OPPO Find 5: Hersteller veröffentlicht Android 4.4 KitKat und Color OS 2.0-Update auf instabilem Custom ROM

Rafael Thiel

Das OPPO Find 5 hat mittlerweile schon beine zwei Jahre auf dem Buckel. Im Februar 2013 wurde das erste Smartphone mit Full HD-Display überhaupt mit Android 4.2.2 Jelly Bean vorgestellt, ein Update samt aktuellem Color OS-UI auf das im Oktober desselben Jahres von Google enthüllten Android 4.4 KitKat ließ lange Zeit auf sich warten – bis jetzt. Allerdings scheint der Hersteller geschlampt zu haben, handelt es sich doch beim derzeit ausrollenden Update im Grunde schlicht um eine unsaubere Modifikation eines bereits instabilen Custom-ROMs -- das entsprechend unrund läuft.

Die Benutzer des OPPO Find 5 warten bereits seit geraumer Zeit auf Zuwendung seitens des Herstellers. Während die neuen Modelle N3 und R5 etwa vom Start weg mit Color OS 2.0 nebst Android 4.4 KitKat aufwarten können, mussten sie sich bislang mit Android 4.2.2 Jelly Bean und einer überholten Oberfläche begnügen. Dann veröffentlichte OPPO dieser Tage schlussendlich doch noch das ersehnte Update und sorgte zunächst für weihnachtliche Begeisterung – bis das Update nach und nach eintraf. Denn rasch stellte sich heraus, dass der Hersteller minderwertige Arbeit abgeliefert hatte. Die Berichte über Bugs und Fehler des „frischen“ Betriebssystems häuften sich.

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Bei OPPO reagierte man auf die Beschwerden. Man versprach, die Probleme anzugehen und stellte klar, dass das Update von „externen Entwicklern“ angefertigt worden sei. Diese haben jedoch schlicht eine Version der AOSP-bsierten OmniROM für das Find 5 portiert. Dabei wurde sogar nur auf das PatchROM-Verfahren zurückgegriffen, das lediglich zur groben Portierung von MIUI-Oberflächen entwickelt wurde und zur Stabilität noch Feinjustierungen erfordert. Die entsprechenden Devs haben also noc nicht einmal das Omni ROM aus dem aktuellen Quellcode mitsamt der eigenen Modifikationen kompiliert. Es wurde ergo einfach eine verfügbare Firmware auf Basis von Android 4.4 KitKat mit der Color OS-Oberfläche zusammengerührt. Infolge dieser für die Entwickler bequemen Abkürzung, ist die daraus resultierende Firmware auch nur bedingt funktionstüchtig. So wird NFC nicht unterstützt, die Color OS-Kamera fehlt sowie die aus der stabilen Version bekannte Gestenerkennung bei ausgeschaltetem Bildschirm ist nicht mit dabei. Außerdem gibt es zahlreiche kleinere Fehler und Bugs, von denen Benutzer berichten.

Zu allem Überfluss hat OPPO es verpasst, auf den Ursprung der Firmware hinzuweisen. Ein namhafter Entwickler der OmniROM weist darauf hin, dass der Hersteller gegen die GPL-Lizenz des Projektes verstößt, da der Quellcode nicht veröffentlicht wurde. Obendrein wird das Ergebnis auch von Entwicklerseite kritisiert, handle es sich doch um eine armselige Arbeit, die lediglich grundlegende Entwicklerkenntnisse verlangt.

Mit Ruhm hat sich OPPO damit wohl nicht bekleckert, die hier gezeigte Vorgehensweise bei der Entwicklung eines Updates ist in einem Ausmaß unprofessionell, das wir bislang noch nicht kannten. Die eingeschworene OPPO-Fangemeinde wird mit solchen Aktionen vor den Kopf gestoßen. Es bleibt abzuwarten, ob das Unternehmen wie versprochen auf die Kritik reagieren und nach dieser Alpha-Version noch eine finale, halbwegs stabil laufende Firmware veröffentlichen wird. Trotz der massiven Probleme geizt der Hersteller nicht damit, über verschiedene Kanäle auf das freigegebene Update auf Color OS 2.0 für das Find 5 hinzuweisen.

Quelle: OPPO Forum [Android Police]

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