges Fingerabdruckscanner, OZO-Audio

Auf der nächsten Seite stellen wir die Alternativen zum Nokia 6.1 vor.

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