Samsung Galaxy Note 3: Funktionieren europäische Geräte nicht in den USA? [Update: Offizielle Entwarnung]

Amir Tamannai 31

Schockierende Nachrichten erreichen uns gerade zum dieser Tage in den Verkauf gehenden Samsung Galaxy Note 3: Das 5,7 Zoll Phablet soll einem Foto, das der britische Elektronikhändler Clove veröffentlicht hat und das ein Warn-Etikett auf der Verkaufsverpackung zeigt, zufolge nur mit SIM-Karten betrieben werden können, die aus derselben Region stammen, in der das Gerät verkauft wurde — eine US-SIM in ein europäisches Gerät einzulegen — oder umgekehrt — wäre somit nicht mehr möglich.

Samsung Galaxy Note 3: Funktionieren europäische Geräte nicht in den USA? [Update: Offizielle Entwarnung]
2. Update vom 27.09.2013, 15:00 Uhr: Samsung hat nun offiziell erklärt, dass nach der Erstaktivierung des Galaxy Note 3 (und weiterer Modelle) auch ausländische SIM-Karten benutzt werden können; dies ist also eine Entwarnung. Hier das offizielle Samsung-Statement.
[1. Update]:

Samsung Deutschland hat sich mittlerweile offiziell zu dem Gerücht geäußert — und es zu unserem großen Verdruss auf ganzer Linie bestätigt, ja sogar negativ erweitert: Nach einem Statement, das allaboutsamsung zugesendet wurde (kompletter Wortlaut am Ende des Artikels), können in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum erworbene Geräte tatsächlich nur mit einer SIM-Karte aus diesem Raum genutzt werden. Schlimmer noch wird diese neue Politik auch für zukünftig produzierte Geräte der Modellreihen Galaxy S3, Galaxy Note 2 und Galaxy S4 mini sowie Galaxy S4 gelten.

Erstaktiviert werden könne ein betroffenes Gerät zwar über einen Samsung-Servicepartner auch außerhalb der Region, bereits benutzte Smartphones bleiben aber an die regionale Beschränkung gekettet.

Wir sind fassungslos ob dieser Maßnahmen Samsungs und können uns — abgesehen von ein paar verschwörungstheoretischen Ideen — in keinster Weise erklären, was die Koreaner damit bezwecken.

[via allaboutsamsung]

Manch ein Reisender kennt das: Man ist mit seinem Smartphone auf einem anderen Kontinent unterwegs und kauft sich für die Reisezeit vor Ort eine SIM-Karte, um günstiger mit Reisegefährten, unter Umständen aber auch mit der Heimat kommunizieren zu können. Oder man importiert sich ein Gerät aus Übersee nach Deutschland, weil es dort günstiger oder besser ausgestattet ist.

Mit dem Samsung Galaxy Note 3 scheinen diese beiden Szenarien nun nicht mehr denkbar zu sein: Der britische Elektronikhändler Clove hat im hauseigenen Blog eine Foto samt Warnung veröffentlicht, das ein Etikett auf der Verkaufsverpackung des Note 3 zeigt:

Note3_SIM-warning

Auf Deutsch bedeutet der Hinweis (Übersetzung von uns): „Europäisches Modell: Dieses Produkt ist nur mit einer SIM-Karte, die von einem Mobilfunkanbieter innerhalb Europas ausgegeben wurde, kompatibel. (Dazu gehören EU-Staaten sowie die Schweiz, Albanien, Andorra, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Monaco, Montenegro, San Marino, Serbien und der Vatikan)“

Wir haben diesbezüglich direkt bei Samsung angefragt und um ein Statement gebeten; sobald uns eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens erreicht, aktualisieren wir diesen Artikel entsprechend.

Sollte sich diese Geschichte allerdings bewahrheiten, wäre das bedenklich, denn es könnte sich ein (aus unsere Sicht völlig unnsinniger und unnötiger) Trend abzeichnen, nach dem nicht nur Samsung, sondern über kurz oder lang auch weitere Hersteller die Nutzung ihrer Smartphones auf bestimme Regionen beschränken — mit zum Teil äußerst nachteiligen Konsequenzen für den zahlenden Kunden.

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Samsung Galaxy Note: Rückblick auf die Geschichte des Spitzen-Phablets.

Das komplette Statement von Samsung:

SIM-Karten Nutzung in aktuellen Samsung Produkten

Einige aktuelle Samsung Produkte sind ab sofort mit einer regionalen SIM-Karten-Sperre versehen. Das bedeutet, dass Geräte, die in der Europäischen Union erworben wurden, mit SIM-Karten von Mobilfunkanbietern aus Deutschland sowie aus der Europäischen Union und dem Europäischen Wirtschaftsraum (die „Region Europa“) wie gewohnt funktionieren.

Nutzer dieser Samsung Geräte können diese gemeinsam mit ihrer SIM-Karte eines Mobilfunkanbieters aus der Region Europa auch weiterhin Via Roaming-Dienst gegen entsprechende Roaming-Gebühren ihres Mobilfunkanbieters auf der ganzen Welt verwenden. Sollte ein in der Europäischen Union erworbenes und bislang noch nicht in Betrieb genommenes Gerät im Ausland erstmals aktiviert werden, können Nutzer bei lokalen Samsung Servicepartnern ihr Gerät für die Region kostenlos freischalten lassen.

Die regionale SIM-Karten-Sperre betrifft nur die folgenden Samsung Modelle, die ab Ende Juli 2013 hergestellt und mit einem entsprechenden Aufkleber versehen sind:

Samsung GALAXY S III, GALAXY Note II, GALAXY S4, GALAXY S4 mini und das GALAXY Note 3.

Geräte, die bereits von Samsung ausgeliefert wurden und sich in Lagern oder bereits bei Endkunden befinden, sind nicht betroffen.

Konkret besteht eine Funktionsfähigkeit der Geräte mit SIM-Karten von Mobilfunkanbietern aus folgenden Ländern:

Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR):
Österreich, Belgien, Bulgarien, Zypern, Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Island, Irland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Großbritannien, Schweiz, Kroatien

- Nicht-EU/EWR-Länder:
Albanien, Andorra, Belarus, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Moldawien, Monaco, Montenegro, San Marino, Serbien und Vatikanstadt

Quelle: Clove UK [via PocketPC.ch], herzlichen Dank an unseren Leser Waldemar für den Hinweis!

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