Samsung Galaxy A5 (2016) im Test: Alles, was ein Smartphone braucht

Frank Ritter 8

Im letzten Jahr überraschte uns Samsung in der Mittelklasse mit seinen ansehnlichen Geräten der A-Serie, die ihrerseits die insbesondere bei uns erfolgreichen Mini-Geräte beerbten. 2016 gibt es neue Varianten der A-Geräte mit generalüberholter Technik und einem an die Galaxy-S6-Serie angelehnten Design. Wir haben uns das größere der beiden hierzulande erhältlichen Modelle angeschaut und wurden im Test zum Samsung Galaxy A5 (2016) mehrfach überrascht.

Samsung Galaxy A5 (2016) im Test: Alles, was ein Smartphone braucht
Zusammengefasst: Im Test des Samsung Galaxy A5 (2016) hat sich gezeigt, dass Samsung mittlerweile in der Lage ist, auch in der Mittelklasse kompromisslos gute Geräte herzustellen. Zwar ruckelt die Software gelegentlich und es fehlen ein paar Features für Poweruser, allen voran die Benachrichtigungsleuchte und das für VR-Anwendungen wichtige Gyroskop, dafür punktet das Samsung Galaxy A5 (2016) mit seiner erstaunlichen Akkuleistung, der guten Kamera und hochwertigen Verarbeitung. In einem Satz: Das Galaxy A5 (2016) ist ein solides Gerät und hat alles, was ein Großteil der Menschen braucht.


PRO:

  • Fantastische Akkulaufzeit
  • Kamera mit OIS
  • Helles, scharfes Display
  • Wertige Verarbeitung

KONTRA:

  • Ruckel-TouchWiz
  • Kein Gyroskop
  • keine Benachrichtigungs-LED
  • Gerät rutscht leicht aus der Hand

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Die finale Wertung findet ihr unten im Artikel.

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Samsung Galaxy A5 (2016) im Test: Verarbeitung gut, aber rutschig

Im ersten Eindruck hat uns das Galaxy A5 (2016) erneut überrascht: Es wirkt hochwertig und detailverliebt. Während der Vorgänger (Samsung Galaxy A5 2015 im Test) noch ein Unibody-Gehäuse aus Aluminium besaß, trumpft das neue, recht schlanke Gerät mit einer Glasrückseite auf – seitlich bleibt es bei Aluminium. Auffällig und durchaus handschmeichlerisch sind die Seiten links und rechts, an denen der sonst bogenförmige seitliche Rahmen durch Kerben „begradigt“ wird. Das kennt man so schon von Galaxy Note 4 und S6, das macht es aber nicht schlechter. Die Buttons für Lautstärke (links) und Power (rechts) besitzen tolle Druckpunkte und sind auch blind gut zu ertasten. An der Front nichts Neues: Buttons und „Kopf“ sind so gestaltet wie bei jedem halbwegs aktuellem Samsung-Smartphone. Wir haben es also erneut mit Hardwarebuttons zu tun: Ein Druckknopf für Home, links daneben die kapazitive Multitasking-Taste, rechts daneben der ebenfalls kapazitive Zurück-Button. Allenfalls erwähnenswert sind die dezente Herabwölbung des Displayglases am Rand sowie die Tatsache, dass im Home-Button ein Fingerabdrucksensor verbaut ist.

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Wie man die Hardware-Tasten findet, ist eine Frage der persönlichen Präferenzen. Negativ zu erwähnen ist aber definitiv ein Problem, das auch die Geräte der S-Serie zuletzt hatten: In der Hosentasche geht häufig das Display an, oft löst man dabei gar unwillentlich Funktionen aus. So kam es beispielsweise im Test vor, dass einmal ein Hangouts-Gruppenanruf, etliche Male sogar die Kamera-App gestartet wurde. Samsung täte gut daran, beim Entsperren des Displays eine zusätzliche Abfrage des Näherungs- und Umgebungslichtsensors abzufeuern, um versehentliches Auslösen des Home-Buttons zu erkennen und das Gerät in diesem Fall im Standby zu lassen. Hersteller wie LG und OnePlus setzen einen solchen „Double-Check“ seit einiger Zeit mit Erfolg ein.

