Project Ara: Erster funktionierender Prototyp des modularen Smartphones noch im April

Andreas Floemer 9

Googles Project Ara scheint allmählich Formen anzunehmen. Wir haben bereits in den vergangenen Monaten seit der ersten Ankündigung verschiedene Module, wie nicht funktionierende Demo-Einheiten zu Gesicht bekommen. Allerdings soll sich dies noch in diesem Monat ändern, denn nach Informationen, die dem Magazin Technology Review vorliegen, soll noch im April ein funktionierender Prototyp vorgestellt werden.

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Project Ara-Chef Paul Eremenko mit Blutsauerstoffmessgerät

Technology Review-Redakteur David Talbot war in der Project Ara-„Werkstatt“ zu Gast und durfte eine Reihe von Einzelteilen, Modulen sowie Endoskeletten begutachten. Im Gespräch mit MIT-Ingenieur und Project Ara-Partner Ara Knaian, nach dem das Projekt übrigens benannt wurde, sowie Ara-Chef Paul Eremenko gab es außer dem Endo, dem Grundgerüst des modularen Smartphones, von dem es bestätigterweise drei verschiedene Größen geben wird, diverse Module zu sehen: Beispielsweise hat man so kuriose, wie für bestimmte Einsatzzwecke sicherlich sinnvolle Module, etwa Infrarot-Kamera-Linsen (Bild links unten), Wärmebildsensoren (Bild rechts unten) sowie Blutsauerstoffmessgerät (Bild oben) in Entwicklung.

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Diese Module sind selbstredend nur eine recht exotische Auswahl der später verfügbaren Elemente, zu denen auch Prozessor-, WiFi-, Kamera-, Speicher-, Akku- (siehe Bild unten) und weitere Module zählen werden. Hier darf man sich auf die Phantasie der Entwickler und Hardware-Partner verlassen, denen bald ein MDK (Module Developers Kit) zur Verfügung gestellt wird. Es zeigt sich allerdings, dass man bei Project Ara eine breite Palette an Einsatzmöglichkeiten vor Augen hat, die über die private Nutzung hinausgehen.

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Wie eingangs erwähnt, finalisiert das mit Project Ara betraute Team aktuell funktionierende Prototypen und will diese noch in diesem Monat vorstellen. Wahrscheinlich sind diese im Zuge der am 15. und 16. April stattfindenden Ara-Entwickler-Konferenz zu bestaunen.

Weiter heißt es, dass Google in diesem Jahr simple Ara-Geräte ohne mobiles Daten-Modul in Süd- oder Zentral-Amerika testen wird. Dieses Gerät soll lediglich aus WiFi-Element, Chipsatz, Display, Speicher und Akku bestehen. Dass diesen Testgeräten ein Datenchip fehlt ist zu verschmerzen, denn in diesen Regionen sind WLAN-Hotspots weit verbreitet und häufig genutzte Alternativen zu teureren mobilen Datenverbindungen. Diese modularen Geräte sollen in der Herstellung lediglich mit 50 US-Dollar zu Buche schlagen – wie hoch letztlich der Verkaufspreis sein wird, ist noch unbekannt.

Auch wenn das Project Ara erst Anfang nächsten Jahres Marktreife erlangt, so können wir uns offensichtlich bereits in den kommenden Wochen und Monaten auf weitere spannende Einblicke freuen und beobachten, wie rasch die Fertigstellung des modularen Smartphones voranschreitet. Wir sind sehr gespannt darauf, wie es weitergeht und halten euch auf dem Laufenden.

Wer mehr zu Project Ara erfahren möchte, sollte sich auch die Videodemonstration von Anfang März zu Gemüte führen.

Quelle und Bilder: MIT Technology Review [via Slashgear]

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