Project Ara: Motorolas modulare Smartphone-Entwicklung geht in die nächste Runde

Andreas Floemer 13

Project Ara, Motorolas ambitioniertes Vorhaben, ein modulares Smartphone zu bauen, schreitet offenbar rasch voran: Die Google-Tochter hat mit 3D Systems bereits einen Partner für die Herstellung des zukunftsträchtigen Devices gefunden. Dieses Unternehmen, das auf High-Speed 3D-Druck spezialisiert ist, hat am gestrigen Freitag eine Pressemitteilung veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass man mit Motorola eine mehrjährige Partnerschaft eingegangen ist, um das unter anderem von Phonebloks inspirierte Smartphone zu bauen.

Project Ara: Motorolas modulare Smartphone-Entwicklung geht in die nächste Runde

Motorolas Vision des Baus eines modularen Smartphones ist mit der Beauftragung von 3D Systems als „Manufacturing-Partner“ einen Schritt näher an der Realität. 3D Systems hat einen mehrjährigen Auftrag an Land gezogen, der die Entwicklung und Herstellung einer 3D-Produktionsplattform sowie eines Fulfillment-Systems umfasst, um Motorola bei der Entwicklung einer Produktionsanlage und auch der Produktion des modularen Smartphones selbst zu unterstützen.

Avi Reichental, Präsident und CEO von 3D Systems erklärt in der Pressemitteilung zur Motorola-Partnerschaft, dass man für das Project Ara eine Plattform entwickeln möchte, mit der Konsumenten weltweit die Möglichkeit erhalten sollen, ihr Smartphone nach eigenen Vorstellungen zu gestalten und zusammenzustellen. Nur mithilfe von 3D Druck könne ein solches Smartphone mit einem gewissen Maß an Nachhaltigkeit, Funktionalität der Technologie und der Möglichkeit der Mass Customization (auf Deutsch: „Individualisierte Massenfertigung“) realisiert werden.

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3D Systems hat sich im Zuge des Auftrags ferner dazu verpflichtet, die Multi-Material-Drucktechnologien weiterzuentwickeln, sodass es möglich sein wird, neben nicht leitenden Materialien wie Kunststoff auch leitende Elemente zu drucken, beziehungsweise leitende Tinten – zum Beispiel für Antennen – einzusetzen. Ob der Hersteller dazu in der Lage sein wird, auch Metallgehäuse zu drucken, ist indes offen.

Motorola hat sich mit 3D Systems einen 3D Druck-Pionier mit viel Know-How ins Boot geholt, was neuartige Produktionsprozesse anbelangt. Diese sind notwendig, um modulare Smartphones überhaupt in Massen bauen zu können. Dies zeigt mehr als deutlich auf, dass Motorola und Google als Mutterkonzern es mit der Entwicklung dieser Produkte sehr ernst meinen. Nichtsdestotrotz ist es bislang immer noch fraglich, ob die Ambitionen um das Project Ara von Erfolg gekrönt sein werden und wann mit den ersten individualisierbaren Smartphones von der Stange aus dem Drucker zu rechnen sein wird.

Wir sind ob dieser spannenden und zukunftsweisenden Entwicklung sehr gespannt, wie lange Motorola und 3D Systems benötigen, erste Prototypen und natürlich fertige Geräte präsentieren kann. Sobald sich diesbezüglich etwas tut, werden wir euch selbstredend informieren.

Quelle: 3D Systems [via The Verge]

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