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Vorder- und Rückseite des Samsung Galaxy A5 (2016) bestehen aus Gorilla Glass 4, sollten also auch den einen oder anderen Sturz überstehen. Bei aller Robustheit und Wertigkeit hat Glas als Werkstoff natürlich auch seine Nachteile, diese kennen wir bereits von Samsungs Galaxy-S6-Familie: So ist das Galaxy A5 (2016) recht glatt und neigt auf unebenen Flächen zum Abrutschen. Aber auch in der Hand gehalten muss man höllisch aufpassen, dass man das Smartphone nicht verliert. Insbesondere bei längeren Telefonaten oder wenn man das Gerät einhändig bedient macht sich dessen Schlüpfrigkeit negativ bemerkbar – dass das Gerät recht dünn ist, unterstützt das Problem noch weiter.

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Bei unserer weißen Version kein Problem, aber bei dunkleren Farbvarianten ebenfalls mit einbezogen werden sollte, dass Fingerabdrücke gerne auf der Rückseite sichtbar bleiben. In dieser Hinsicht hat uns der Vorgänger Galaxy A5 (2015) mit seinem angerauten Metallchassis etwas besser gefallen.

Samsung Galaxy A5-Spezifikationen: Technische Daten im Überblick

Display 5,2 Zoll Super AMOLED, 1.920 x 1.080, 423 ppi
Prozessor Samsung Exynos 7580, 1,6 GHz Octa Core, 64-Bit
GPU ARM Mali-T720MP2
Arbeitsspeicher 2 GB
Interner Speicher 16 GB (erweiterbar per microSD)
Kamera Haupt: 13 MP, f/1.9, OIS, Front: 5 MP, f/1.9
Akku 2.900 mAh, Schnelllade-Funktion
Betriebssystem Android 5.1 Lollipop mit TouchWiz
Abmessungen & Gewicht 144,8 x 71 x 7,3 mm, 155 Gramm
Besonderheiten Ultra-Energiesparmodus, Fingerabdruck-Scanner, Samsung KNOX
Farben Schwarz, Weiß, Gold, Pink-Gold
Preis (UVP) 429 Euro

Scharf, aber nicht zu scharf: Das Display des Samsung Galaxy A5 (2016) im Test

Samsung verbaut ein AMOLED-Panel im Galaxy A5 (2016), das uns sehr gut gefällt. Zum einen, weil es mit einer Displaydiagonale von 5,2 Zoll „nur“ in Full HD auflöst, also eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten und damit eine Pixeldichte von 424 ppi besitzt. Trotz dieser Auflösung und der PenTile-Matrix ist das Display damit vollkommen ausreichend in puncto Schärfe. Damit wird beim Galaxy A5 (2016) dankenswerterweise keine Akkulaufzeit zugunsten einer praktisch nicht wahrnehmbaren Schärfeverbesserung verschwendet, wie es bei Topmodellen dieser Tage häufig der Fall ist.

Zum anderen, weil das Display auch relativ hell sein kann – wenn man denn darauf Wert legt. Uns reichte im Test bei zugegebenermaßen grauem Berliner Spätwinterwetter häufig eine manuelle Einstellung von etwa 50 % der maximal möglichen Helligkeit. Abgesehen von, technologiebedingt, leichten Farbverfälschungen bei spitzen Blickwinkeln ist das Bild auch bei seitlicher Betrachtung stabil. Das intensive Farbbild und das satte Schwarz sind bekannte Eigenschaften von OLED-Panels, die natürlich auch beim A5 zum Tragen kommen; dafür hat Weiß einen dezenten Graustich – der aber nur beim direkten Vergleich mit LC-basierten Displays auffällt.

