Samsung Galaxy Note 3: Manipulierte Benchmark-Ergebnisse und doch mit Region-Lock?

Amir Tamannai 17

Pünktlich zum weltweiten Verkaufsstart von Samsungs neuem Phablet Note 3 kommt dieses nicht aus den Negativschlagzeilen: Es scheint inzwischen zum einen, als bestünde der jüngst heiß diskutierte und von Samsung dann etwas holprig dementierte Region-Lock für das 5,7 Zoll große Snapdragon 800-Gerät zumindest in einigen Fällen doch. Zum anderen kommen Meldungen darüber auf, dass Samsung bei den Benchmarkergebnissen des Phablets, wie schon beim Galaxy S4, etwas nachhilft.

Samsung Galaxy Note 3: Manipulierte Benchmark-Ergebnisse und doch mit Region-Lock?

Ganz ehrlich: Wir hatten ob der unklar formulierten Aussagen von Samsung bezüglich einer etwaigen im Note 3 verbauten Sperre für aus anderen als der Verkaufsregion stammenden SIM-Karten bis zum Schluss ein ungutes Gefühl — zu widersprüchlich schienen uns die Etiketten auf den Verpackungen sowie das erste Statement der Koreaner zur Sache und das später veröffentlichte Dementi. Uns schien es ein wenig, als wäre man in Korea vom aufkommenden Sturm der Entrüstung völlig überrascht und versuche erst einmal zu beschwichtigen — ohne an der gegebenen Sachlage auf die Schnelle tatsächlich etwas ändern zu können.

Wir wollen hier niemanden voreilig der bewussten Fehlkommunikation bezichtigen, aber inzwischen häufen sich Berichte enttäuschter Nutzer, die besagen, dass entgegen der Aussagen Samsungs in der Heimatregion erstaktivierte Note 3-Geräte doch die spätere Zusammenarbeit mit SIM-Karten aus anderen Regionen verweigern. Unter den aufgeführten Regionen befinden sich vornehmlich Staaten Südamerikas, Asiens, des arabischen Raums und Afrikas. Die USA scheinen zwar ausgenommen zu sein, eine ganze Reihe potenzieller Urlaubsdestinationen aber nicht — eine Liste der Länder, über die Negativ-Meldungen vorliegen, findet sich bei den Kollegen von Techstage. Auch in den Kommentaren unter unserem Artikel zur vorgeblichen Entwarnung seitens Samsung, finden sich inzwischen diverse Wortmeldungen, die doch von regionalen Sperren berichten.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Note 3-Testgeräte, die Samsung an die Redaktionen ausliefert, von der SIM-Sperre per se ausgenommen sind, also ohne den besagten Aufkleber daherkommen — so lässt sich redaktionsseitig nicht nachvollziehen, was nun an der Geschichte dran ist. Wir selbst erwarten zwar in den kommenden Wochen auch noch ein privat bestelltes, reguläres Verkaufsgerät; bis das aber bei uns eingetroffen ist, können auch wir die ganze Sache nicht koordiniert überprüfen. Samsung selbst hat sich bislang nicht weiter zu den neuerlichen Meldungen geäußert.

Wir müssen daher leider erneut eine Warnung aussprechen und all jenen, die ihr Samsung-Gerät — betroffen sind auch zukünftig ausgelieferte Galaxy S4-, S4 mini-, S3- und Note 2-Smartphones — potenziell auch mit ausländischen SIM-Karten nutzen wollen, vorerst vom Kauf abraten. Wenigstens bis sich diese Geschichte endgültig geklärt hat.

Derweil erschüttert ein weiteres Skandälchen das Image des Note 3 und Samsungs: Wie schon Ende Juli bezüglich des Galaxy S4 ans Tageslicht gekommen ist, scheinen die Koreaner auch beim Note 3 einen Trick anzuwenden, der die Benchmark-Ergebnisse des Phablets mit dem verbauten Snapdragon 800-Chipsatz höher ausfallen lässt, als beispielsweise beim LG G2, das mit dem gleichen Chipsatz ausgerüstet ist. So berichtet ars technica, dass Samsung das Note 3 dahingehend „optimiert“ hat, dass alle CPU-Kerne während Benchmark-Läufen mit voller Kraft laufen; im Ergebnis würde das zu rund 20 Prozent höheren Resultaten führen, wie dieser Screenshot eindrucksvoll untermauert:

Note3-Boost-Geekbench

Auch zu diesem Vorwurf hat Samsung sich bislang nicht geäußert.

Was vorerst bleibt, ist ein ziemliches Geschmäckle: Samsung scheint seine Kunden beim Note 3 und zukünftigen Geräten gleich an mehreren Fronten zu gängeln und täuschen zu wollen, gleichzeitig aber nicht gewillt zu sein, klare Aussagen dazu zu treffen. Stattdessen versucht man, mit undurchsichtigen Statements und schwammigen Dementi davon zu lavieren. Wir hoffen, dass es in Kürze zu beiden Punkten aussagekräftige, konkrete und vor allem kundenfreundliche Verlautbarungen geben wird.

Quelle: allaboutSamsung, ars technica [via engadget], Danke auch an Hugo für den Hinweis und die Kommentatoren, die ihre Negativ-Erfahrungen mitgeteilt haben!

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