Samsung Galaxy Note 3: Von Root, eFUSE und Garantieverlust

Lukas Funk 31

In einer ausführlichen Erklärung zu Samsungs Sicherheitslösung Knox erwähnte Kollege Andreas bereits, dass diese zu Problemen beim Rooten von Geräten wie dem Galaxy Note 3 oder Galaxy Note 10.1 2014 Edition führen könnte. XDA-Hacker Chainfire zufolge ist die Situation möglicherweise prekärer als Vermutet: KNOX könnte durch eine sogenannte eFUSE gesichert sein und das Rooten einen Schaltkreis unwiderruflich verändern — was im schlimmsten Fall zur Verweigerung der Garantie seitens des Herstellers führen könnte.

Samsung Galaxy Note 3: Von Root, eFUSE und Garantieverlust

Es scheint fast so, als werfe Samsung in seinem Bestreben, das perfekte Smartphone für Endnutzer, Entwickler und den professionellen Bereich zu entwickeln, die Ansprüche aller drei Felder in einen Topf — um es letztendlich niemandem recht zu machen. Nach bezüglich des Region Locks, über dessen genaue Auswirkungen aktuell keiner so recht Bescheid weiß und bezüglich dem auch Samsung eine eindeutige Erklärung schuldig bleibt, berichten Entwickler nun von Komplikationen mit der Sicherheitslösung KNOX.

Wie Kollege Andreas in seiner Erklärung des Systems schon andeutete, scheint diese dafür zu sorgen, dass Manipulationen am System — wie beispielsweise das Erlangen von Root-Rechten — irreversibel mitgezeichnet werden. Dies dient zwar einerseits der Sicherheit, können so doch zum Beispiel kompromittierte Firmen-Smartphones identifiziert werden, könnte aber auch dazu führen, dass Privatnutzern mit gerootetem Note 3 etwaige Garantieleistungen versagt bleibt.

Der einschlägig bekannte XDA-Developer Chainfire, der unter anderem eine Root-Methode für das Galaxy Note 3 entwickelt hat, stellt nun fest, dass diese Sicherung viel tiefgreifender ist, als bisher angenommen: So handelt es sich vermutlich nicht nur um eine einfache Flag, die die Manipulation markiert, die aber unter Umständen wieder zurückgesetzt werden könnte. Vielmehr scheint Samsung auf eine sogenannte eFUSE setzen. Diese Methode erlaubt es, Schaltkreise auf einem Chip während des Betriebs softwareseitig zu manipulieren. Für gewöhnlich findet eine eFUSE in geschwindigkeits- oder sicherheitskritischen Bereichen Anwendung, um beispielsweise ein Software-Deadlock zu umgehen. Im Falle des Galaxy Note 3 und anderer Geräte mit KNOX aber könnte das Smartphone durch ein „Durchbrennen“ der eFUSE unwiderruflich markieren, dass am System gepfuscht wurde. Da durch das Rooten so die Hardware zu Schaden gekommen ist, könnte Samsung in Folge die Garantieleistungen für ein manipuliertes Gerät verweigern.

Am Wochenende will sich Chainfire mit Samsung-Mitarbeitern besprechen, um diesen Umstand und seine Hintergründe zu klären. Vor einigen Jahren schon hatte auch das Motorola Droid X eine eFUSE verwendet, die das Gerät allerdings beim „Durchbrennen“ komplett unbrauchbar machte. So weit scheint Samsung glücklicherweise noch nicht zu gehen …

Quelle: Chainfire auf Google+

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