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Die Software im Galaxy A5 (2016): TouchWiz halt

Die während des Testzeitraums noch auf Android 5.1.1 basierende Software entsprach beinahe eins zu eins dem, was wir vom Galaxy S6 kennen. Soll heißen: TouchWiz mit seinen üblichen Vor- und Nachteilen, von denen die meisten durch das simple Installieren eines alternativen Launchers wie Nova kompensiert werden können. Hier verweisen wir auf unseren Test zum Samsung Galaxy S6 (edge). In aller Kürze: TouchWiz nimmt sich mittlerweile zurück und bietet an vielen Ecken und Enden sogar sinnvolle Verbesserungen gegenüber Stock-Android. Im Alltag erwies sich der App-Drawer als nervig, der standardmäßig ungeordnet ist und nur temporär, nicht aber permanent alphabetisch sortiert werden kann. Außerdem enthält er Ordner für Tools, Microsoft- und Google-Apps, die nicht aufgelöst werden können. Man sucht sich also regelmäßig dumm und dämlich, etwa nach der YouTube-App, nur um irgendwann entnervt zu realisieren, dass sich diese ja im „Google“-Ordner des App-Drawers befindet; dort aber auch nicht herausgeholt werden kann.

Zudem ist das RAM-Management immer noch sehr aggressiv im Beenden von Apps, die nicht im Vordergrund sind, wenn auch subjektiv nicht mehr so heftig wie beim Galaxy S6 direkt nach dessen Launch. Im Vergleich zu Nexus-Geräten mit Stock-Android hat Samsung trotzdem noch Nachholbedarf beim Multitasking beziehungsweise dem (Neu-)Starten von Apps. Hin und wieder verschluckte sich das Galaxy A5 (2016) zudem beim Starten aus dem Standby, dabei blieb der Bildschirm für einige Sekunden unnötig schwarz. Außerdem ruckelt das Betriebssystem merklich vor sich hin, und um das zu erkennen, muss man nicht einmal Stock-Android als direkten Vergleich bemühen. Meine Güte Samsung, es wird echt Zeit, dass TouchWiz performanter wird!

Neu hinzugekommen ist allerdings die Möglichkeit, Apps vom System „optimieren“ zu lassen. Es handelt sich dabei um einen standardmäßig aktivierten Modus, der Apps dann optimiert, wenn sie drei Tage lang nicht manuell gestartet wurden. Die genaue Funktionsweise wird nicht erläutert, wir vermuten aber, dass die Hintergrundaktivitäten der jeweiligen Apps eingeschränkt werden. Nachteile konnten wir dadurch nicht erkennen, abgesehen vom nicht funktionierenden Foto-Upload der Dropbox-App im Hintergrund. Hierfür mussten wir Dropbox einmalig von der Optimierung ausnehmen. Bemerkenswert ist im Gegensatz jedoch die Akkuleistung – dazu später mehr.

Ein paar Worte zum Fingerabdrucksensor: Der funktioniert gut genug, um im Alltag nicht sonderlich zu stören – insbesondere, wenn man die Bildschirmsperre mit der Smart-Lock-Funktion Zuhause und am Arbeitsplatz ausschaltet. Trotzdem ist die Erkennungsquote und –geschwindigkeit nicht so gut wie etwa bei aktuellen Top-Modellen von Huawei und Apple. Leider wird beim Drücken des Home-Buttons zudem nicht automatisch auch der Fingerabdruck gescannt – so muss man im Prinzip zweimal auf die Taste drücken, um zu entsperren.

