Nokia 7.1 im Test: Nein, das ist nicht der würdige Nachfolger des Nokia 7 Plus

Stefan Bubeck 2

Vor einigen Monaten bezeichneten wir das Nokia 7 Plus als den „Boss der Mittelklasse“. Nun haben wir das Nokia 7.1 getestet – kann dieses gläserne Handy genauso begeistern?

Nokia 7.1 im Test: Nein, das ist nicht der würdige Nachfolger des Nokia 7 Plus
Bildquelle: GIGA - Nokia 7.1.

Nokia 7.1 im Test: Inhaltsverzeichnis

Nokia 7.1: Unser Testurteil

Wo das Nokia 7 Plus noch ein „klassisches“ Design ohne Notch und mit Metallrücken aufwies, geht Nokia-Markeninhaber HMD Global mit dem Nokia 7.1 nun auf Nummer sicher und eifert dem Zeitgeist nach. Oben ist ein Display-Einschnitt angebracht, die Rückseite besteht aus Glas (Wireless-Charging kann das Handy aber trotzdem nicht).

Ist das überhaupt ein echter Nachfolger zum Nokia 7 Plus? Nein, ist es nicht – auch wenn das die Modellnummer suggerieren könnte und („Für diesen Artikel ist ein neueres Modell vorhanden“). Denn technisch ist das Mittelklasse-Smartphone Nokia 7.1 mit 3 GB RAM, 32 GB Speicher und 3.060-mAh-Akku eindeutig schwächer aufgestellt als der vermeintliche „Vorgänger“. Mit ist das Nokia 7.1 zudem eine Preisstufe niedriger positioniert ().

Begeistern konnte uns das farbkräftige und einigermaßen helle Display sowie die bei Tageslicht brauchbare und zuverlässige Hauptkamera mit nettem Bokeh-Effekt. Auch die Verarbeitungsqualität des Nokia 7.1 ist bemerkenswert edel und wirkt wie aus einer höheren Preisklasse.

Softwareseitig kommt Android One (Version Oreo 8.1) zum Einsatz – auch das werten wir als Pluspunkt für alle, denen ein naturbelassenes Android und schnelle Updates wichtig sind. Was unsere Freude dämpfte: Der Snapdragon 636 im Nokia 7.1 neigt trotz des schlanken Betriebssystems zu kurzen Denkpausen während der Bedienung (Start der Kamera-App, Wechsel zwischen Apps) und gelegentlichen Rucklern beim Scrollen über Webseiten.

Insgesamt ist das Nokia 7.1 ein solides Smartphone der Mittelklasse, das einen Blick wert ist. Klar aus dem harten Wettbewerb (Xiaomi Pocophone F1 / Mi 8, Honor Play etc.) hervorheben kann es sich allerdings nicht. Dafür ist der Akku zu durchschnittlich, der Sound zu blechern, die Performance zu träge. Auf einen echten und würdigen Nachfolger des empfehlenswerten Nokia 7 Plus müssen wir also noch eine Runde warten.

Nokia 7.1 im Test: Bewertung

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Display: 4/5
  • Kameras: 4/5
  • Software: 5/5
  • Performance: 2/5
  • Telefonie und Audio: 3/5
  • Konnektivität und Speicher: 3/5
  • Akku und Alltag: 3/5

Gesamt: 70 %

Herstellervideo: Vorstellung des Nokia 7.1

Nokia 7.1 Vorstellung (Herstellervideo).

Das Design des Nokia 7.1

Empfindlicher Glasrücken, aber kein Wireless-Charging. Zwei Rück-Kameras, aber eine nur für „Tiefeninformationen“. So manches am Design des Nokia 7.1 wirft Fragen auf. Fraglos gelungen sind hingegen die Gestaltung und Verarbeitung des Mittelklasse-Smartphones. Alles dazu hier:

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Nokia 7.1 in Bildern: Wenn der Gruppenzwang das Design bestimmt.

Die Kamera des Nokia 7.1 im Test

Wir haben die Kameras des Nokia 7.1 in unterschiedlichen Situationen ausprobiert. Bei guten Lichtverhältnissen muss sich das Budget-Smartphone nicht vor einem iPhone 8 verstecken! Wenn es düster wird oder man ein Video drehen möchte, dann werden jedoch klare Schwächen erkennbar. Alles dazu hier:

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Nokia 7.1 im Kamera-Test: Wag es nicht ohne Tageslicht.

Nokia 7.1: Das hat uns gefallen

  • Display: Kräftige Farben und stattliche Helligkeit – der subjektive Bildeindruck ist für diese Preisklasse wirklich gut.
  • Kamera (Fotos): Bei Tageslicht top, in der Dämmerung immerhin mittelmäßig. Der Bokeh-Effekt ist nett, zeigt aber die üblichen Schwächen, etwa bei Brillenrahmen. Insgesamt brauchbar für Schnappschüsse und das eine oder andere schöne Urlaubsfoto.

Nokia 7.1: Das fanden wir nicht so gut

  • Performance: Flüssiges Scrollen und eine flotte Kamera-App sollte man beim Nokia 7.1 nicht erwarten. Wer eher gemächlich unterwegs ist und keine Flaggschiff-Performance erwartet, kann das sicherlich verkraften. Alle anderen hoffen auf Abhilfe per Software-Update oder greifen lieber zum potenteren Nokia 7 Plus.
  • Akku: Durch den Tag sind wir stets gut gekommen. Ein zweiter Tag ist aber definitiv nicht drin, außer man schränkt sich sehr in der Nutzung ein.
  • Display und Lautsprecher: Das Gorilla-Glas an der Front spiegelt bei Sonneneinstrahlung, was eine deutlich schlechtere Ablesbarkeit zur Folge hatte. Auch schade: YouTube-Videos (bei abendlichem Dämmerlicht) sehen zwar knackig aus, aber der dünne Sound aus dem Lautsprecher kann da einfach nicht die passende Klangkulisse liefern. Zum Glück ist eine 3,5-mm-Klinkenbuchse vorhanden.
  • Kamera (Video): Filmen geht, aber es könnte ruckelig und wackelig werden. Wenigstens reagiert der Autofokus zügig.

Nokia 7.1: Gut zu wissen

  • Das Nokia 7.1 ist nicht offiziell wasserdicht, zumindest fehlt dem Smartphone die entsprechende Zertifizierung.
  • Laut Hersteller kann das Smartphone in Echtzeit normale Inhalte (SDR) in das besser aussehende HDR umwandeln. Wenn dieser Effekt aktiviert ist, dann fällt das in unseren Augen aber nur minimal auf. Eher ein Nice-to-have als ein gewichtiger Kaufgrund.
  • Der mit 32 GB recht magere interne Speicher lässt sich per microSD-Karte (bis zu 400 GB) erweitern.

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