Google hat gestern überraschend ein neues Tablet mit einem 7 Zoll-Display vorgestellt. Bei dem Gerät handelt es sich um kein neues Nexus-Tablet, sondern um die erste öffentlich verfügbare Hardware für das Project Tango, mit dem Google die Welt dreidimensional vermessen möchte. Auch wenn das Tablet in erster Linie für Entwickler gedacht ist, dürfte ob seiner Ausstattung vielen das Wasser im Munde zusammen laufen. Es besitzt einen Tegra K1-Prozessor, 4 GB RAM und 128 GB internen Speicher – im Grunde das perfekte Gaming-Device, wenn auch zu einem stolzen Preis.

 

Project Tango

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Vor Wochen schon kursierten Gerüchte, dass Google für sein Project Tango ein Tablet in der Mache habe – diese Gerüchte bewahrheiten sich jetzt. Das Entwickler-Tablet besitzt, wie der bereits vorgestellte Project Tango-Smartphone-Prototyp hochsensible Sensoren, mit denen man die Umwelt in einen virtuellen, dreidimensionalen Raum erfassen kann. So kann der Nutzer beispielsweise komplette Räume oder gar Gebäude mitsamt Wänden, Mobiliar und komplettem Inventar einscannen, ähnlich wie bei Microsofts Kinect. Diese Technologie will Google unter anderem zur Erfassung von Innenraumkarten von Gebäuden nutzen und auch, um neue Gaming-Erfahrungen oder weitere Anwendungsmöglichkeiten zu eröffnen.

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Zur Erfassung der Umwelt hat Google insgesamt vier Kameras und Sensoren in das Tablet integriert: Auf der Rückseite befindet sich eine 4 MP-Kamera sowie ein Sensor zur Bewegungserkennung und ein Tiefensensor. Auf der Vorderseite ist eine weitere Kamera mit 120°-Weitwinkel-Optik verbaut. Damit die Sensoren auch alle Daten in Echtzeit erfassen können und genügend Speicher für die gesammelten Daten zur Verfügung steht, hat Google in Kooperation mit Hardware-Partner Nvidia das 7-Zoll-Tablet stattlich ausgerüstet. Nach Angaben Googles ist das Tablet so stark ausgestattet, damit Entwickler bei ihren Projekten auf keine Performance-Barrieren stoßen.

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Das Tablet ist mit einem 7 Zoll-Display ausgestattet, das dank der Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixeln FullHD-fähig ist. Im Gerät steckt ein NVIDIA Tegra K1-SoC, das derzeit zu den potentesten SoCs gehört, die es für Mobilgeräte gibt. Das in diesem Geräte genutzte Tegra K1-SoC besitzt zwei Kerne basierend auf ARMs A8-„Denver“ 64-Bit-Architektur mit einem Maximaltakt von 2,5 GHz. Ferner befinden sich 192 Kepler Shader-Prozessoren auf dem DIE. Überdies stecken stattliche 4 GB RAM im Tablet sowie 128 GB Flash-Speicher; wie für Google-Geräte üblich, lässt sich dieser nicht mittels microSD-Karte erweitern. Des Weiteren besitzt das Tango-Tablet USB 3.0, microHDMI, Bluetooth LE und ein LTE-Modul. Softwareseitig kommt Android 4.4 KitKat mit speziellen Modifikationen für das Project Tango zum Einsatz.

Entsprechend der Ausstattung ist das Tablet auch vergleichsweise teuer: Es kostet als Development Kit-Version 1.024 US-Dollar – umgerechnet 750 Euro ohne Steuern. Das Gerät soll an interessierte Entwickler im Laufe des Jahres ausgeliefert werden. Über ein eigens eingerichtetes Formular kann das Development-Kit beantragt werden. Nicht-Entwickler, die heiß auf ein Tablet mit Tegra K1-Prozessor sind, sollten aber besser Ausschau nach dem Xiaomi Mi Pad halten – das vor drei Wochen vorgestellte Gerät hat ebenfalls den Tegra K1 verbaut, besitzt ein höher auflösendes Display und einen geringeren Preis. Allerdings muss das Gerät hierzulande noch importiert werden und dürfte dementsprechend schwer zu bekommen sein.

Quellen: Google ATAP, NVIDIA Blog (via engadget)