Scharf und gut: Die Kamera des Samsung Galaxy A5 (2016) im Test

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Ohne Umschweife: Die 13-MP-Kamera des Galaxy A5 (2016) ist absolut brauchbar, wiewohl die Auflösung nur im 4:3-Bildverhältnis erreicht wird, bei 16:9 liegt die maximale Bildauflösung bei 9,6 MP. Zwar fehlen gegenüber hochpreisigen Geräten einige Zusatzfunktionen, vor allem Videoaufnahmen in 4K und 60 FPS, aber an der allgemeinen Bildqualität des Galaxy A5 (2016) gibt es nicht viel auszusetzen. Besonders bei guten Bildverhältnissen und/oder mit aktiviertem HDR-Modus erhält man detaillierte Aufnahmen, die sich fast schon mit denen der teureren Konkurrenz messen können. Bei dunklem Umgebungslicht ist die Qualität nicht mehr ganz so gut, die Bilder profitieren aber von der Bildstabilisierung. Auffällig ist beim näheren Heranzoomen allerdings ein relativ starkes Nachschärfen.

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Auch die 5-MP-Frontkamera erstellt ansehnliche Selbstaufnahmen – sofern das Motiv das zulässt.

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Die Videofunktion hat uns ebenfalls gefallen, bei schnellen Bewegungen sind aber technisch bedingt Bildverzerrungen aufgrund des Rolling Shutter-Effektes sichtbar. Höhere Auflösungen als Full HD sowie Frameraten über 30 FPS sind allerdings nicht möglich. Hier ein kurzes Samplevideo, bei dessen Aufnahme wir per Touch-to-Focus-Funktion schnell nachfokussieren konnten – der Autofokus kann in dieser Situation mit einem Tap auf die entsprechende Schaltfläche wieder aktiviert werden.

Samsung Galaxy A5: Testaufnahme der Kamera (Full HD, 30 FPS, OIS an).

Die Kamera-App ist ebenfalls gelungen, löst angenehm schnell aus und bietet mit dem integrierten Pro-Modus, einem Nachtmodus, Live-Effekten und Panorama-Aufnahmen viele Möglichkeiten für ambitionierte Smartphone-Fotografen. Positiv zu vermerken ist auch, dass Samsung die Möglichkeit des Schnellstarts der Kamera-App per schnellem Doppeldruck auf die Home-Taste integriert hat, die wir schon bei den Galaxy-S6-Geräten sinnvoll fanden.

ZOMG – Der Akku des Samsung Galaxy A5 (2016)

Wir neigen in Testberichten zum Nörgeln, zum Mosern, zum Zusammenklauben von Haaren in der Suppe. Ein beliebter Kritikpunkt ist dabei die Akkuleistung der Geräte, denn mit einem durchschnittlichen Nutzungsszenario halten viele Geräte nämlich nicht einmal einen vollen Tag durch. Beim Galaxy A5 (2016) ist solche Kritik nicht nötig. Im Gegenteil: Das Samsung Galaxy A5 (2016) ist das in puncto Akkulaufzeit beste Samsung-Smartphone, das ich bislang getestet habe und, gemeinsam mit dem Motorola Razr i und dem LG G2 eines der ausdauerndsten Smartphones überhaupt in meiner durchaus mannigfaltigen Smartphone-Test-Historie.

samsung-galaxy-a5-2016-akku

Beim Betrachten der technischen Daten alleine mag man das nicht unbedingt vermuten. Ein 2.900-mAh-Akku bei einem 5,2-Zoll-Display und Android 5.1 – also noch ohne den „Doze“-Modus von Android 6.0 Marshmallow – klingt gut, aber nicht weltbewegend. Diverse synthetische Benchmarks geben dem A5 auch „nur“ einen Platz im Mittelfeld. Doch im Alltag sieht das anders aus – irgendeine „Magic Sauce“ scheint Samsung dem Galaxy A5 (2016) beigefügt zu haben, die dem Gerät eine verblüffende Ausdauer verschafft. Nach einem üblichen Tag von 18 Stunden habe ich mit dem Galaxy A5 (2016) mindestens 40 %, meist sogar über 50 % Ladung übrig. Mehrmals ließ ich das Smartphone unaufgeladen und aktivierte während der Nacht lediglich den Flugzeugmodus – trotzdem brachte mich der Akku problemlos bis zum Abend des Folgetages.

