Riesige Menschenschlangen, die ungeduldig warten, um das neueste Smartphone ihres Lieblingsherstellers endlich in der Hand zu halten – nein, wir reden hier nicht von einem gewissen Unternehmen aus Cupertino, sondern von OnePlus. Wieso das chinesische Startup das neue Apple ist.

 

OnePlus 3

Facts 

In einem überfüllten Smartphone-Markt ist es für Hersteller immer schwieriger, aus der Masse herauszustechen. Selten war die verzweifelte Jagd nach Alleinstellungsmerkmalen wohl offensichtlicher als dieses Jahr. Das LG G5 möchte etwa mit Erweiterbarkeit überzeugen und hat einen „Magic Slot“ an Bord, um das Mobiltelefon aufzurüsten. In die gleiche Kerbe schlägt auch das jüngst vorgestellte Moto Z, dass das Thema Modularität mit wechselbaren Rückseiten aufgreift. Huawei wiederum möchte beim P9 und P9 Plus mit einer Dual-Kamera punkten, die besonders schöne Fotos knipsen soll – und HTC?

Die Taiwaner haben den Vogel mit ihrer Marketingkampagne für das HTC 10 komplett abgeschossen. Nicht falsch verstehen: Das neueste Spitzenmodell des Konzerns ist ein ausgezeichnetes Smartphone. Doch im Vorfeld der Präsentation unentwegt davon zu plappern, dass das HTC 10 das „schnellste und flüssigste Android“ haben und die „beste Smartphone-Kamera der Welt“ besitzen wird, hinterließ eher den Eindruck eines nervigen Strebers denn sympathischen Android-Herstellers.

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Ganz anders das OnePlus 3. Natürlich hat auch OnePlus ordentlich die Werbetrommel gerührt und mit Superlativen um sich geschmissen – allein der Begriff „Flaggschiff-Killer“ spricht ja Bände. Und dennoch gibt es einen gewaltigen Unterschied: Das OnePlus 3 kommt nämlich ohne Gimmicks daher. Keine verrückten Module, keine fragwürdigen Dual-Kameras, kein gar nichts. Das dritte Flaggschiff aus dem Hause OnePlus hat sich darauf konzentriert, ein gutes Smartphone zu sein – mehr nicht. Und genau hier liegt die Parallele zu Apple.

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Vor dem OnePlus 8 Pro: Die Flaggschiff-Smartphones von OnePlus im Rückblick

Die wichtige „Core Experience“

Auch Apple baut mit dem iPhone nämlich ein Gerät, das vor allem ein gutes Smartphone sein möchte. Seitdem das Original-iPhone 2007 aus der Taufe gehoben wurde, konzentriert sich der kalifornische Hersteller darauf, die sogenannte „Core Experience“ so perfekt wie möglich zu gestalten. Damalige Konkurrenten wie Nokia-Smartphones oder BlackBerrys konnten mit mehr Features aufwarten – aber was nutzt dem User eine Funktion, wenn sie so dermaßen schlecht implementiert ist, dass man sie kaum verwenden möchte?

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Diese Liebe fürs Detail, die zu einem Markenzeichen Apples geworden ist, zeigt sich auch im OnePlus 3. Der dritte „Flaggschiff-Killer“ ist derzeit das vielleicht seriöseste Mobiltelefon auf dem Markt: Von Kopf bis Fuß entwickelt, um ein gutes Smartphone-Erlebnis zu bieten – nicht mehr, nicht weniger. Selbst die 6 GB RAM, die natürlich dem Marketing geschuldet sind und der Konkurrenz süffisant sagen sollen „Seht her, was wir drauf haben!“, werden auf mittlere Sicht auch von Nutzen sein.

Der Unterschied zwischen OnePlus und Samsung

Der aufmerksame Leser wird bereits gemerkt haben, dass in unserer Auflistung der OnePlus-3-Konkurrenten ein Smartphone fehlt: das Samsung Galaxy S7. Denn jedes lobende Wort, das über das OnePlus 3 gefallen ist, lässt sich problemlos auch auf das Galaxy S7 übertragen. Die Kritikpunkte am Galaxy S6 hat Samsung konsequent abgearbeitet und mit seinem diesjährigen Flaggschiff ein Smartphone herausgebracht, das sich ebenso auf die „Core Experience“ konzentriert, nutzlose Gimmicks außer Acht lässt und ein durch und durch seriöses Smartphone ist. Selbst die schärfsten Samsung-Kritiker verstummten bei der Präsentation des Galaxy S7.

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Gab es aber Menschenschlangen beim Verkauf des Galaxy S7 oder hat sich eine leidenschaftliche Fangemeinde im Vorfeld der Präsentation gegenseitig aufgeheizt? Die Antwort lautet trocken: nein. OnePlus versteht es wie kein anderer Hersteller, mit Ausnahme von Apple natürlich, einen Hype zu generieren. Dass das chinesische Startup unlängst angekündigt hat, das OnePlus X einzustampfen und sich jedes Jahr nur noch auf Vertrieb und Vermarktung eines einzigen Smartphones zu konzentrieren, dürfte den Nimbus von OnePlus noch weiter befeuern.

Nur ein Smartphone pro Jahr? Das kenne ich doch irgendwoher ...

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