OnePlus One: Startup soll Tochterunternehmen von Oppo sein, fragwürdige Werbekampagne

Rafael Thiel 31

Mit dem OnePlus One hat das erst im Dezember letzten Jahres gegründete Unternehmen ein auf dem Papier großartiges Smartphone zu einem vergleichsweise geringen Preis vorgestellt. Wie jetzt jedoch bekannt geworden ist, soll es sich bei dem vermeintlichen Startup hinter dem selbsternannten „Flagship Killer“ um eine Untermarke von Oppo handeln. Der selbstgeschürte Hype hält derweil an, bekommt aber einen leicht bitteren Beigeschmack.

OnePlus One: Startup soll Tochterunternehmen von Oppo sein, fragwürdige Werbekampagne

Auf dem Papier mag das OnePlus One überzeugen, jedoch ist der selbsternannte „Flagship Killer“ bislang weder vorbestellbar, noch sind weiterre Informationen über den Start des Invite-Systems bekannt. Wie schon vor der Vorstellung, setzt das Unternehmen auf eine virale Werbestrategie, die nun in einer sehr fragwürdigen und umstrittenen Kampagne mündet. Unter dem plakativen Titel „Smash the Past“ werden Interessenten dazu aufgefordert, ihre aktuellen Flaggschiff-Smartphones vor laufender Kamera mit allen erdenklichen Mitteln zu demolieren und zerstören. Als Belohnung winkt für 100 ausgewählte Bewerber ein OnePlus One zum Preis von nur einem US-Dollar – nach Eigenaussage sollen sich bereits 100.000 Menschen für diese Aktion angemeldet haben.

Davon abgesehen, dass viele die Kampagne nicht verstanden zu haben scheinen und ihre Geräte noch vor der Auslese seitens OnePlus zerstört haben, ist eine derartige Aktion mehr als fragwürdig, da man dazu aufgefordert wird, mutwillig teure Technik zu zerstören. Außerdem wäre ein baldiger Verkaufsstart wünschenswert, doch bislang ist das OnePlus One noch nichtmal vorbestellbar. Zunächst wurde vermutet, dass ein so junges und kleines Unternehmen wie OnePlus einfach nicht in der Lage sei in einer ausreichend hohen Stückzahl zu produzieren, um das Gerät zeitnah ausliefern zu können.

Doch wie jetzt bekannt geworden ist, soll hinter dem Startup niemand anderes als Oppo Electronics stehen – der frühere Arbeitgeber des OnePlus-Chefs und Gründers Pete Lau. Letzterer betonte in der Öffentlichkeit noch stets die Unabhängigkeit des eigenen Unternehmens und scheint nun der Falschaussage überführt, denn Oppo ist eines Eintrags bei der Shenzhen Municipal Market Supervisory Authority (SIPO) alleiniger Anteilseigner von OnePlus und dürfte demzufolge über ein ausschlaggebendes Stimmrecht verfügen. Ferner ist die Ähnlichkeit des OnePlus One zum Oppo Find 7 nicht von der Hand zu weisen. Dies überrascht jedoch wenig, da mittlerweile bekannt ist, dass die beiden Smartphones werden in der selben Fabrik hergestellt werden. Dazu meinte Pete Lau nur, dass dies vermutlich an den ästhetischen Standards liege und heutzutage alle Smartphones sowieso dem iPhone ähneln.

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Wer des Chinesischen mächtig ist, soll hier hier den Beleg für Oppos Rolle bei OnePlus sehen können.

Trotzdem ist es nicht ganz nachvollziehbar, wieso das OnePlus One zunächst nur kontrolliert über das Invite-System in den Markt eingespeist wird, schließlich sollte Oppo als Produzent und mutmaßlicher Strippenzieher über ausreichend Kapazitäten für eine breite Verfügbarkeit sorgen können. Ebenso zieht in Folge dessen auch das Argument des finanziellen Risikos für ein kleines und vermeintlich unabhängiges Startup nicht mehr. Die nun vermutete künstliche Verknappung ist zu Recht eine verpönte Strategie in der Wirtschaft, insofern sollte man OnePlus derartiges Vorgehen nicht sofort unterstellen – in ein paar Wochen ist das Smartphone womöglich überraschenderweise bereits weltweit lieferbar. Dennoch: Ein „Geschmäckle“ bleibt – auch angesichts der vorgeworfenen Zensur im eigenen Forum.

Abgesehen von den Ungereimtheiten und der dubiosen Werbekampagne hat OnePlus mit seinen One ohne Frage ein sehr spannendes Phablet/Smartphone vorgestellt, das angesichts des Preis-/Leistungsverhältnisses seines gleichen sucht. Selbst Googles Nexus 5 ist dagegen teuer und vergleichsweise „schwachbrüstig“. Es ist zu hoffen, dass OnePlus sein beeindruckendes One möglichst bald der breiten Masse zum Kauf anbietet. Dann dürften die scheinbar ominösen Hintergründe und fragwürdigen Werbekampagnen schnell nur noch zweitrangig sein.

Was haltet ihr von dieser ganzen Sache? Hätten Oppo, OnePlus und Pete Lau besser mit offenen Karten spielen sollen? Es bleibt spannend, wie die Beteiligten sich zu dieser Angelegenheit äußern werden.

Quelle: TechWeb (Google Translate) [via GizmoChina, PhoneArena]

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