Als Kontext: Mein Nutzungsszenario weist typischerweise eine Screen-on-Time von 2,5 bis 3 Stunden am Tag auf, bei einer manuellen Helligkeit zwischen 50 % und 75 %. Ich synchronisiere drei Google-Konten, lasse für Google Now und Google+ dauerhaft meinen Standort ermitteln, ich telefoniere durchschnittlich 20 Minuten am Tag, nehme ein paar Bilder und gelegentlich ein Video auf, die im Hintergrund mit Dropbox und Google Fotos synchronisiert werden; die offizielle Twitter-App synchronisiert ebenfalls automatisch, ein Feedreader (Reader+) nur bei aktivem WLAN; die Facebook-App habe ich jedoch seit einigen Monaten durch eine Wrapper-App (Metal) ersetzt. Ich schaue ein paar YouTube-Videos, höre Musik, spiele Podcasts über den Lautsprecher ab. Die meiste Zeit des Tages bin ich in einem WLAN eingebucht; nur etwa 2 Stunden am Tag im Berliner Telefónica/E-Plus-Netz per 3G/4G online. Allgemein würde ich das als recht typisches Szenario für einen Otto-Normal-Großstädter bezeichnen.

Fragt sich: Wie schafft Samsung das? Oder anders: Warum hält das Galaxy A5 (2016) pro Ladung mehr als doppelt so lange durch wie ein Galaxy S6? Zum einen haben wir die Einschränkungen der Hintergrundaktivitäten im Verdacht, zum anderen die offenbar sehr sparsame Kombination von CPU, GPU und Baseband-Chip und schließlich das in Sachen Energieverbrauch moderate Display. Die Fabel-Akkuwerte des Galaxy A5 (2016) steigern die Spannung auf die Leistung des Galaxy S7 in jedem Fall noch einmal beträchtlich.

Gute Hardware, bremsende Software: Die Leistung des Samsung Galaxy A5 (2016) im Test

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Mit dem Exynos 7580 nutzt Samsung einen hauseigenen Chipsatz im Galaxy A5 (2016), der acht Cortex A53-Prozessorkerne nutzt und eine Mali-T720MP2-GPU besitzt. Zumindest bei uns – in anderen Märkten wird das Smartphone auch mit dem bereits etwas betagten Snapdragon 615 ausstaffiert – der bereits vor anderthalb Jahren in ersten Smartphones verbaut wurde. Der Exynos scheint, insbesondere in Anbetracht der eben geschilderten Akku-Werte, die bessere Wahl gewesen zu sein.

Im Test zeigte sich das SoC genügsam und ausreichend performant, um das UI in jeder Situation angemessen darzustellen. Mikroruckler, etwa beim Scrollen durch Homescreens und den App Drawer, traten dabei aber definitiv auf. Die liegen aber nicht an der Hard-, sondern der (TouchWiz-)Software. Man kann sie auch bei deutlich potenteren Samsung-Geräten beobachten, werden aber mit der Nutzung eines Alternativ-Homescreens relativ einfach bezwungen.

Die subjektive gute Leistung des Galaxy A5 (2016) dürfte auch von der Tatsache profitieren, dass das Dateisystem standardmäßig nicht verschlüsselt ist – damit haben aber auch Unholde leichtes Spiel, Daten von einem gestohlenen Gerät zu rekonstruieren. Wer seine Daten liebt, verschlüsselt also nachträglich, auch wenn darunter möglicherweise die Performance leidet.

