Russland verbietet Smartphone-Fotografie bei den Olympischen Winterspielen 2014 (Update)

Kamal Nicholas

Pressefreiheit? Ach, wofür denn? Aus Russland gibt es mal wieder eine „interessante“ Einschränkung für Journalisten, denn jeglicher Versuch, über die Olympischen Winterspiele 2014 in Sochi/Russland mit dem Smartphone (und damit natürlich mit Instagram, Twitter, Vine etc.) zu berichten, wird mit einem Entzug der Akkreditierung bestraft.

Vasily Konov, Kopf des russischen Nachrichtensenders R-Sport, teilte vor Kurzem diesbezüglich mit: „ Journalisten, die ein Mobiltelefon nutzen, um Athleten oder Zuschauer zu filmen, werden als ernsthafter Verstoß angesehen, was in der Aufhebung ihrer Akkreditierung resultieren wird.“ Dieser Bann soll sich außerdem auf alles andere nicht professionelle Equipment ausweiten, also auch Tablets, Kompaktkameras und weitere Geräte.

So soll es also nur Journalisten mit professioneller Ausrüstung und speziellen Ausweisen gestattet sein, solche Aufnahmen zu machen.

Konov soll seine Aussage später bestritten haben, das Radio Free Europe hingegen hat seinerseits bestätigt, dass Vasily Konov dies gesagt hat. Dies ist nur ein Teil der Einschränkungen und „Sicherheitsmaßnahmen“, die von den kommenden Olympischen Winterspielen zu erwarten sind, denn allem Anschein nach wird die russische Regierung im nächsten Jahr ganz genau hinschauen und mit Hilfe von allerlei Technik jegliche Kommunikation während der  Winterspiele überwachen. Hierzu gibt es auch schon einen eigenen Slogan der da lautet: „Prism auf Steroiden“. Auf TechCrunch gibt es hierzu noch einen sehr interessanten Artikel, den ich euch wärmstens empfehlen kann.

Update:

Schaut man sich die offiziellen Richtlinien für Social Media, Blogging und das Internet an, scheint die Sache in der Praxis dann aber doch etwas anders auszusehen. Hier wird deutlich geschildert, dass Aktivitäten in den sozialen Medien unter gewissen Voraussetzungen durchaus zugelassen sind. So können Sportler und akkreditierte Besucher neben Tweets etc. auch Fotos unter bestimmten Umständen veröffentlichen. Entscheidend ist dabei deren Rolle: Sobald sie als Journalisten auftreten, sieht die Sache nämlich anders aus. Videos hingegen dürfen zwar aufgenommen werden, das Hochladen und Teilen ist allerdings untersagt. Hier der entsprechende Auszug aus den Richtlinien:

IOC Richtlinien für Social Media, Blogs und Internet für Teilnehmer und andere akkreditierte Personen der Olympischen
Winterspiele Sotschi 2014
 
Inoffizielle Übersetzung des DOSB – dient nur zu Informationszwecken!
 
1. Einleitung
Das IOC fördert und unterstützt Athleten und andere akkreditierte Personen, während der Olympischen Spielen an „Social Media“ Aktivitäten teilzunehmen und ihre Erfahrungen zu posten, bloggen oder zu tweeten. Bei solchen Aktivitäten müssen die Bestimmungen der Olympischen Charta und die nachfolgenden Regelungen eingehalten werden.
 
Die Bedeutung großgeschriebener Begriffe in diesen Social Media, Blogs und Internetrichtlinien wird am Ende dieser Richtlinien definiert.
 
Diese Richtlinien gelten für Teilnehmer und andere akkreditierte Personen ab der Eröffnung der Olympischen Dürfer am 30. Januar 2014 bis zur Schließung der Olympischen Dörfer am 26. Februar 2014.
 
2. Postings, Blogs und Tweets
Das IOC regt die Teilnehmer und akkreditierten Personen an, während der Olympischen Spiele Kommentare auf Social Media Plattformen oder Websites zu posten oder zu tweeten, und es ist absolut zulässig und erwünscht, dass ein Teilnehmer oder eine akkreditierte Person ein persönliches Posting, einen Blog oder Tweet veröffentlicht. Jedoch müssen jegliche Postings, Blogs oder Tweets in der ersten Person und in einer Art „Tagebuch-Format“ gestaltet sein. Teilnehmer und andere akkreditierte und dürfen nicht aus der Perspektive eines Journalisten, Reporters oder einer anderen Medienfunktion berichten oder vertrauliche oder private Informationen über andere Personen oder Organisationen veröffentlichen.
 
Postings, Blogs und Tweets sollen dem Olympischen Gedanken und den Grundprinzipien des Olympismus, wie sie in der Olympischen Charta dargestellt sind, entsprechen; sie sollen ehrwürdig und geschmackvoll gestaltet sein und keine vulgären oder obszönen Wörter oder Bilder enthalten.
 
3. Fotos
Teilnehmer und andere akkreditierte Personen können Standfotos auf Social Media Plattformen oder Websites posten, die innerhalb der Olympischen Wettkampfstätten für persönliche Zwecke gemacht wurden. Es ist untersagt, diese Fotos zu kommerzialisieren, zu verkaufen oder anderweitig zu vertreiben.
 
4. Video/Audio
Teilnehmer und andere akkreditierte Personen dürfen kein Video- und/oder Audiomaterial der Events, Wettkämpfe oder anderer Aktivitäten, die an den Olympischen Wettkampfstätten (einschließlich im Olympischen Dorf) abgehalten werden, posten. Derartige Videos und/oder Audios dürfen nur für persönliche Zwecke verwendet werden und dürfen insbesondere nicht zu einem Posting, Blog oder Tweet auf einer Social Media Plattform oder Website geladen oder zusammen mit diesen veröffentlicht werden.
Fotos, Videos und/oder Audios, die außerhalb der Olympischen Austragungsstätten aufgenommen werden, sind von der oben genannten Regelung ausgenommen und können auf Websites und Social Media Plattformen geteilt werden, vorausgesetzt, sie entsprechen den anderen Vorgaben in diesen Richtlinien.

Die vollständigen Richtlinien findet ihr hier.

Quelle: Buzzfeed via TechCrunch

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