Project Ara: Googles modulares Smartphone erhält eigene Android-Version, in Zusammenarbeit mit Linaro

Frank Ritter

Googles modulares Smartphone Project Ara soll noch in diesem Jahr in einer ersten Hardware-Version erscheinen. Bislang war zur Software des ambitionierten Gerätekonzeptes nur bekannt, dass es sich um Android handeln sollte. Nun sind weitere Details bekannt geworden. Für Ara entwickelt Google eine eigene Android-Variante – in Zusammenarbeit mit Linaro.

Project Ara: Googles modulares Smartphone erhält eigene Android-Version, in Zusammenarbeit mit Linaro

Google wird die Software für Project Ara nicht alleine „in House“ entwickeln, stattdessen holt man sich Hilfe vom Open Source-Projekt Linaro. Linaro ist im Android-Kontext in der Vergangenheit durch interessante Optimierungen bekannt geworden, die zu Zeiten von Android 4.0 Ice Cream Sandwich ein deutliches Mehr an Leistung aus dem Kernel herausholen konnten, es letztendlich aber nicht in Stock Android schafften – mutmaßlich aufgrund von Kompatibilitätsproblemen. Die Arbeit von Linaro wurde von Google trotzdem registriert, sodass die für Project Ara zuständige ATAP-Division (Advanced Technology and Projects) bei Google nun eng mit Linaro kooperiert, um Android für das Modul-System fit zu machen.

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Die Herausforderungen bei der Anpassung von Android an Project Ara liegen dabei insbesondere in der Plug & Play-Funktionalität des Systems, gab Linaro-Chef George Grey nun bekannt. So muss man konzeptbedingt jederzeit Bausteine des Ara-Smartphones, etwa Kamera-Module oder Akkus herausnehmen, einsetzen und austauschen können. Das erfordert, dass Android diese Änderungen nicht nur toleriert, sondern auch wiederspiegelt. Wenn der Nutzer beispielsweise ein Akku-Modul einlegt, muss die geänderte Rest-Kapazität auch in der Akku-Anzeige dargestellt werden.

Weitere große Änderungen am Android-System sind notwendig, um die so genannten UniPro Transport-Treiber zu implementieren. Dabei handelt es sich um die Software-Unterstützung für eine breite Anzahl an Sensoren, Kameras, Netzwerk-Adapter, Eingabegeräte und anderen Hardwareklassen, die dem USB-Protokoll ähnelt. Einige Hardware-Komponentenklassen werden auch nicht-standardisierte Treiber erfordern, die von den Modulherstellern in Emulatoren entwickelt werden. Für diese muss ein sicheres System entwickelt werden, vergleichbar mit einer Sandbox, die sicherstellt, dass die Software nicht das System schädigen kann.

Ob die Android-Variante für Ara bereits auf Basis von Android L entwickelt und diese schon 64-Bit-fähig ist, konnte Linaro-Chef Grey aufgrund einer Verschwiegenheitsvereinbarung mit Google noch nicht verraten. Er gab allerdings auch an, dass man nicht vorhabe, das gesamte Betriebssystem neu zu schreiben. Vielmehr sei die Intention, dass die notwendigen Änderungen mittelfristig auch in Standard-Android Einzug hielten, so Grey. Damit würde Google einen ähnlichen Weg beschreiten wie mit Android 3.x Honeycomb. Seinerzeit wurde eine eigene Android-Variante für den damals noch neuen Tablet-Formfaktor entwickelt, erst mit Android 4.0 Ice Cream Sandwich wurden beide Varianten vereint.

Neue Informationen zu Project Ara, ein aktualisiertes MDK (Module Development Kit) und erste Hardware werden für Ende November erwartet. Dann findet die zweite Ara-Entwicklerkonferenz statt. Wir halten natürlich über neue Erkenntnisse auf dem Laufenden.

Quelle: GreenBot [via SmartDroid]

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