OnePlus hatte bislang stets ein geschicktes Händchen fürs Marketing, auch wenn man die Methoden nicht immer gutheißen muss. Der neueste Coup des chinesischen Startups: Eine Produktplatzierung in der populären Netflix-Serie House of Cards. Eine gute Investition oder wirtschaftliche Fehlentscheidung?

 

OnePlus 2

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OnePlus 2

Als ehemalige OPPO-Mitarbeiter sich lösten und unter dem Namen OnePlus seinerzeit die Arbeit am OnePlus One ankündigten, war die Aufregung in der Tech-Welt groß: Erstmals hatte ein ernstzunehmendes Startup es sich zum Ziel gemacht, zu einem vergleichsweise günstigen Preis eine Hardware-Ausstattung auf High-End-Niveau zu bieten. Das OnePlus One hat die Smartphone-Industrie nachhaltig geprägt und einen neuen Trend geschaffen. Anstelle von High-End-Smartphones jenseits der 500 Euro-Marke zeigten fortan verstärkt Geräte der Mittelklasse, dass auch für deutlich weniger Geld ein hochwertiges und leistungsfähiges Smartphone auf den Markt gebracht werden kann.

Das OnePlus One verkaufte sich seit April 2014 mehr als 1,5 Millionen Mal.
Das OnePlus One verkaufte sich seit April 2014 mehr als 1,5 Millionen Mal.

Beim OnePlus One musste das Startup seinerzeit einige logistische Hürden bewältigen, um bei geringen Produktionsmargen und kleinem Verkaufspreis dennoch wirtschaftlich profitabel zu bleiben. Beim OnePlus 2 hat man den Preis des Gerätes zur Markteinführung etwas angehoben und versprach, dass das Smartphone dafür ohne Verzögerungen und Lieferengpässe mit einem verbesserten Invite-System angeboten werden würde. Wie wir heute wissen, verlief auch der Launch des OnePlus 2 nicht ohne Probleme. Mittlerweile ist der selbsternannte „Flaggschiff-Killer 2016“ aber ohne Einladung erhältlich.

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Die größten Smartphone-Enttäuschungen 2015: Was war das denn, bitte?!

300.000 US-Dollar für Produktplatzierung: An anderer Stelle besser aufgehoben?

Ein hämischer Kommentar zur OnePlus-Produktplatzierung: Dieser House of Cards-Character fragt sich ebenfalls, wo Android 6.0 für sein OnePlus 2 bleibt.
Ein hämischer Kommentar zur OnePlus-Produktplatzierung: Dieser House of Cards-Charakter fragt sich ebenfalls, wo Android 6.0 für sein OnePlus 2 bleibt.

Bislang konnte sich OnePlus als Underdog und Aufsteiger dennoch viele Sympathien sichern. Den mitunter frustrierenden Kundendienst, die vertröstende Update-Politik, die bei einigen Geräten auftretenden Verarbeitungsmängel und das ärgerliche Invite-System konnte man dem Unternehmen verzeihen – immerhin musste man davon ausgehen, dass es einem kleinen Startup wie OnePlus schlichtweg an Budget fehlt. Im Gegenzug konnten die Käufer dann von einem günstigen Verkaufspreis profitieren. Als nun allerdings bekannt wurde, dass OnePlus Netflix stolze 300.000 US-Dollar für eine Produktplatzierung in der Kultserie House of Cards bezahlt hat, sorgte dies bei Kunden des Startups für nachvollziehbaren Unmut. Nicht nur, dass die Ressourcen vermutlich im Ausbau des Kundendienstes sowie des Entwicklerteams besser aufgehoben wären. Dass wirklich irgendjemand (außer Hardcore-Fans des Unternehmens) beim Anschauen von House of Cards bemerken wird, dass einige der Charaktere ein OnePlus-Smartphone in der Hand halten, erscheint ebenfalls eine ziemlich fragwürdige Annahme zu sein. Quelle: Weibo, r/Android, via Pocketnow

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