Samsung Galaxy Note 4: Exynos 5433-Variante offenbar 64-Bit-fähig

Tuan Le 41

Mit der Vorstellung des Samsung Galaxy Note 4 feierte auch der hauseigene Exynos 5433-SoC sein Debüt. Trotz vielversprechender Benchmarks waren einige vermutlich enttäuscht von der Kunde, anstelle der Ausführung mit dem Qualcomm Snapdragon 805-SoC in Europa nur die Exynos-Variante des Galaxy Note 4 erwerben zu können - möglicherweise völlig zu Unrecht. Nun offenbart sich, dass es sich beim Samsung-Chip tatsächlich um ein 64-Bit-SoC mit der zukunftssicheren ARMv8-Architektur handelt. Irritierend daran: Samsung weist nirgends darauf hin.

Update: Wie Samsung Mobile Deutschland in einem Facebook-Kommentar geantwortet hat, scheint hierzulande tatsächlich die Version mit Snapdragon 805-SoC und 2,7 GHz verkauft werden, und nicht wie zuvor angenommen die Variante mit Exynos-Prozessor.

Galaxy-note-4-update-exynos-statement

Offiziell geäußert hat sich Samsung bislang zwar noch nicht, doch dem bisherigen Kenntnisstand nach wird die Snapdragon 805-Variante des Samsung Galaxy Note 4 in Nordamerika, Südkorea, China und Japan auf den Markt kommen, während in den Übrigen Teilen der Welt die Version mit Exynos 5433-SoC erhältlich sein wird. Samsung hat dies schon in der Vergangenheit ähnlich gehandhabt, wobei die Ausführungen mit den hauseigenen Prozessoren bei der Kundschaft meist einen weniger guten Ruf genossen - mitunter auch aufgrund von schweren Sicherheitslücken. Wer aber im Falle des Galaxy Note 4 auf wen neidisch sein muss, ist im Lichte der neuen Erkenntnisse schwierig zu sagen: Wie von einigen Nutzern auf XDA Developers mittels einer Angabe im Geekbench belegt wurde, handelt es sich beim Exynos 5433 um ein SoC mit der neuen ARMv8-Architektur. Und damit wäre zumindest dieses SoC 64-Bit-fähig.

Samsung-N910U-Galaxy-Note-4

Für die Untersuchung wurde die Prozessor-ID des im Geekbench als SM-N910U gelisteten Galaxy Note 4 betrachtet, welche „ARM implementer 65 architecture 7 variant 1 part 3335 revision 0“ lautet. Im Vergleich mit den Angaben bei anderen Geräten, bei denen man die Prozessoren besser kannte, wurde die Kennung „Variant 1 Part 3335“ als Codierung für die 64 Bit-fähigen Cortex A57-Prozessoren identifiziert. Auch dies war nicht allzu leicht festzustellen, doch mit einem Blick auf die ARM-Dokumentation fand man für den A57-Chip die Codierung 0xD07, was im Dezimalsystem der Zahl 3335 entspricht - dass es sich hierbei nicht um einen Zufall handelt, wurde durch eine entsprechende Identifizierung des Cortex A15-Chips (0xC0F beziehungsweise 3087) sicher gestellt.

ARm-Dokumentation-galaxy-note-4-exynos-5433

Ganz schön viel Aufwand für eine eigentlich gar nicht neue Erkenntnis: Bis zur Vorstellung des Samsung Galaxy Note 4 ging man eigentlich fest davon aus, dass es sich um einen Octa Core-SoC mit jeweils vier ARM Cortex A57- und Cortex A53-Kernen handeln würde, wohingegen im Samsung Galaxy Alpha noch der Exynos 5430 mit vier Cortex A7- und vier Cortex A15-Kernen verbaut ist. Im Geekbench zeigen sich die Leistungsunterschiede mit einem enormen Abstand im Mult Core-Benchmark mit 3228 zu 4036 Punkten - wenig verwunderlich aufgrund der neuen ARM Cortex-CPU--Kerne. Unsicherheiten bezüglich der Komposition des Exynos 5433 entstanden jedoch, als Samsung bei der Vorstellung des Galaxy Note 4 praktisch keine Details zum verbauten Prozessor bekannt gab. Die Exynos-Ordnungszahl 5433 passt eigentlich nicht zur 64 Bit-fähigen ARMv8-Architektur, zudem implizierten die auf der IFA 2014 ausgestellten Geräte, dass in ihnen der Snapdragon 805 tickte – auch wenn bereits im Vorfeld klar war, dass es wieder unterschiedliche Hardware-Varianten für verschiedene Märkte geben dürfte.

Der Grund für die Geheimhaltung liegt vermutlich im Marketing. Wenngleich Qualcomm für viele Nutzer ein renommierter Entwickler von Prozessoren ist, ist das Snapdragon 805-SoC nicht 64-Bit-fähig und dürfte auch weniger stark von entsprechenden Optimierungen in der kommenden OS-Version, Android L, profitieren. Zudem offenbarte sich bereits im AnTuTu Benchmark des Galaxy Note 4, dass das Exynos 5433-SoC sogar ohne 64 Bit-Optimierung die Konkurrenz von Qualcomm in Sachen Performance hinter sich lässt. Zu vermuten ist daher, dass Samsung nicht ausreichend Kapazitäten hat, den Exynos 5433 global zu verbauen und um potenzielle Käufer des Galaxy Note 4 mit Qualcomm-CPU nicht abzuschrecken, komplett darauf verzichtet, mit der etwas zukunftssichereren 64-Bit-Kompatibilität zu werben.

Welche Version des Samsung Galaxy Note 4 würdet ihr bevorzugen? Oder ist das Gerät für euch gar ohnehin uninteressant? Eure Meinung wie immer unten in die Kommentare.

Quelle: Geekbench, (2), XDA-Developers [via reddit]

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