Galaxy Note 7: Samsung verzichtete beim Akku-Test auf unabhängige Labore

Kaan Gürayer 4

Bei der Suche nach der Brandursache des Galaxy Note7 rückt erneut Samsung selbst in den Fokus: Entgegen der üblichen Verfahrensweise hat der Konzern die Akkus nicht bei einem unabhängigen Institut testen lassen, sondern nur in eigenen Laboren. 

Galaxy Note 7: Samsung verzichtete beim Akku-Test auf unabhängige Labore

Bis zu 17 Milliarden US-Dollar, so Schätzungen, könnte Samsung das Debakel um das Galaxy Note 7 schlussendlich kosten. Dementsprechend aggressiv wird nach der Ursache gefahndet, die die Geräte haben selbst entzünden lassen. Laut DJ Koh, Chef von Samsungs Mobilsparte, wolle man die Brandursache „um jeden Preis“ finden. Eine neue Spur im Rätsel führt ironischerweise aber zu Samsung selbst.

Wie das Wallstreet Journal unter Berufung auf eine vertrauenswürdige Quelle berichtet, hat Samsung beim Test der Akkus im Galaxy Note 7 auf unabhängige Institute verzichtet. Stattdessen testete der südkoreanische Hersteller die Batterien im Vorfeld der Veröffentlichung lediglich in eigenen Laboren.

Andere Unternehmen, etwa auch Erzrivale Apple, lassen ihre Akkus bei einem der 28 Labore testen, die vom US-Wirtschaftsverband CTIA zertifiziert wurden. Das Testverfahren soll sicherstellen, dass elektronische Geräte die Vorgaben des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) erfüllen.

Mittlerweile hat Samsung bestätigt, dass die Akkus des Galaxy Note 7 ausschließlich in eigenen Laboren getestet wurden. Ein Sprecher des Unternehmens betonte aber, dass weder Original- noch Austauschgeräte bei den Tests irgendeine Auffälligkeit gezeigt haben. Zwar testen auch andere Hersteller wie etwa Motorola ihre Akkus in eigenen Laboren, verzichten bei einem Verkauf in den USA aber nicht auf die Zertifizierung der CTIA.

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Selbsttest hinterlässt gewissen Beigeschmack

Dass Samsung die Akkus des Galaxy Note 7 selbst getestet und auf die Überprüfung durch unabhängige Institute verzichtet hat, hinterlässt natürlich einen gewissen Beigeschmack – insbesondere unter Berücksichtigung der Gerüchte, wonach das Smartphone auf Druck der Chefetage vorschnell auf den Markt gekommen ist, um dem iPhone 7 zuvorzukommen.

Uns würde es nicht wundern, wenn in den kommenden Wochen noch das ein oder andere pikante Detail über die Entwicklung des Galaxy Note 7 ans Tageslicht kommt.

Quelle: Wallstreet Journal, via PhoneArena

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