Samsung äußert sich zur Benchmark-Manipulation, auch andere Hersteller tricksen

Steffen Pochanke

Samsung muss sich wieder einmal den Vorwurf der Manipulation von Benchmarkergebnissen gefallen lassen. Vor etwa drei Monaten hatte sich nach dem Release des Galaxy S4 bereits eine ähnliche Diskussion abgespielt. Die Argumentation von Samsung ist ähnlich wie zuvor.

Samsung äußert sich zur Benchmark-Manipulation, auch andere Hersteller tricksen

 

Wie genau die Manipulation der Benchmark-Ergebnisse beim Note 3 aufgefallen ist, könnt ihr im zugehörigen Artikel von heute Morgen nachlesen.

Neues Samsung-Smartphone, alte Vorwürfe

Beim Galaxy S4 vermutete man vor drei Monaten, dass Samsung die GPU-Frequenz in Benchmark-Tests absichtlich erhöht, während sie in Spielen gedrosselt wird. Samsung begründete damals die Drosselung mit dem Schutz vor Überhitzung. Ziel sei es nicht, Benchmark-Ergebnisse zu verschönern, sondern nur die Optimierung des Nutzererlebnisses stehe im Vordergrund.

Beim Note 3 hingegen wurde nun festgestellt, dass die CPU in einigen Benchmarks immer auf höchster Taktrate läuft. Andere Apps hingegen können nicht auf die volle Leistung zurückgreifen. Die Reaktion seitens Samsung ist ähnlich der, die es bereits beim Galaxy S4 gegeben hat:

Statement zu Benchmark-Ergebnissen beim Samsung GALAXY Note 3
Das GALAXY Note 3 maximiert seine CPU/GPU-Taktfrequenzen, wenn Funktionen mit erheblichem Leistungsbedarf ausgeführt werden. Die maximale GPU-Frequenz wird für Apps genutzt, die gewöhnlich im Vollbildmodus laufen. Dazu gehören zum Beispiel der S Browser, die Galerie, die Kamera, der Videoplayer und bestimmte Benchmark-Apps,  die erhebliche Leistung benötigen.  Die maximalen GPU-Taktfrequenzen des Samsung GALAXY Note 3 wurden angepasst, um unseren Kunden ein optimales Nutzererlebnis zu bieten und nicht, um bestimmte Benchmark-Ergebnisse zu verbessern.
Samsung Electronics legt größten Wert darauf, seinen Kunden das  bestmögliche Nutzererlebnis zu ermöglichen.

Manche besonders leistungshungrige Apps können auf die volle CPU-Leistung zurückgreifen, andere Apps hingegen nicht. Wieder bestätigt man, dass der Sinn nicht das Verbessern von Benchmarkergebnissen sei, sondern lediglich die Optimierung des Nutzererlebnisses.

Bei dieser Geschichte gibt es zwei Seiten: Einerseits macht die Argumentation von Samsung durchaus Sinn. Die Samsung-Software wurde so optimiert, dass nur Apps auf die volle Leistung zurückgreifen können, die diese auch benötigen. Das sollte Akku sparen und unnötigem Ressourcenverbrauch vorbeugen. Wie Faryaab von Sammobile sagt, macht es völlig Sinn, dass ein Benchmark das volle Leistungspotential eines Gerätes ausschöpfen kann. Denn dazu ist er schließlich da.


Auf der anderen Seite werden nur Apps, die vorher von Samsung im System definiert sind, automatisch mit voller Leistung ausgestattet. „Normale“ Apps, die der Samsung-Software nicht bekannt sind, genießen dieses Privileg nicht. Das belegt der Test von Ars Technica.

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Samsung Galaxy Note: Ein Rückblick auf 6 Jahre Phablet-Geschichte.

Samsung schummelt nicht alleine

Wie auch immer, Samsung ist nicht der einzige OEM, der bei Benchmarks schummelt. Viele große Hersteller betreiben CPU-Optimierung, die dafür sorgt, dass Benchmarks sofort die maximale CPU-Leistung zur Verfügung steht. AnandTech hat sich dem Thema angenommen und Geräte verschiedener Hersteller auf ihr Verhalten in Benchmarks untersucht. Das Ergebnis sieht so aus:

Benchmark-Tricks

Quelle: Twitter, AnandTech, AllAboutSamsung

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