Benchmarks

Benchmark Samsung Galaxy A5 (2016) BlackBerry Priv Samsung Galaxy S6 Huawei Mate S
Samsung Exynos 7580 Octa-Core
8 x A53 @ 1,6 GHz
ARM Mali-T720MP2-GPU
1.920 x 1.080
2 GB RAM
Qualcomm Snapdragon 808 Hexa-Core
2 x A57 @ 1,8 GHz, 4 x A53 @ 1,44 GHz
Adreno 418-GPU
2.560 x 1.440
3 GB RAM
Samsung Exynos 7420 Octa-Core
4 x A57 @ 2,1 GHz, 4 x A53 @ 1,5 GHz
Mali-T760 MP8-GPU
2.560 x 1.440
3 GB RAM
HiSilicon Kirin 935 Octa-Core
4 x A53 @ 2,2 GHz, 4 x A53 @ 1,5 GHz
Mali-T628 MP4-GPU
1.920 x 1.080
3 GB RAM
CF-Bench 1.3
Overall
60.073 53.381 78.769 54.527
CF-Bench 1.3
Native
86.505 54.889 99.484 87.635
CF-Bench 1.3
Java
42.452 52.376 64.959 32.455
AnTuTu 6.0
Gesamt
41.004 63.753 77.490 52.206
AnTuTu 6.0
3D
5.701 16.054 20.698 9.844
AnTuTu 6.0
UX
15.959 23.164 24.707 19.731
AnTuTu 6.0
CPU
14.261 19.211 25.809 17.643
AnTuTu 6.0
RAM
5.083 5.324 6.276 4.988
GFXBench 4.0.2
T-Rex ES 2.0 OnScreen
776,4
14 FPS
1.384 Frames
25 FPS
1.969 Frames
35 FPS
920 Frames
16 FPS
GFXBench 4.0.2
T-Rex ES 2.0 1080p OffScreen
789,1
14 FPS
1.973 Frames
35 FPS
2.512 Frames
45 FPS
858 Frames
15 FPS

Natürlich haben wir auch die Spieleleistung des Galaxy A5 (2016) in der Praxis untersucht. Lego Batman war spielbar, wenn auch nicht immer mit guten Bildraten – diese gingen immer wieder unter die subjektiv als flüssig wahrgenommene Bildrate von 30 FPS. Riptide GP2 lief mit den voreingestellten mittleren Details flüssig, bei allen Einstellungen auf Maximal, abgesehen von der Shaderkomplexität (eine Einstellung über „Medium“ lässt bislang jedes von uns getestete Smartphone abstürzen) ruckelte das Spiel deutlich. Unter hoher Grafik und CPU-Last – wir verwendeten GTA: Vice City mit allen Einstellungen auf Anschlag – zeigte sich das Spiel ebenfalls spielbar, aber auch nicht flüssig. Wer komplexe 3D-Spiele konsumieren möchte, sollte also die Details, sofern möglich, nicht auf maximale Einstellungen schalten oder sich doch nach einem anderen Gerät umschauen. Die Wärmeentwicklung hielt sich absolut im Rahmen, nur stark fordernden Momenten haben wir überhaupt eine leichte Erwärmung feststellen können. Casual Games wie beispielsweise das von uns getestete Tap Tap Dash laufen selbstverständlich ohne Probleme.

Konnektivität und Speicher des Samsung Galaxy A5 (2016) im Test

Mit 16 GB Speicher, von denen bei Inbetriebnahme etwa 11 GB verfügbar sind, ist das Galaxy A5 (2016) nicht gerade üppig ausgestattet, im Test stießen wir schnell an Speichergrenzen. Immerhin kann man eine micro-SD-Karte nachrüsten, um den Speicher preiswert zu erweitern. Sobald Android 6.0 Marshmallow per Update auf dem Gerät ankommt, wird man den Speicher der microSD zudem auf den internen Speicher „umschlagen“ und damit vielseitiger verwenden können.

Bluetooth-Verbindungen waren im Test stabil, die Verbindung zu einem BT-Speaker konnte störungsfrei sogar mit zwei Wänden dazwischen aufrechterhalten werden. WLAN-Verbindungen kamen schnell zustande, es gab keine plötzlichen Verbindungsabbrüche zu verzeichnen; auch hier waren wir über die Reichweite positiv überrascht. Die Telefonie-Qualität sowie Datenverbindungen per LTE und HSDPA+ fielen nicht negativ auf.

