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Das OnePlus 5 besitzt endlich eine gute Kamera

Das OnePlus 5 kommt nun also mit einer Dual-Kamera. Der Hauptsensor besitzt eine Auflösung von 16 MP, eine Blende von f/1.7 und 1,12 µm große Pixel. Der zweite Telephoto-Sensor löst mit 20 MP auf, kommt mit einer Blende von f/2.6 und besitzt 1,0 µm große Pixel. Die beiden Sensoren arbeiten nur in gewissen Situationen zusammen, um besondere Funktionen und Effekte zu ermöglichen. Dazu gehört beispielsweise die Möglichkeit, Fotos mit Tiefeneffekt zu schießen, um einen Bokeh-Effekt zu erzeugen. Der zweite Sensor unterstützt den Hauptsensor aber auch, um noch bessere Fotos machen zu können. Vermutlich arbeitet der Autofokus deswegen so pfeilschnell.

Der erste Eindruck der Dual-Kamera ist hervorragend. Wer das OnePlus 3 oder 3T verwendet, kennt die mittelmäßige Leistung der Hauptkamera. Es gab also viel Verbesserungsspielraum und der wurde beim OnePlus 5 ausgenutzt. Besonders auffällig ist der extrem schnelle Autofokus. Egal in welcher Situation, die Schärfe ist immer sofort gegeben. Die Dual-Kamera besitzt eine „Electronic Image Stabilization“ (EIS), wie es bei den Pixel-Smartphones von Google der Fall ist. Diese sorgt dafür, dass die Bilder in so gut wie jeder Situation gelingen und Videos ruckelfrei aufgenommen werden. Die Auto-HDR- und „Smart Capture“-Funktionen optimieren die Fotos nach dem Auslösen und erzeugen gute Ergebnisse.

Die beiden Sensoren besitzen eine unterschiedliche Brennweite. Fotos ohne Zoom werden mit 16 MP geschossen, die mit 2x-Zoom mit 20 MP. Generell würden wir den Hauptsensor mit der höheren Blende bevorzugen, denn dieser macht richtig gute Fotos. Ein Zoom ist trotzdem ab und zu praktisch, wenn man ein Objekt etwas heranholen möchte. Das geht beim 2-fach Zoom ohne Qualitätsverlust. Maximal ist ein 8-fach Zoom möglich. Dann aber nur noch mit der Vergrößerung der Pixel und einer entsprechend schlechteren Bildqualität.

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Neue Farbe: So schön sieht das OnePlus 5 in Soft Gold aus

Kamera-App: Überschaubar und einfach gehalten

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Die Kamera-App überfordert den Benutzer nicht

Die Kamera-App ist einfach gehalten, überfordert den Nutzer also nicht. Es gibt einen großen Auslöser, daneben einige Punkte, mit denen man zwischen Foto-, Video- und Portrait-Modus wechseln kann und den Knopf für den Zoom. Einmal betätigt, wird der verlustfreie Zoom direkt umgesetzt. Alle wichtigen Funktionen lassen sich mit dem Daumen erreichen.

Auf der gegenüberliegenden Seite finden sich zusätzliche Einstellungen wie das Seitenverhältnis der Bilder. Die volle Auflösung der beiden Sensoren wird im 4:3-Format erreicht, bei 16:9 sinkt die Auflösung. Auch ein 1:1-Modus ist vorhanden – perfekt für Instagram. So bekommt man das Ergebnis direkt zu sehen und muss es nicht noch zuschneiden.

Über die drei übereinanderliegenden Striche erreicht man die Modi:

  • Foto
  • Video
  • Hochformat
  • Pro-Modus
  • Zeitraffer
  • Zeitlupe
  • Panorama

Nur in dieser Ansicht sind über das Zahnrad die weiteren Einstellungen erreichbar. Dort lassen sich Optionen wie das Speichern der Standortdaten ausschalten, der Auslöseton deaktivieren oder ein Raster einblenden.

Pro-Modus für erfahrene Benutzer

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Im Pro-Modus lassen sich alle Einstellungen der Kamera manuell anpassen

Das OnePlus 5 besitzt einen manuellen Modus. Die Bezeichnung „Pro-Modus“ wirkt auf den ersten Blick etwas abschreckend, bietet aber auch für unerfahrene Nutzer Möglichkeiten, manuelle Einstellungen einfach mal auszuprobieren. Erfahrene Nutzer hingegen können aus der Dual-Kamera des OnePlus 5 so noch mehr rausholen. In Low-Light-Situationen zum Beispiel kann durch eine höhere Belichtungszeit mehr Licht eingefangen und so das Bildrauschen weiter vermindert werden. Außerdem lassen sich in diesem Modus auch RAW-Fotos aufnehmen und nachträglich bearbeiten.

Videos mit bis zu 4K

Das OnePlus 5 kann Videos mit bis zu 4K bei 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Full-HD-Videos sind mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde möglich. Das wirkt dann noch einmal etwas flüssiger. Die elektronische Bildstabilisierung leistet insgesamt gute Arbeit. Kleinere Ruckler sind trotzdem wahrzunehmen:

OnePlus 5: 4K-Beispielvideo

Die Frontkamera des OnePlus 5 löst wie beim Vorgänger OnePlus 3T mit 16 MP auf. Neben den normalen Funktionen, die man von der Hauptkamera auf der Rückseite kennt, gibt es hier noch zusätzliche Features. Beauty Face soll etwa das Aussehen verschönern. Die Intensität dieses Effekts kann mit einem Schieberegler eingestellt werden. Es kann zudem eine Lächelerkennung mit einem Timer von 2 oder 5 Sekunden eingestellt werden. Für Fotos in schwierigen Lichtsituationen verwandelt sich das Display in einen Blitz – eine weitere Reminiszenz an das iPhone. Dazu wird die Helligkeit kurz vor dem Auslösen auf die höchste Stufe gestellt, um das Gesicht besser ausleuchten zu können.

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Kann die Dual-Kamera des OnePlus 5 nun überzeugen?

Im Vergleich zu den Vorgängern in jedem Fall. Die Dual-Kamera des OnePlus 5 spielt in einer komplett anderen Liga. Der Autofokus ist extrem schnell und präzise, die Farbdarstellung der Fotos überzeugt und die Point-and-Shoot-Eigenschaften sind hervorragend. Einfach Smartphone zücken, doppelt den Homebutton berühren, um die Kamera-App zu starten, auslösen und sicher sein, dass der erste Versuch ein brauchbares Ergebnis liefert. So und nicht anders muss es sein.

Nachfolgend einige Fotos, die wir mit dem OnePlus 5 in verschiedenen Lichtsituationen gemacht haben:

Nahaufnahme mit dem Hauptsensor (16 MP)
Nahaufnahme mit dem Hauptsensor (16 MP)
Gegenlicht mit dem Hauptsensor (16 MP)
Gegenlicht mit dem Hauptsensor (16 MP)
Gegenlicht mit dem Zweitsensor (20 MP)
Gegenlicht mit dem Zweitsensor (20 MP)

Insgesamt kann die Qualität der Bilder überzeugen, allein in Low-Light-Situationen hatte die Kamera vereinzelnd Probleme den Fokus zu setzen. Dadurch schneidet die Dual-Kamera nicht ganz so gut wie beim Samsung Galaxy S8 oder HTC U11 ab, ist aber trotzdem nah dran und somit überdurchschnittlich gut. Man spürt teilweise aber, dass der optische Bildstabilisator fehlt.

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