Zur Sensorik: Ein Gyroskop ist im Galaxy A5 (2016) nicht verbaut. Für die Präzision von AR/VR-Anwendungen, etwa Google-Cardboard-Apps, 360 Grad-Videos bei Street View und YouTube sowie einige bewegungsgesteuerte Games ist das von Nachteil. NFC ist hingegen integriert und funktioniert gut.

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Der Monolautsprecher an der Unterseite des Galaxy A5 (2016) ist relativ leise und klingt, vor allem bei hohen Lautstärken, nicht sonderlich voluminös. Das wäre angesichts der Gerätegröße und Positionierung auch kein Wunder – mit einer vergleichbaren Lautsprechervariante klingt aber beispielsweise das Huawei Mate S erheblich besser, von Geräten mit Front- oder gar Stereo-Lautsprechern ganz zu schweigen.

Was fehlt ist auch eine Benachrichtigungsleuchte. Mir persönlich hat sie nicht gefehlt, mancher Käufer sieht das aber gewiss anders. Dafür hat Samsung in das Galaxy A5 (2016) aber ein UKW-Radio verbaut. In gewisser Weise ist das grotesk, denn dieses von manchem Smartphone-Freund heißgeliebte Feature hat Samsung bereits vor geraumer Zeit aus dem Funktionskanon seiner Flaggschiffgeräte gestrichen. Warum die Käufer eines Mittelklassegerätes wie dem Samsung Galaxy A5 (2016) nun trotzdem mit ihren Smartphones die guten alten Ultrakurzwellensender genießen dürfen, ist uns zwar schleierhaft, für manchen Besitzer des A5 aber sicher ein wichtiges Merkmal.

Test-Fazit zum Samsung Galaxy A5 (2016)

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Der Test des Samsung Galaxy A5 (2016) hat mir Spaß bereitet und wieder einmal unterstrichen, dass man mit einem Smartphone der Mittelklasse heutzutage kaum noch Kompromisse eingehen muss. Natürlich, das A5 ist mit schwächeren Komponenten konstruiert als ein Flaggschiff vom Schlage des Galaxy S6 – aber eben auch vernünftiger. Als Beispiel soll hier das zwar niedriger auflösende, aber ausreichend scharfe Display herhalten, das wiederum in geringeren Anforderungen an CPU/GPU mündet und in massiv erhöhter Akkulaufzeit resultiert. Auch das im Galaxy A5 (2016), nicht jedoch im S6 und S7 verbaute UKW-Radio dürfte seine Fans haben.

Mit einem Straßenpreis von mittlerweile rund 340 Euro ist das Gerät zwar schon deutlich preiswerter als der bei Marktstart abgerufene UVP von 429 Euro; um mit der Konkurrenz mithalten zu können, müsste der Preis aber noch weiter sinken. Auf diesem Preisniveau empfehlen wir derzeit eher noch die mittlerweile extrem im Preis gesunkenen Geräte der 2015er-Flaggschiffklasse – vom LG G4 (350 Euro) über das LG G Flex 2 (250 Euro) bis hin zum OnePlus 2 (300 Euro).

Unsere Test-Wertung zum Samsung Galaxy A5 (2016)

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Display: 4/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 3/5
  • Telefonie und Audio: 4/5
  • Konnektivität und Speicher: 3/5
  • Akku und Alltag: 5/5
  • Kamera: 3/5

Gesamt: 75 %

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Wie wir getestet haben

Wir haben das Samsung Galaxy A5-6 SM-A510F, der Einfachheit halber im Testbericht Samsung Galaxy A5 (2016) genannt, in der weißen Version über einen Zeitraum von rund drei Wochen getestet. Während des Testzeitraums erhielten wir OTA ein Update auf die Software-Version mit der Buildnummer A510FXXU1APAE, auf der unser Test beruht. Wir danken Samsung Mobile Deutschland für die Leihstellung.

Samsung Galaxy A5 (2016)

02. März 2016

75/100 Punkte

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